DGB startet Großoffensive für neue Betriebsräte
10.01.2026 - 16:51:12Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) geht mit einer bundesweiten Offensive in die anstehenden Betriebsratswahlen 2026. Ziel ist es, Tausende neue Mitarbeitervertretungen zu gründen – besonders in Betrieben, die bisher ohne Gremium arbeiten.
Im Fokus stehen die sogenannten „weißen Flecken“ – kleine und mittlere Unternehmen ohne Betriebsrat. Für das erste Quartal 2026 hat der DGB „Wahlinitiativen“ angekündigt. Der Hintergrund ist klar: Statistisch sichern Betriebsräte höhere Löhne, mehr Jobsicherheit und bessere Arbeitsbedingungen.
„Es geht um mehr als Verwaltung“, betonen Gewerkschaftsführer. Die Wahlen seien ein Schlüsselmoment für die Demokratie am Arbeitsplatz. Der DGB will Ängste nehmen und bietet Mitarbeitern konkrete Sechs-Schritte-Anleitungen sowie juristischen Beistand an. Gerade in kaum organisierten Branchen soll so die Scheu vor der Gründung überwunden werden.
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Gesetzlicher Schutz für Initiatoren
Ein Kernstück der Strategie: der verstärkte Kündigungsschutz für Wahl-Initiatoren. Seit jüngsten Gesetzesänderungen sind die ersten drei Mitarbeiter, die zur Wahlversammlung einladen, besonders geschützt.
Der DGB hebt diesen „Schutzschild“ prominent hervor. In seinen Beratungsmaterialien wird klargestellt: Die Behinderung von Betriebsratswahlen ist eine Straftat. Diese Botschaft soll die Hemmschwelle senken. Juristische Handbücher wie der aktualisierte Düwell-Kommentar unterstreichen die Bedeutung dieser Garantien – sie sind zentral für die Mobilisierung.
Mitbestimmung in der Transformation
Die Offensive kommt zur rechten Zeit. Angesichts von Digitalisierung, Energiewende und globalem Wettbewerb bezeichnete der DGB die jüngsten Arbeitsmarktdaten als „Weckruf“ für die Bundesregierung.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi verweist darauf: Betriebe mit Betriebsrat meistern Krisen besser. Bei Umbrüchen – ob durch Künstliche Intelligenz oder klimaneutrale Produktion – brauchen Beschäftigte eine verbriefte Stimme. Die Gründung eines Gremiums sei kein Luxus, sondern eine Überlebensstrategie in unsicheren Zeiten.
Gewerkschaften in Startlöchern
Mitgliedsgewerkschaften wie IG Metall und ver.di haben ihre Kampagnen synchronisiert. IG Metall läuft bereits mit „Besser mit Betriebsrat“ – inklusive digitaler Tools und Vor-Ort-Beratung.
Landesverbände melden steigendes Interesse, besonders in Wachstumsbranchen wie Erneuerbare Energien und Tech-Sektor. Im „Jahr der Mitbestimmung 2026“ reihen sich Infoveranstaltungen, Webinare und Konferenzen aneinander. Ziel ist die Ausbildung einer neuen Generation von Betriebsräten, bevor die Wahlphase im März beginnt.
Countdown bis März
Die Intensität der Kampagne wird bis zum Wahlstart am 1. März 2026 noch deutlich zunehmen. Entscheidend ist die Phase bis Februar, in der die Wahlvorstände bestellt werden müssen.
Beobachter messen den Erfolg nicht nur an der Wahlbeteiligung in bestehenden Gremien. Maßgeblich wird sein, wie viele neue Betriebsräte in bisher unerschlossenen Betrieben entstehen. Mit einem gestärkten Rechtsrahmen und wachsendem wirtschaftlichem Druck markiert die DGB-Offensive einen der entschlossensten Vorstöße der letzten Jahre, die betriebliche Demokratie in Deutschland auszuweiten.
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