AKTIEN IM FOKUS: DocMorris weiter unter Druck nach Zahlen - Redcare auch
20.01.2026 - 13:35:58Zuletzt fiel der Kurs an der Schweizer Börse um 9,4 Prozent auf 5,85 Franken. Die Verluste bedeuten einen Rückschlag beim Stabilisierungsversuch nach dem Rekordtief im November. Schon seit Monaten bewegt sich der Kurs in einer Spanne zwischen knapp unter 5 und etwas unter 7 Franken.
Die DocMorris-Papiere reagierten mit dem Abschlag auf aktuelle Geschäftszahlen. Die Online-Apotheke war 2025 zwar kräftig gewachsen und hatte die eigenen Umsatzziele erreicht. Wichtigster Treiber blieb dabei das elektronische Rezept in Deutschland. Doch was dieses betraf, habe sich der Markt mehr erhofft, merkte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank an. Dies habe die an sich gute Umsatzentwicklung überdeckt.
Analystin Sarah Roberts von der britischen Investmentbank Barclays sprach von einem durchwachsenen Schlussquartal 2025 für DocMorris und blieb bei ihrem "Equal Weight"-Votum. Wegen der Größenvorteile sowie der starken Bilanz bevorzugt sie die mit "Overweight" bewerteten Titel von Redcare Pharmacy NL0012044747. Bei DocMorris sei zudem die Dynamik im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten schwächer.
Doch auch die Papiere des deutschen Wettbewerbers ließen am Dienstag Federn - und weiteten ihre Verluste zuletzt auf 3,3 Prozent aus, womit sie 60,55 Euro kosteten. Damit rückt das Tief von Ende November bei 59,45 Euro wieder näher. Rutschen die Anteile darunter, wäre es der tiefste Kurs seit drei Jahren.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) äußerte bei DocMorris zudem Bedenken hinsichtlich der Finanzierung. Sollte es in den Jahren 2026 und 2027 nicht zu einem deutlich stärkeren Wachstum bei elektronischen Rezepten und bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen, könnte die Liquidität Ende 2027 unter Druck geraten.

