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Frankfurt Schluss: Vom Tagestief erholt - Trump eskaliert nicht

21.01.2026 - 18:04:15

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch erleichtert auf das Ausbleiben einer weiteren Eskalation im Grönland-Konflikt durch US-Präsident Donald Trump reagiert.

Der Dax DE0008469008, der mit 24.350 Punkten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember gefallen war, erholte sich am Nachmittag deutlich. Mit einem Minus von 0,58 Prozent auf 24.560,98 Punkte ging er aus dem Tag. Der MDax DE0008467416 drehte ins Plus und schloss 0,46 Prozent höher auf 30.945,30 Zählern.

Dass sich Trump während des Weltwirtschaftsforums in Davos "mehr über verlustbringende Windräder ausließ, statt in der Grönland-Frage zu eskalieren, hat am deutschen Aktienmarkt Schlimmeres verhindert", kommentierte Christine Romar, Europa-Chefin bei CMC Markets. "Auch wenn Trump in seiner Rede von seinen Ambitionen bezüglich Dänemarks Territorium nicht abgerückt ist, sorgte zumindest der Ausschluss von militärischer Gewalt zur Erreichung seines Ziels für Erleichterung auf den Finanzplätzen rund um den Globus. Das Thema ist jetzt zwar nicht vom Tisch, aber der Zündstoff etwas herausgenommen."

Marktexperte Timo Emden ergänzte: "Für die Märkte zählt aktuell weniger, was gesagt wird, sondern dass der Ton moderater ausfällt als befürchtet." Er warnte allerdings, dass sich die Börsen derzeit im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Unsicherheit erholten und diese Erholung auf "tönernen Füßen" stehe, solange keine konkreten wirtschafts- oder handelspolitischen Maßnahmen folgten.

Erleichterung herrschte auch europaweit und jenseits des Atlantiks: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verringerte sein Minus auf 0,16 Prozent und schloss damit bei 5.882,88 Punkten. Außerhalb des Euroraums beendete der SMI CH0009980894 den Tag nur minimal unter seinem Vortagesschluss, während der FTSE 100 GB0001383545 seinen Schlussstand vom Dienstag leicht übertraf. In den USA legten die wichtigsten Indizes um rund ein Prozent zu.

Bankaktien erholten sich deutlich von ihren Tagestiefs: Die Papiere der Deutschen Bank DE0005140008 schlossen mit einem Minus von 0,9 Prozent, die der Commerzbank DE000CBK1001 gaben um 0,5 Prozent nach. Vor Trumps Rede hatte Bundesbankpräsident Joachim Nagel gewarnt, dass mögliche neue Zölle künftige Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflussen könnten. "Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zollverhandlungen werden einige Auswirkungen auf die Geldpolitik haben", sagte Nagel, der auch EZB-Ratsmitglied ist, dem US-Fernsehsender CNBC.

Continental DE0005439004 verloren nach Eckzahlen für das vierte Quartal 0,7 Prozent. Auf Konzernebene sowie im Reifengeschäft seien voraussichtlich die angestrebten Ziele erreicht worden, hieß es seitens des Managements. In der zu verkaufenden Sparte Contitech sah es dagegen wegen einer ausbleibenden Markterholung und Umbaukosten nicht rosig aus.

Die Aktien von Qiagen NL0015002CX3, die tags zuvor um rund 12 Prozent hochgeschnellt waren, gewannen an der Dax-Spitze weitere 4,9 Prozent und stiegen auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Um den Labordienstleister und Diagnostikspezialisten ranken sich einmal mehr Übernahmespekulationen.

Aixtron DE000A0WMPJ6 erholten sich nach einer Empfehlung von JPMorgan um 11,2 Prozent. Analyst Craig McDowell sieht den Chipausrüster vor einem breiten Aufschwung in allen Produktkategorien.

Redcare Pharmacy NL0012044747 beschleunigten ihre Talfahrt und gaben den sechsten Handelstag in Folge nach. Mit minus 3,4 Prozent erreichten sie den tiefsten Stand seit 2023. Tags zuvor hatten Anleger mit Enttäuschung auf die Zahlen des Konkurrenten DocMorris CH0042615283 zum E-Rezept in Deutschland reagiert, von denen sie sich mehr versprochen hatten./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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