Bundesrechnungshof zweifelt an Wirkung von Sondervermögen fĂŒr LĂ€nder
09.09.2025 - 13:38:16Es bestehe das Risiko, dass das beabsichtigte Mehr an Infrastrukturinvestitionen in den LĂ€ndern ausbleibe, schreibt der Rechnungshof in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Der Bund verzichte auf wesentliche Stellschrauben fĂŒr den Erfolg des Gesetzes, heiĂt es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zuerst hatte der "Spiegel" darĂŒber berichtet.
Bundestag und Bundesrat hatten ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz beschlossen. Davon sollen 100 Milliarden Euro an die LĂ€nder gehen. Ein Referentenentwurf des Finanzministeriums Anfang Juni sah vor, dass mindestens 60 Prozent der Gelder fĂŒr die LĂ€nder an die Kommunen geht. Diese Quote tauchte aber in dem vom Kabinett beschlossenen Entwurf nicht mehr auf. Der Rechnungshof kritisiert dies.
Rechnungshof: Mindestvorgaben fehlen
In dem Bericht des Rechnungshofs heiĂt es, der Gesetzentwurf lasse Mindestvorgaben vermissen: Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit sei unzureichend verankert. Investitionen, die nicht wirtschaftlich seien, könnten vom Bund nicht von der Förderung ausgeschlossen werden. Haushaltsrechtlich vorgeschriebenen Erfolgskontrollen sowie die dafĂŒr notwendigen konkretisierten Gesetzesziele fehlten.
Damit die Bundesmittel gröĂtmögliche Wirkung entfalten, sei es erforderlich, dass dadurch die Investitionen der LĂ€nder erhöht wĂŒrden. "Es ist zu gewĂ€hrleisten, dass die Bundesmittel zu zusĂ€tzlichen Investitionen fĂŒhren, die wirtschaftlich, nachhaltig und zielgerichtet sind."
Angemessene Kontroll- und RĂŒckforderungsmechanismen des Bundes seien dabei unverzichtbar, so der Rechnungshof. "Ohne die Festschreibung dieser elementaren Grundbedingungen und verfassungsrechtlich gebotenen Mindestvorgaben ist der Gesetzentwurf mit Blick auf die gesamtstaatliche Zielerreichung substanzlos."
Der Linken-Haushaltspolitiker Dietmar Bartsch sagte, das Sondervermögen drohe "zur gröĂten EnttĂ€uschung des nĂ€chsten Jahrzehnts zu werden". Es sei schlecht vorbereitet und falsch dimensioniert. Die Bundesregierung mache gigantische neue Schulden. "Mit diesem Geld muss verantwortungsvoll, sorgfĂ€ltig und zukunftsorientiert investiert werden - dafĂŒr braucht es klare Kontrollmechanismen", forderte Bartsch.

