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Die Aktien-Anleger leiden weiter unter dem Zollschock aus den USA.

04.04.2025 - 11:49:01

Aktien Frankfurt: Ausverkauf geht weiter - Trump-Zollschock wirkt nach

Am Freitag setzte sich der Kursrutsch auch am deutschen Aktienmarkt fort. Der Dax DE0008469008 sank um 2,3 Prozent auf 21.225 Zähler.

Mehr als die Hälfte seiner imposanten Rekordrally seit Mitte Dezember ist dahin. Trumps unerwartet aggressive Zoll-Pläne bedrohten die optimistischen Gewinnprognosen für die Dax-Unternehmen, hieß es von der Commerzbank.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 3 Prozent auf 26.075 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 2,3 Prozent.

An den Märkten sei nach den Zollankündigungen ein Szenario gespielt worden, in dem die Furcht vor kräftiger konjunktureller Abschwächung deutlich stärker gewesen sei als vor Inflation, schrieben die Anlage-Strategen des Vermögensverwalters DWS. Der Dollar habe auf breiter Front verloren, ein Zeichen dafür, dass die USA in diesem Fall Teil des Problems seien, und nicht Teil einer möglichen Lösung.

Am Nachmittag kommen aus den USA die Arbeitsmarktdaten für den Monat März. Diese dürften von den politischen Geschehnissen in den USA überlagert werden, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Marktes. "Anleger werden zumindest aber darauf achten, wie viele Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst gestrichen wurden und welche Auswirkungen das auf die Arbeitslosenquote haben wird. Alle zukünftigen Daten werden nun nach Hinweisen auf eine Rezession untersucht."

Am deutschen Aktienmarkt waren Banken im Umfeld fallender Marktzinsen und steigender Wachstumsrisiken erneut sehr schwach. Deutsche Bank DE0005140008 rutschten am Dax-Ende um mehr als 8 Prozent ab, Commerzbank DE000CBK1001 folgten mit minus 5 Prozent. Eher defensive Werte legten angesichts der Unsicherheit am Markt zu: Beiersdorf DE0005200000 verbuchten Gewinne von 3 Prozent. Symrise zogen an der Dax-Spitze um 3,8 Prozent an.

Beim Ringen um eine mögliche Übernahme des Verpackungsherstellers Gerresheimer DE000A0LD6E6 schrumpft Kreisen zufolge die Zahl möglicher Bieter immer weiter. Die Beteiligungsgesellschaft KKR habe das zusammen mit Warburg Pincus gebildete Konsortium verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das sei eine negative Nachricht, sagte ein Händler. Gerresheimer brachen am MDax-Ende um 15 Prozent ein.

Redcare NL0012044747 schlugen sich mit minus 0,6 Prozent relativ robust nach der Bekanntgabe vorläufiger Quartalszahlen. Die Online-Apotheke wuchs im ersten Jahresviertel kräftig. Dabei profitierte das Unternehmen weiter von einem starken Anstieg im Geschäft mit dem elektronischen Rezept, insbesondere in Deutschland.

@ dpa.de