Die am Abend anstehende Ankündigung von Importzöllen der Vereinigten Staaten hat Europas Börsen am Mittwoch belastet.
02.04.2025 - 18:16:15Europa Schluss: Schwache Märkte blicken mit Sorgen auf US-Zölle
Kurz vor der mit großen Unwägbarkeiten behafteten Pressekonferenz von Präsident Donald Trump gingen die Investoren keine Risiken mehr ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um 0,31 Prozent auf 5.303,95 Punkte. Zwischenzeitlich hatte der Index deutlich stärker nachgegeben.
Am Abend wird Trump seine neuen Zollpläne verkünden. "Unsere Einschätzung: Trump dürfte sich zunächst maximalen Verhandlungsspielraum sichern, indem er hohe Zölle als Drohkulisse aufbaut", hieß es in einer Einschätzung von Index Radar. "Entscheidend wird jedoch sein, ob er zugleich Gesprächsbereitschaft signalisiert - oder den globalen Handelskonflikt weiter eskalieren lässt." Entsprechend hoch war die Unsicherheit. "Kein Anleger will dann auf dem falschen Fuß erwischt werden", betonte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Auch außerhalb des Euroraums litten die Kurse unter dem Menetekel eines globalen Handelskonflikts: Der Schweizer SMI CH0009980894 verlor belastet von den Pharmariesen Roche CH0012032048 und Novartis CH0012005267 0,77 Prozent auf 12.588,31 Zähler. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 büßte 0,30 Prozent auf 8.608,48 Punkte ein. Auch hier zählten die Pharmaschwergewichte GSK GB0009252882 und Astrazeneca GB0009895292 zu den größten Verlierern.
Die am Vortag noch starken Pharmawerte EU0009658723 standen also zur Wochenmitte wieder unter Druck. Der Sektor fiel um knapp 2 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende vergangenen Jahres. Hier sorgen sich Anleger seit Wochen um Importzölle der USA, die für Europas Pharmakonzerne ein enorm wichtiger Absatzmarkt sind.
Positive Ausnahme waren Grifols-Aktien mit plus 3,0 Prozent. Die spanische Pharmaaktie reagierte damit auf einen Medienbericht. Die Zeitung "El Confidencial" schrieb unter Berufung auf nicht genauer genannte Quellen, der Investor Brookfield habe ausgesetzte Übernahmegespräche mit Grifols wieder aufgenommen.
Im Bankensektor verloren BNP Paribas FR0000131104 0,9 Prozent und Societe Generale FR0000130809 1,7 Prozent. Das französische Investmenthaus Kepler Cheuvreux hatte die beiden Aktien nach ihrem starken Lauf seit Jahresbeginn abgestuft.
Vergleichsweise gut hielten sich die Aktien von Versorgern EU0009658962 und aus dem Lebensmittelsektor EU0009658749. Letzterer profitierten von Kursgewinnen der Hersteller alkoholischer Getränke. Die Privatbank Berenberg hatte die Bewertung der Aktien von Pernod Ricard FR0000120693 mit "Kaufen" aufgenommen, die Aktie stieg um 1,6 Prozent. Papiere des britischen Spirituosenherstellers Diageo gewannen 1,2 Prozent.