DGUV-Regel 2: KI und digitale Gefahren revolutionieren Arbeitsschutz
17.01.2026 - 14:32:12Die deutsche Arbeitswelt erlebt 2026 eine Zeitenwende im Arbeitsschutz. Neue Regeln, künstliche Intelligenz und digitale Bedrohungen zwingen Unternehmen zu agilen, kompetenzbasierten Sicherheitsstrategien.
Gefahrenwahrnehmung im Betrieb bedeutet heute mehr als nur rutschige Böden zu erkennen. Die ersten Wochen des Jahres zeigen eine doppelte Herausforderung: Unternehmen müssen sich gegen ausgeklügelte Cyber-Angriffe wehren und gleichzeitig neue physische Sicherheitsstandards in automatisierten Fabriken umsetzen.
Phishing-Attacken als neue Betriebsgefahr
Diese Woche wurde deutlich, wie sich der Begriff der „Arbeitsgefahr“ erweitert. Seit dem 14. Januar warnen Behörden vor einer raffinierten Phishing-Kampagne, die deutsche Firmen ins Visier nimmt. Betrügerische E-Mails geben sich als Mitteilungen aus dem Transparenzregister oder von Sicherheitsbehörden aus und drohen mit Bußgeldern, um sensible Daten zu erpressen.
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Für Experten ist klar: Die klassische Sicherheitsunterweisung muss um das Thema „digitale Gefahrenwahrnehmung“ erweitert werden. Es reicht nicht mehr, Mitarbeiter nur im Umgang mit Maschinen zu schulen. Sie müssen auch administrative Sabotage erkennen können, die die Compliance des gesamten Unternehmens gefährdet.
DGUV-Regel 2 ermöglicht flexible Betreuung
Die Grundlage für die neue Sicherheitsstrategie ist die überarbeitete DGUV Regel 2, die seit 1. Januar in vollem Umfang gilt. Sie modernisiert das Betreuungsmodell besonders für den Mittelstand.
Die wichtigsten Änderungen:
* Angehobene Schwellenwerte: Mehr kleine Betriebe können Sicherheit nun flexibler intern mit externer Unterstützung managen.
* Digitale Beratung anerkannt: Telefon- oder Online-Beratung durch Sicherheitsfachkräfte wird erstmals für einen Teil der Pflichtstunden angerechnet.
Diese Neuerungen ebnen den Weg für hybride Unterweisungsmodelle. Unternehmen nutzen die seit Ende 2025 geltende Textform, um Dokumentation per E-Mail zu vereinfachen. Das verringert den Bürokratieaufwand und ermöglicht Sicherheitsbeauftragten, sich auf praktisches Training zu konzentrieren.
Innovationen bei Lärm- und Brandschutz
Während digitale Abläufe optimiert werden, bleiben physische Gefahren zentral. Am 15. Januar präsentierten Frankfurter Akustikspezialisten von raumAKUSTIKS einen neuen Ansatz für den Industrieschallschutz. Statt nur Grenzwerte einzuhalten, entstehen „akustische Sicherheitszonen“, die Kommunikation und die Wahrnehmung von Warnsignalen verbessern.
Gleichzeitig passt sich die Recycling-Branche der wachsenden Gefahr durch Lithium-Ionen-Brände an. Neue Protokolle schulen Mitarbeiter im Erkennen einer „thermischen Durchzündung“ – sie lernen, das chemische Fauchen einer defekten Batterie lange vor Rauchentwicklung zu identifizieren.
KI und VR werden zum Standard
Der „menschliche Faktor“ wird zunehmend durch Künstliche Intelligenz unterstützt. Bei einem Symposium der Universität des Saarlandes am 16. und 17. Januar diskutierten Experten, wie KI-Diagnostik Überlastungsschäden vorhersagen kann, bevor es zu Unfällen kommt.
In der Ausbildung hat Virtual Reality (VR) 2026 den Pilotstatus verlassen. In Hochrisikobereichen wie der Chemieindustrie müssen Mitarbeiter virtuelle Gefahrenszenarien meistern, wobei Reaktionszeiten und Entscheidungsgenauigkeit gemessen werden.
Die Vorteile moderner VR-Trainings:
* Emotionale Wirkung: Unfallsimulationen prägen sich ein, ohne reale Risiken.
* Blickverfolgung: Das System erkennt, ob ein Teilnehmer eine Gefahrenquelle tatsächlich gesehen hat.
* Skalierbarkeit: VR-Brillen können rotieren, während Daten zentral für Compliance-Prüfungen protokolliert werden.
Ausblick: Die „adaptive“ Sicherheitskultur
Branchenbeobachter prognostizieren für 2026 den Durchbruch der „Adaptiven Sicherheitsunterweisung“. Diese Methode nutzt Daten aus Beinahe-Unfällen und KI-Analysen, um Trainings maßzuschneidern. Zeigt eine Abteilung eine Häufung von Handverletzungen, erhalten genau diese Mitarbeiter automatisch ein Update-Modul zum Handschuhschutz.
Die Kombination aus neuer DGUV-Regel, digitaler Bedrohungslage und KI-Fähigkeiten macht die „jährliche Sicherheitsbelehrung“ obsolet. An ihre Stelle tritt eine kontinuierliche, datengesteuerte Sicherheitskultur, in der Gefahrenwahrnehmung täglich, digital und dynamisch trainiert wird.
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