DGUV Vorschrift 2 öffnet Sifa-Beruf für Psychologen und Biologen
31.12.2025 - 14:34:11Ab 2026 können auch Psychologen und Naturwissenschaftler Fachkraft für Arbeitssicherheit werden. Die Reform soll den Fachkräftemangel lindern und die Prävention modernisieren.
Ab 2026 dürfen auch Naturwissenschaftler und Psychologen als Fachkraft für Arbeitssicherheit arbeiten. Die historische Reform soll den Personalmangel lindern und die Prävention modernisieren.
Die deutsche Arbeitswelt steht vor einem personellen Umbruch im Arbeitsschutz. Zum Jahresbeginn 2026 tritt die modernisierte DGUV Vorschrift 2 vollständig in Kraft. Sie öffnet den Zugang zur Qualifikation als Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) erstmals für Akademiker wie Psychologen, Biologen und Chemiker. Damit endet die jahrzehntelange Dominanz von Ingenieuren und Technikern in diesem Schlüsselberuf.
Historische Öffnung beendet Techniker-Monopol
Bislang war der Weg zur Sifa streng reglementiert. Nur Ingenieure, Techniker oder Meister konnten die sicherheitstechnische Fachkunde erwerben. Die Komplexität moderner Arbeitsplätze hat dieses Modell überholt. Psychische Belastungen, ergonomische Herausforderungen und biologische Gefahrstoffe erfordern heute breiteres Wissen.
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Die reformierte Vorschrift, deren Rahmen Anfang 2025 beschlossen wurde, schafft nun neue Zugangswege. Universitätsabsolventen der Fächer Biologie, Chemie, Arbeitspsychologie, Humanmedizin und Ergonomie können sich ab sofort qualifizieren. Das verfolgt zwei Ziele: den akuten Fachkräftemangel zu lindern und die Prävention durch interdisziplinäre Perspektiven zu bereichern.
„Psychologisches Know-how ist für die Gefährdungsbeurteilung unverzichtbar geworden“, erklärt ein Sprecher des Berufsverbands Deutscher Psychologen (BDP). Viele technisch geprägte Sicherheitsfachkräfte hätten mit der Bewertung psychischer Risiken zu kämpfen. Biologen wiederum bringen Expertise für Labore und die Biotech-Branche mit.
Sifa 3.0: Digitales Lernen und hybrides Arbeiten
Die neue Qualifikation ist eng mit dem „Sifa 3.0“-Konzept verknüpft, das Berufsgenossenschaften und private Institute 2025 eingeführt haben. Es ersetzt starres Faktenwissen durch kompetenzorientiertes Lernen. Soft Skills, Kommunikation und Managementtechniken gewinnen an Gewicht.
Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) setzt auf „Blended Learning“. Dieses Modell kombiniert digitale Selbstlernphasen über die Plattform „Sifa-Lernwelt“ mit Präsenzseminaren und Praktika. Parallel modernisiert die Vorschrift auch den Berufsalltag: Seit Mitte 2025 dürfen Sifas einen Teil ihrer Beratungstätigkeit remote ausüben – vorausgesetzt, sie kennen die Betriebsverhältnisse vor Ort. Das entlastet externe Kräfte, die mehrere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreuen.
Branche begrüßt Reform, mahnt Qualität an
Die Reaktionen der Verbände fallen überwiegend positiv aus. Der BDP spricht von einem „notwendigen Schritt zur interdisziplinären Prävention“. Doch es gibt auch Bedenken: Analysten weisen darauf hin, dass die neuen Berufsgruppen fundierte technische Grundlagen brauchen. Das „Sifa 3.0“-Curriculum soll dies durch modulare Lernpfade sicherstellen.
Für Unternehmen bietet die Reform konkrete Vorteile. Der größere Bewerberpool entspannt die Suche nach externen Sicherheitsfachkräften. Betriebe aus Gesundheitswesen, Biotech oder Dienstleistung können nun Sifas einstellen, deren Expertise besser zu ihren spezifischen Risiken passt.
Volle Umsetzung startet zum Jahreswechsel
Obwohl die Regelungen schon früher in Kraft traten, markiert der 1. Januar 2026 eine wichtige Schwelle. Für Mitgliedsunternehmen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) gelten ab dann die vollständigen neuen Vorgaben. Übergangsfristen laufen aus.
Die DGUV stellt klar: Bestehende Sicherheitsfachkräfte genießen Bestandsschutz. Alle neuen Kandidaten, die ihre Ausbildung 2026 beginnen, durchlaufen ausschließlich das neue Curriculum. Die DGUV-Akademie und andere Anbieter melden hohe Nachfrage nach den akademischen Einstiegswegen.
Mit dem Jahreswechsel wirft das deutsche Arbeitsschutzsystem sein rein technisches Image ab. Die „Sifa 2026“ kann ebenso gut psychische Belastungen analysieren wie Laborsicherheit bewerten. Diese Vielfalt soll Arbeitsplätze sicherer und krisenfester machen.
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