DGB startet Großoffensive für mehr Betriebsräte
24.01.2026 - 09:53:12Die deutschen Gewerkschaften starten mit einer bundesweiten Kampagne in die heiße Phase der Betriebsratswahlen 2026. Ihr Ziel: Die Mitbestimmung in der digitalen Wirtschaft und in Mittelständen verankern – und sie als Bollwerk gegen politische Polarisierung stärken.
Kampagne gegen die „weißen Flecken“
Ab März wählen Millionen Beschäftigte neue Betriebsräte. Die Gewerkschaften nutzen die Wahlperiode für eine Offensive. Ihr Fokus liegt auf Unternehmen ohne Mitarbeitervertretung – den „weißen Flecken“ der deutschen Wirtschaft. Besonders im Blick: Startups, der Dienstleistungssektor und die Digitalbranche.
„Wir müssen die Mitbestimmung dorthin tragen, wo sie noch nicht angekommen ist“, betonte DGB-Chefin Yasmin Fahimi diese Woche in Berlin. Regionalverbände wie die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen haben ihre Mobilisierung bereits gestartet. Sie bieten Rechtsberatung und „Wahl-Kits“ an.
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Der Aufbau ist einfacher als viele denken: In Betrieben mit mindestens fünf Wahlberechtigten können bereits drei Beschäftigte eine Wahlversammlung einberufen. Das Recht darauf ist gesetzlich geschützt.
Demokratischer Schutzschild in unsicheren Zeiten
Die Gewerkschaften positionieren die Betriebsräte bewusst als demokratisches Gegengewicht. In einer zersplitterten politischen Landschaft sollen sie Stabilität garantieren. Fahimi sieht hier klare Grenzen: „Betriebsräte sind verpflichtet, alle Beschäftigten gleich zu behandeln – unabhängig von Herkunft oder Religion.“
Gegen rechtspopulistische Einflüsse zeigt sie sich gelassen. Die praktische Arbeit vor Ort schaffe natürliche Firewalls gegen spaltende Rhetorik. Die Kampagne setzt auf konkrete Verbesserungen im Arbeitsalltag statt auf ideologische Debatten.
Wirtschaftsfaktor Mitbestimmung
Die Offensive ist auch eine Antwort auf die aktuelle Debatte um Deutschlands Wirtschaftskraft. Fahimi lehnt Forderungen nach Lockerung des Acht-Stunden-Tags oder Sozialkürzungen entschieden ab. Stattdessen propagiert der DGB ein „Bündnis für Arbeit und Innovation“.
Die Gewerkschaften verweisen auf Studien: Unternehmen mit Betriebsräten zahlen oft höhere Löhne, investieren mehr in Ausbildung und meistern Transformationen besser. In Zeiten des Fachkräftemangels werde Mitarbeiterbeteiligung zum Wettbewerbsvorteil.
Vereinfachtes Verfahren als Türöffner
Besonders für kleinere Betriebe mit 5 bis 100 Mitarbeitern setzen die Gewerkschaften auf das vereinfachte Wahlverfahren. Es reduziert bürokratische Hürden und beschleunigt die Gründung. Bei IG Metall-Aktionen in Wolfsburg richtete sich der Appell gezielt an Zulieferer und Tech-Firmen.
Erste Erfolge melden die Verbände bereits: Aus Lieferdiensten und der IT-Branche kommt verstärkt Interesse. Für ängstliche Beschäftigte bieten die Gewerkschaften vertrauliche Hotlines an.
Countdown bis Mai
Ab Februar beginnt die heiße Phase mit der Aufstellung von Wahlvorständen und Kandidatenlisten. Ab 1. März hängen dann tausende Wahlausschreiben in Kantinen und Intranets.
Die Weichen für die nächsten vier Jahre werden jetzt gestellt. Die neu gewählten Gremien verhandeln künftig über Homeoffice-Regeln, KI-Einführung und Restrukturierungen. Für den DGB zählt nicht nur die Wahlbeteiligung, sondern vor allem die Zahl neu gegründeter Betriebsräte. Ihre Überzeugung: Die Antwort auf wirtschaftliche Unsicherheit heißt mehr Demokratie – nicht weniger.
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