DexHand021, Chinesischer

DexHand021 Pro: Chinesischer Roboterhand-Breakthrough auf der CES

07.01.2026 - 22:22:12

DexRobot stellt auf der CES 2026 eine kostengünstige Roboterhand vor, die die Entwicklung von Assistenzrobotern beschleunigen und zum Standardzulieferteil werden könnte.

Eine Roboterhand mit menschlicher Fingerfertigkeit zum Bruchteil des bisherigen Preises: Das chinesische Unternehmen DexRobot hat auf der CES in Las Vegas einen potenziellen Game-Changer für die humanoide Robotik vorgestellt. Die DexHand021 Pro könnte die Kosten für präzise Greifsysteme radikal senken und so die Entwicklung von Assistenzrobotern beschleunigen – ein Feld, in dem auch deutsche Konzerne wie Siemens oder Volkswagen massiv investieren.

Preisrevolution für präzise Greifer

Der Kern der Ankündigung ist eine aggressive Preispolitik. DexRobot gibt die Kosten für die DexHand021 Pro mit nur etwa einem Fünftel vergleichbarer Systeme an. Bislang bewegten sich hochdextre Roboterhände in einer Preisspanne von 14.000 bis 28.000 US-Dollar. Diese Kostenschwelle hat den Einsatz humanoider Roboter in Industrie und Forschung stark gebremst. Das chinesische Unternehmen zielt nun genau auf diese Marktlücke.

Technisch soll die Hand mit 22 Freiheitsgraden die Beweglichkeit der menschlichen Hand nachbilden. Ein proprietäres „Dual-Tendon“-Antriebssystem ermöglicht laut Hersteller unabhängige Beuge-, Streck- und Seitwärtsbewegungen. Die maximale Traglast liegt bei 50 Newton – ausreichend für viele feinmotorische Aufgaben in der Montage oder Logistik.

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Geschlossener Kreislauf aus Daten und Hardware

Besonders bemerkenswert ist der ganzheitliche Ansatz. DexRobot stellt nicht nur die Hardware vor, sondern ein komplettes Ökosystem. Parallel zur Hand präsentierte das Unternehmen das DexCap Exoskeleton, ein Datenerfassungssystem für menschliche Armbewegungen.

Die Strategie: Das Exoskeleton zeichnet präzise Manipulationsdaten des Menschen auf. Diese Daten trainieren KI-Modelle, die wiederum auf der Roboterhand ausgeführt werden. Dieser geschlossene Kreislauf soll das fundamentale Problem mangelnder Trainingsdaten für allgemeine Roboter lösen. Die Kompatibilität mit dem weit verbreiteten Robot Operating System (ROS) erleichtert die Integration in bestehende Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Haltbar genug für den Fabrikalltag?

Dauerhaftigkeit ist der kritische Test für jede Industrierobotik. DexRobot gibt an, die Hand über 300.000 Haltbarkeitszyklen getestet zu haben. Diese Zahl suggeriert, dass die Komponente für den kontinuierlichen Einsatz in Produktionsumgebungen taugt – und nicht nur für Labordemonstrationen.

Ein vollflächiges Sensornetz in der Handfläche ermöglicht millisekundenschnelles taktiles Feedback. Eine integrierte Edge-KI verarbeitet diese Daten direkt am Gerät. Das ist entscheidend für „blinde“ Greifvorgänge, bei denen Sichtverbindungen blockiert sind. Die Hand kann so wie ein Mensch den Griff anpassen, indem sie fühlt.

Chinesische Offensive in der Robotik

Die Vorstellung auf der CES 2026 unterstreicht einen größeren Trend. Chinesische Roboterfirmen wenden die Strategie der Consumer-Electronics-Branche an: schnelle Iteration, Massenproduktion und drastische Preisreduzierung. Der Nordflügel der Messe in Las Vegas war in diesem Jahr auffällig stark von chinesischen Startups im Humanoid-Bereich dominiert.

Damit positioniert sich DexRobot nicht als direkter Konkurrent zu vollständigen humanoiden Plattformen von Boston Dynamics oder Tesla. Stattdessen könnte das Unternehmen zum Zulieferer für eine „Standardhand“ werden – eine kritische Komponente für alle Hersteller, die keine eigenen Greifsysteme entwickeln wollen.

Wird die Versprechung zur Realität?

Die entscheidende Frage bleibt: Kann DexRobot die versprochene Leistung auch in der Serienfertigung halten? Sollte das gelingen, könnte 2026 das Jahr werden, in dem geschickte Manipulation vom teuren Forschungsobjekt zur bezahlbaren Standardkomponente wird. Das Unternehmen kündigte bereits eine günstigere Drei-Finger-Variante (DexHand021 S) für weniger komplexe Anwendungen an.

Für die deutsche Industrie, die auf Automatisierung und Industrie 4.0 setzt, sind solche Fortschritte hochrelevant. Günstigere, robuste und lernfähige Roboterhände könnten den Einsatz von Robotern in Bereichen wie der Kleinteilemontage, der Logistik oder der Pflege deutlich voranbringen. Der Wettlauf um die beste „Hand“ hat gerade erst begonnen.

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