Die Angst vor einem weltweiten Konjunktureinbruch hat die Ölpreise am Freitag abermals auf Talfahrt geschickt.
04.04.2025 - 13:53:22Ölpreise fallen auf Tief seit 2021 - 'perfekter pessimistischer Cocktail'
Die Preise für Rohöl aus der Nordsee und US-Rohöl fielen auf den tiefsten Stand seit 2021. Die aggressive Zollpolitik der USA und die nun erfolgte Reaktion Chinas belasteten.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 64,78 US-Dollar. Das waren 5,36 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel um 5,64 Dollar auf 61,32 Dollar.
Bereits am Donnerstag waren die Notierungen um jeweils mehr als vier Dollar je Barrel gefallen. Seit der Ankündigung des Zollpakets am Mittwochabend hat sich Brent-Öl aus der Nordsee um mehr als zehn Dollar je Barrel verbilligt. Neben der Furcht vor den Folgen der aggressiven Zollpolitik für die Weltwirtschaft belastete auch eine Ausweitung der Fördermenge durch die Opec+. Der Ölverbund hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Fördermenge bis Ende Mai um durchschnittlich 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen.
Hinzu kam am Freitag nun eine scharfe Reaktion Chinas auf die US-Zölle. Das chinesische Finanzministerium kündigte Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent an, die am 10. April in Kraft treten sollen. Zudem hat Peking elf amerikanische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, welche es den betroffenen Firmen de facto unmöglich macht, weiter Handel in China oder mit chinesischen Unternehmen zu betreiben.
"In Washington und Wien wurde der perfekte pessimistische Cocktail gemixt", kommentierte Analyst Tamas Varga vom Handelshaus PVM Oil Associates die jüngsten Entscheidungen der Opec+ und der US-Regierung. "Die gegenseitigen Zölle auf praktisch alle wichtigen US-Handelspartner schüren berechtigterweise die Angst vor einer Rezession und einer möglichen Stagflation." Das Wirtschaftswachstum und die Ölnachfrage dürften negativ beeinflusst werden, sagte Varga.
Kurz vor dem Wochenende dürften aber auch Konjunkturdaten stärker in den Fokus der Rohstoffmärkte rücken. Am Nachmittag steht der US-Arbeitsmarktbericht für März auf dem Programm, der am Markt stark beachtet wird, weil er eine große Bedeutung für die Geldpolitik in den USA hat. "Ein starker Stellenaufbau würde die US-Konjunktursorgen sicherlich etwas beruhigen, zumal die Zoll-Unsicherheit im März bereits nicht gerade gering war", schreiben die Experten der Dekabank.