Produktion/Absatz, Arbeit

Die deutsche Autoindustrie leidet trotz Krise der Branche weiter unter akutem Fachkräftemangel.

13.11.2024 - 06:33:52

Trotz Krise: Autobranche sucht weiter Fachkräfte

Im Schnitt seien in der Branche zwischen Juli 2023 und Juni 2024 rund 10.300 Stellen unbesetzt geblieben, so das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie. Vor allem hoch qualifizierte Experten würden weiter gesucht

"In der Automobilindustrie bleiben trotz wirtschaftlich unruhiger Zeiten Stellen unbesetzt", sagte Studienautor Jurek Tiedemann. Denn der Bedarf an Fachkräften sei wegen des Mobilitätswandels und neuer Techniken nach wie vor hoch. "Die Branche braucht dringend qualifiziertes Personal für die digitale und ökologische Transformation." Das gelte auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten wie jetzt.

Betriebswirte, Informatiker und Ingenieure gefragt

Gegenüber dem Vorjahre habe sich Fachkräftelücke in der Branche zwar spürbar verkleinert und sei um fast ein Drittel geschrumpft, so die Forscher. Bei Facharbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung sei die Zahl der unbesetzten Stellen aber sogar um 7 Prozent auf gut 3.400 gestiegen. Bei Experten mit Hochschul-Diplom oder Master-Abschluss sei die Zahl dagegen um 43 Prozent geschrumpft, liege mit mehr als 6.300 unbesetzten Stellen aber weiter auf hohem Niveau. Gefragt seien vor allem Betriebswirte, Informatiker und Ingenieure. Zusätzlichen fehlten mehr als 500 Spezialisten wie Meister oder Fachwirte.

Die rückläufige Autoproduktion habe bisher kaum Auswirkungen auf die Beschäftigung, so die Forscher. Obwohl 2023 in Deutschland fast 27 Prozent weniger Autos gebaut wurden als 2014, sei die Mitarbeiterzahl der Branche weitgehend stabil geblieben. Sie lag 2023 mit 767.000 sogar sieben Prozent höher als 2014. Seit dem Höchststand 2019 habe es hier nur einen minimalen Rückgang gegeben.

Volkswagen DE0007664039 hatte jüngst erklärt, wegen der schwachen Auslastung und hoher Kosten betriebsbedingte Kündigungen und sogar Werksschließungen nicht länger auszuschließen. Der Betriebsrat sprach von zehntausenden Jobs, die bei der Kernmarke VW DE0007664039 mit ihren bisher rund 120.000 Mitarbeitern bedroht sind. Auch mehrere Zulieferer wie Continental DE0005439004 und ZF haben angekündigt, Stellen abzubauen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Zwischen Zuversicht und Protest Der US-Elektroautobauer Tesla US88160R1014 fährt drei Jahre nach Eröffnung der Fabrik in Grünheide bei Berlin einen Absatzrückgang in Deutschland ein - gleichzeitig nehmen Proteste gegen Firmenchef Elon Musk zu. (Boerse, 21.03.2025 - 10:18) weiterlesen...

Fast 100 Brauereien weniger in Deutschland als vor Corona. In den vergangenen fünf Jahren ist ihre Zahl um 93 auf 1.459 gesunken, wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilt. Es gibt weniger Brauereien in Deutschland. (Boerse, 21.03.2025 - 05:54) weiterlesen...

Drei Jahre Tesla: Werksleiter zuversichtlich - mehr Protest Der US-Elektroautobauer Tesla US88160R1014 zeigt sich trotz des Absatzrückgangs in Deutschland zuversichtlich für das Werk in Grünheide. (Boerse, 21.03.2025 - 05:53) weiterlesen...

EU-Kommissar besucht Thyssenkrupp-Stahlwerk Der EU-Kommissar für Industriestrategie, Stéphane Séjourné, hat den Willen der Kommission unterstrichen, die Stahlindustrie in Europa zu erhalten. (Politik, 20.03.2025 - 17:42) weiterlesen...

Nestlé trennt sich von zwei Werken in Deutschland Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé trennt sich von zwei Werken in Deutschland. (Boerse, 20.03.2025 - 15:28) weiterlesen...

Hellofresh will von 2027 an profitabel wachsen Der Kochboxen-Versender Hellofresh DE000A161408 will in den kommenden Jahren seine Kosten drastisch senken und den rückläufigen Umsatz stabilisieren. (Boerse, 20.03.2025 - 13:18) weiterlesen...