Deutsche Rentenversicherung startet Offensive für Selbstständige
04.02.2026 - 02:10:12Selbstständige müssen ihre Altersvorsorge 2026 dringend anpassen. Neue Gesetze erhöhen den Druck, während die Politik über eine Versicherungspflicht debattiert. Die Deutsche Rentenversicherung reagiert jetzt mit gezielten Informationsangeboten.
Neue Pflichtvorträge für Unternehmer
Als direkte Antwort auf den wachsenden Beratungsbedarf hat die Deutsche Rentenversicherung eine Reihe kostenloser Online-Vorträge für Februar angekündigt. Im Fokus steht das spezielle Angebot „Selbstständig? Richtig und gut rentenversichert!“, das sich gezielt an Unternehmer, Freiberufler und Gründer richtet. Hintergrund ist die gestiegene Komplexität durch gesetzliche Neuregelungen, die seit dem 1. Januar 2026 in Kraft sind. Die Vorträge sollen Klarheit über die Möglichkeiten schaffen – von der freiwilligen gesetzlichen Versicherung bis zu privaten Modellen.
Höhere Beiträge durch neue Bezugsgröße
Eine der zentralen finanziellen Änderungen betrifft die Bezugsgröße in der Sozialversicherung. Sie wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst und ist maßgeblich für die Berechnung der Rentenbeiträge. Für 2026 bedeutet ein Anstieg dieser Größe höhere Mindest- und Höchstbeiträge für alle Selbstständigen, die im gesetzlichen System pflicht- oder freiwillig versichert sind. Diese steigenden Fixkosten müssen Unternehmer in ihrer Liquiditätsplanung berücksichtigen, um die langfristige Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells nicht zu gefährden.
Steigende Rentenbeiträge und höhere Mindestbeiträge drücken 2026 auf Ihre Liquidität. Viele Selbstständige übersehen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen Sie sofort Mittel freisetzen können. Der kostenlose 19-seitige Leitfaden „Abschreibung von A‑Z“ erklärt praxisnah, welche Abschreibungen, Sonder- und degressive AfA-Regeln Sie nutzen sollten, gibt konkrete Beispiele und Praxis‑Vorlagen und zeigt, wie Sie Steuerzahlungen reduzieren, um Mittel für die Altersvorsorge zu sichern. Ideal für Unternehmer, Freiberufler und Gründer. Jetzt Abschreibungs-Leitfaden sichern
„Aktivrente“ benachteiligt Selbstständige
Besonders stößt eine weitere Neuregelung auf Kritik: die eingeführte „Aktivrente“. Sie soll angestellten Fachkräften, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, steuerfreie Zuverdienste ermöglichen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Doch Selbstständige und Freiberufler sind von dieser Förderung explizit ausgenommen. Diese Ungleichbehandlung bedeutet für viele erfahrene Unternehmer eine verpasste Chance. Während Angestellte gefördert werden, fehlt ein vergleichbarer Anreiz für Inhaber, die oft ebenfalls länger aktiv bleiben.
Droht eine allgemeine Versicherungspflicht?
Die aktuellen Anpassungen finden vor dem Hintergrund einer langjährigen politischen Debatte statt. Im Raum steht die Einführung einer allgemeinen Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen, um Altersarmut vorzubeugen. Obwohl Regierungskommissionen das Thema im Zuge der großen Rentenreform prüfen, gibt es noch keinen Gesetzesentwurf. Diese Unsicherheit erhöht den Handlungsdruck. Experten raten daher, nicht auf politische Entscheidungen zu warten, sondern die private Vorsorge jetzt proaktiv als Teil der Unternehmensführung anzugehen. Die Wahl zwischen Rürup-Rente, kapitalmarktbasierten Produkten oder der freiwilligen gesetzlichen Versicherung will gut überlegt sein.


