Jenoptik erwartet Rückkehr zu Wachstum - Rechenzentren sollen stützen
13.02.2026 - 10:20:38Der Umsatz soll steigen und die Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sich wieder verbessern, teilte das Unternehmen am Freitag nach der Vorlage vorläufiger Jahreszahlen in Jena mit. Für die wichtige Halbleiteranlagenindustrie erwartet Jenoptik dabei eine grundsätzlich positive Entwicklung - unter anderem wegen der angekündigten massiven Investitionen in Rechenzentren.
Die im Kleinwertesegment SDax DE0009653386 notierte Aktie knickte im frühen Handel zunächst deutlich ein, konnte das Minus aber rasch reduzieren. Zuletzt betrug der Verlust noch 2,5 Prozent. Bereits am Vortag hatte sie im Zuge der Schwäche von Technologieaktien um mehr als ein Prozent nachgegeben. Das Papier ist jedoch in den vergangenen Monaten robust gelaufen und zahlt nun dieser Rally Tribut. So legte der Kurs im laufenden Jahr um mehr als Drittel zu, in den vergangenen 12 Monaten lag das Plus bei rund einem Fünftel.
Der Auftragseingang habe im vierten Quartal enttäuscht, bemerkte Malte Schaumann von Warburg Research. Nachdem die Aktien zuletzt stark vom Auftragseingang des Chipausrüsters ASML NL0010273215 profitiert hatten, ist ein Rückschlag daher für ihn nicht überraschend. Die Jenaer hätten schwache Zahlen für das Schlussquartal veröffentlicht, aber einen positiven Ausblick gegeben, notierte Henrik Paganetty vom Analysehaus Jefferies.
Im vergangenen Jahr hatte der Konzern eine schwächere Nachfrage aus der Chip- sowie der Automobilindustrie zu spüren bekommen. Dabei stabilisierte sich das Halbleiteranlagengeschäft in der zweiten Jahreshälfte, wie Jenoptik berichtete. Insgesamt gingen die Auftragseingänge 2025 um etwa drei Prozent auf nahe eine Milliarde Euro zurück. Der Umsatz sank vorläufigen Berechnungen zufolge um circa sechs Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) nahm um etwa 13 Prozent auf 192 Millionen Euro ab, die entsprechende Marge verschlechterte sich um 1,5 Prozentpunkte auf rund 18,4 Prozent. Die Zahlen fielen leicht schwächer aus als erwartet.
"Jenoptik hat sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld im Jahr 2025 gut behauptet", bilanzierte der Vorstandsvorsitzende Stefan Traeger. Trotz eines rückläufigen Umsatzes habe das Unternehmen seine Profitabilität aufgrund ergriffener Kostensenkungsmaßnahmen auf gutem Niveau halten können und die Nettoverschuldung weiter deutlich reduziert.
Einen ausführlichen Ausblick sowie Details zu den Zahlen will Jenoptik am 25. März vorlegen.
Jenoptik gehört mit weltweit knapp 4.500 Mitarbeitern zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Laser und Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung.
@ dpa.de
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