Deutscher, Immobilienmarkt

Deutscher Immobilienmarkt startet 2026 mit gemischten Signalen

17.01.2026 - 06:12:12

Der deutsche Wohnungsmarkt sucht ein neues Gleichgewicht. Bauzinsen bleiben hoch, Genehmigungen steigen, doch Rekord-Wohnungsmangel und Kosten bremsen die Erholung.

Der deutsche Immobilienmarkt startet mit gemischten Signalen ins neue Jahr. Während Bauzinsen sich stabilisieren und mehr Genehmigungen erteilt werden, bleiben hohe Kosten und ein massiver Wohnraummangel die größten Probleme.

Bauzinsen bieten Planungssicherheit – auf hohem Niveau

Die Zinsen für Baufinanzierungen bewegen sich derzeit auf einem stabilen, aber erhöhten Niveau. Nach den turbulenten Anstiegen der Vorjahre pendeln sich die Zinsen für zehnjährige Darlehen meist zwischen 3,1 und 3,9 Prozent ein. Diese relative Stabilität bietet Bauträgern und privaten Käufern mehr Planungssicherheit. Doch das hohe Niveau dämpft weiterhin die Nachfrage und stellt die Rentabilität vieler Neubauprojekte auf die Probe. Experten halten deutliche Zinssenkungen kurzfristig für unwahrscheinlich.

Mehr Genehmigungen, aber schlechte Stimmung

Ein Lichtblick sind die steigenden Zahlen bei den Baugenehmigungen. Das Statistische Bundesamt verzeichnete zuletzt ein Wachstum – ein wichtiger Frühindikator für künftige Bautätigkeit. In der Stimmung der Bauunternehmen schlägt sich dieser Trend jedoch nicht nieder. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau hat sich laut ifo Institut sogar leicht eingetrübt. Fast die Hälfte der Unternehmen berichtet von zu wenigen Aufträgen.

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  • Kosten bleiben hoch: Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) rechnet 2026 mit einem moderaten Baukosten-Anstieg von 2,5 Prozent.
  • Wohnungsmangel spitzt sich zu: Eine Studie des Pestel-Instituts beziffert das Wohnungsdefizit auf einen Rekord von 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders in Metropolen fehlt bezahlbarer Raum.

Regionale Unterschiede und ein Blick nach Wien

Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. In 13 der 15 größten deutschen Städte stiegen die Angebotspreise für Bestandswohnungen zuletzt an, angeführt von München und Hamburg. Bei Einfamilienhäusern gaben die Preise in teuren Städten wie München und Stuttgart hingegen leicht nach.

Ein Blick nach Österreich zeigt einen anderen Ansatz. In Wien prägen große Neubauprojekte wie der DC Tower 2 das Stadtbild. Die Hauptstadt profitiert von einer traditionell starken kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft, die den Markt stabilisiert.

2026: Ein Jahr der Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Experten sehen 2026 als ein Jahr, in dem der Markt ein neues Gleichgewicht sucht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert erstmals seit vier Jahren wieder ein leichtes Wachstum des Bauvolumens von etwa zwei Prozent. Die Bundesregierung versucht mit Initiativen wie dem “Bau-Turbo”, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Viele Unternehmen rechnen jedoch erst für 2027 oder 2028 mit spürbaren Effekten.

Die zentralen Fragen für die weitere Entwicklung bleiben: Wie entwickelt sich die Zinspolitik der EZB? Können die Baukosten weiter gebremst werden? Und wirken die politischen Förderinstrumente? Eine Trendwende, die das politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr realistisch macht, ist auch 2026 nicht in Sicht.

@ boerse-global.de