Demenz, Ernährung

Demenz: So gelingt die Ernährung trotz Gedächtnisverlust

24.01.2026 - 01:31:12

Ernährungsprobleme bei Demenz sind häufig und belastend. Der Artikel stellt konkrete Strategien vor, um Mangelernährung zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Ernährungsprobleme sind eine häufige und belastende Begleiterscheinung von Demenz. Sie erhöhen das Risiko für Mangelernährung und verschlechtern den Allgemeinzustand. Für pflegende Angehörige wird die Versorgung zur täglichen Herausforderung. Diese praktischen Strategien helfen.

Warum Essen und Trinken zum Problem werden

Die Gründe sind vielfältig. Oft geht das Gefühl für Hunger und Durst einfach verloren – oder die Betroffenen vergessen schlichtweg, zu essen. Hinzu kommen kognitive Hürden: Sie erkennen Lebensmittel nicht mehr oder wissen nicht, wie man Besteck benutzt. Auch der Geschmacks- und Geruchssinn verändert sich. Viele entwickeln eine starke Vorliebe für Süßes. Im fortgeschrittenen Stadium machen zudem Kau- und Schluckstörungen die Nahrungsaufnahme schmerzhaft und gefährlich.

Praktische Tipps für den Alltag

Geduld und eine ruhige Umgebung sind der Schlüssel. Feste Mahlzeiten geben Struktur. Visuelle Reize helfen: Buntes Geschirr verbessert den Kontrast zum Essen. Der Geruch von frisch Gekochtem kann den Appetit anregen. Wichtig ist, die Selbstständigkeit zu erhalten.

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  • Fingerfood ermöglicht das Essen ohne Besteck.
  • Vorgeschnittenes Essen erleichtert die Mahlzeit bei motorischen Schwierigkeiten.
  • Druck auszuüben, schadet meist – geben Sie stattdessen genügend Zeit.

So werden Mahlzeiten nährstoffreich

Da oft nur kleine Portionen gegessen werden, muss jedes Bissen zählen. Die Speisen sollten besonders energiereich sein. Eine einfache Methode ist die Anreicherung mit hochwertigen Fetten wie Butter, Sahne oder pflanzlichen Ölen. Das ist vor allem bei Menschen mit hohem Bewegungsdrang wichtig. Nährstoffreiche Zwischenmahlzeiten wie Joghurt, Obst oder Säfte schließen Lücken. Die Vorliebe für Süßes sollte man nicht mit Zucker, sondern besser mit süßem Obst stillen.

Die größte Hürde: Ausreichend trinken

Ein vermindertes Durstgefühl führt schnell zu Dehydration. Diese verstärkt Verwirrtheit und Schwindel. Getränke müssen immer in Sicht- und Reichweite stehen. Feste Rituale helfen: ein Glas Wasser zu jeder Mahlzeit. Abwechslung steigert die Akzeptanz:
* Tees
* Saftschorlen
* Suppen

Bei Schluckbeschwerden können Getränke angedickt werden. Ein Trinkprotokoll gibt Sicherheit über die tägliche Menge.

Essen ist mehr als reine Nahrungsaufnahme

Gemeinsame Mahlzeiten bieten soziale Interaktion und ein Stück Normalität. Einfache Aufgaben wie Tischdecken stärken das Selbstwertgefühl. Studien deuten darauf hin, dass eine mediterran orientierte Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Fetten die Hirngesundheit unterstützen kann. Im Krankheitsverlauf steht jedoch die Vermeidung von Gewichtsverlust im Vordergrund.

Neue Wege für individuelle Bedürfnisse

Die Forschung sucht nach maßgeschneiderten Lösungen. Konzepte wie “Eat by Walking” gewinnen an Bedeutung: Dabei erhalten Menschen mit starkem Bewegungsdrang kleine, handliche Mahlzeiten zum Mitnehmen. Die Rolle von Ernährungsberatern wird immer wichtiger, um Angehörige zu unterstützen. Das Ziel ist klar: Durch die richtige Strategie lässt sich nicht nur der körperliche Zustand stabilisieren, sondern auch die Lebensqualität aller Beteiligten verbessern.

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