Produktion/Absatz, Arbeit

Die größten deutschen Börsenkonzerne reagieren mit dem Abbau Tausender Jobs auf die Konjunkturflaute in Deutschland.

26.03.2025 - 14:01:13

Dax-Konzerne streichen erstmals seit Jahren Jobs

Nach Jahren des Beschäftigungsaufbaus ist die Zahl der Mitarbeiter bei den Dax DE0008469008-Unternehmen im vergangenen Jahr leicht gesunken, zeigt eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

Demnach fiel die Zahl der Beschäftigten Ende 2024 in Summe auf rund 4,05 Millionen. Das waren rund 19.300 oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Rund die Hälfte der Unternehmen habe Stellen im Vergleich zum Vorjahr gestrichen. Jedoch machten nur 36 der 40 Konzerne Angaben zur Belegschaft.

Stabile Geschäfte trotz Krisen

Bei Sparmaßnahmen werde es vorerst bleiben, meint Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Große Umsatz- oder Gewinnsprünge seien im laufenden Jahr eher nicht zu erwarten. Die geopolitischen Risiken seien so groß wie seit Jahrzehnten nicht und angesichts des Zollstreits mit den USA drohten neue Belastungen. Erst jüngst hatten Audi und Siemens DE0007236101 den Abbau Tausender Jobs angekündigt.

Zugleich konnten die 40 Dax-Konzerne 2024 insgesamt den Umsatz minimal um 0,3 Prozent steigern. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs gemessen am Vorjahr trotz Wirtschaftskrise um 2,9 Prozent. Dabei profitierten die Konzerne von starken Geschäften in Europa und einem guten Schlussquartal.

Autokrise und Rüstungsboom

Die EY-Studie zeigt große Unterschiede nach Branchen: So sank bei den Autokonzernen der Umsatz um drei Prozent und der Gewinn um 26 Prozent. Dagegen konnten der Triebwerkbauer MTU DE000A0D9PT0 Aero Engines und der Rüstungskonzern Rheinmetall DE0007030009 den Umsatz um über ein Drittel steigern.

Ungeachtet der Branchenkrise dominieren Autohersteller das Umsatzranking: Ganz vorn steht VW DE0007664039 mit einem Erlös von 324,6 Milliarden Euro gefolgt von Allianz (knapp 180 Mrd.), Mercedes-Benz DE0007100000 (145,6 Mrd.) und BMW DE0005190003 (142,4 Mrd.).

Telekom überholt VW

Den höchsten operativen Gewinn erzielte 2024 die Deutsche Telekom DE0005557508 mit 26,3 Milliarden Euro. Sie löste damit VW ab, wo der operative Gewinn auf 19,1 Milliarden einbrach. Nur drei Dax-Konzerne - Bayer DE000BAY0017, Vonovia DE000A1ML7J1 und Porsche SE DE000PAH0038 - verbuchten laut EY im Tagesgeschäft einen Verlust.

Dass trotz Konjunkturflaute 60 Prozent der Unternehmen den Umsatz steigern konnten, wertete Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, als Erfolg. Andererseits erzielten manche Konzerne Rekordzahlen, manche bauten sogar Jobs auf. "Es gibt also keinen durchgehenden Negativtrend."

@ dpa.de