DGB Bayern fordert Tarifwende im entscheidenden Jahr 2026
24.01.2026 - 05:15:12Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern erhöht den Druck auf Politik und Arbeitgeber. Auf seiner Bezirkskonferenz forderte der Gewerkschaftsbund eine Stärkung der Tarifbindung und massive Investitionen in die Arbeitswelt der Zukunft. Das Tarifjahr 2026 mit Verhandlungen für rund zehn Millionen Beschäftigte wird zur Nagelprobe.
Kritik an fehlender Tariftreue in Bayern
Der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl zog eine scharfe Bilanz. Er warf der Landesregierung vor, soziale Missstände zu verharmlosen und das Thema Tarifbindung zu ignorieren. Ein zentraler Kritikpunkt: Bayern hat als eines der wenigen Bundesländer weder ein Tariftreue- und Vergabegesetz noch ein Bildungszeitgesetz. Dabei arbeiten im Freistaat mehr als die Hälfte der Beschäftigten ohne den Schutz eines Tarifvertrags.
„In einem der reichsten Bundesländer ist das ein untragbarer Zustand“, so die Gewerkschaftsspitze. Öffentliche Aufträge sollten konsequent nur an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden – eine Forderung, die in anderen Ländern längst Praxis ist.
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Umbruch der Arbeitswelt erfordert klare Strategie
Die Konferenz beschäftigte sich intensiv mit den tiefgreifenden Veränderungen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Der DGB positioniert sich klar gegen einen reinen Arbeitsplatzabbau. Stattdessen fordert er von der Landesregierung einen konkreten Plan, wie die industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze gesichert werden können.
„2026 muss die Wende bringen“, lautete der Appell. Notwendig seien massive Investitionen in Umschulung und Weiterbildung, um den Strukturwandel sozial zu gestalten. Der bayerische Wirtschaftsminister stehe hier in der Pflicht, eine landesweite Strategie vorzulegen.
Größte Tarifrunde seit Jahren steht an
Der bayerische Vorstoß fällt in ein entscheidendes Tarifjahr für ganz Deutschland. 2026 verhandeln die DGB-Gewerkschaften für etwa zehn Millionen Beschäftigte – die größte Tarifrunde seit langem. Die Lage ist bereits angespannt: Im öffentlichen Dienst der Länder begannen die Verhandlungen ohne Angebot der Arbeitgeber, was zu ersten Warnstreiks führte.
Weitere Großrunden folgen: Im Frühjahr geht es um Millionen Beschäftigte im Einzel- sowie Groß- und Außenhandel. Der Höhepunkt kommt im Herbst mit der Tarifrunde für über 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaften pochen auf spürbare Lohnerhöhungen, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen.
Konflikt zwischen Lohnforderungen und Konjunktursorgen
Die Forderungen treffen auf ein angespanntes wirtschaftliches Umfeld. Während die Gewerkschaften auf Kaufkraftstärkung drängen, warnen Arbeitgeber vor Überlastung. Der Handelsverband Deutschland (HDE) verweist auf 60.000 bereits verlorene Arbeitsplätze in der Branche und fürchtet weitere Jobverluste.
Unterstützung erhalten die Gewerkschaften indirekt durch den höheren gesetzlichen Mindestlohn, der besonders in Branchen mit schwacher Tarifbindung zu steigenden Löhnen führt. Der DGB betont jedoch: „Tarifverträge bleiben das bessere Instrument für faire Löhne.“ Er fordert von der Bundesregierung einen überfälligen Aktionsplan zur Stärkung der Tarifbindung.
Wird 2026 zum Jahr der Tarifwende?
Die Signale aus Bayern sind klar: Die Gewerkschaften wollen 2026 zum Wendepunkt machen. Es geht nicht nur um Prozentpunkte bei den Löhnen, sondern um strukturelle Weichenstellungen. Die Forderung nach Tariftreuegesetzen in allen Bundesländern wird lauter.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Konflikt zwischen Lohnforderungen und Konjunktursorgen entschärft werden kann. Die Verhandlungen im Einzelhandel und vor allem in der Metall- und Elektroindustrie werden die Richtung für Jahre vorgeben. Der Druck auf die Politik, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen, wächst mit jedem Warnstreik.
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