Demenz: 45 Prozent der Fälle könnten verhindert werden
11.02.2026 - 01:46:11Eine internationale Expertenkommission macht Hoffnung: Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen sind potenziell vermeidbar. Der Schlüssel liegt in der Bekämpfung von 14 beeinflussbaren Risikofaktoren. Diese Erkenntnis stellt das Verständnis der Krankheit auf den Kopf und rückt Prävention in den Mittelpunkt.
Für Deutschland konkretisiert eine nova Studie die Zahlen. Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Harvard Medical School kommen zu dem Ergebnis, dass hierzulande etwa 36 Prozent der Demenzfälle auf modifizierbare Faktoren zurückgehen. Angesichts von rund 1,8 Millionen Betroffenen unterstreicht das die immense Bedeutung von Vorbeugung.
Die 14 Risikofaktoren – von der Kindheit bis ins Alter
Die von der renommierten Lancet-Kommission identifizierten Risiken erstrecken sich über die gesamte Lebensspanne:
* Frühes Leben: Geringe Bildung.
* Mittleres Alter (45-65 Jahre): Bluthochdruck, Übergewicht, unbehandelter Hörverlust, übermäßiger Alkoholkonsum, Kopfverletzungen.
* Späteres Leben: Rauchen, Depressionen, soziale Isolation, körperliche Inaktivität, Diabetes.
* Neuere Ergänzungen: Luftverschmutzung, hohe Cholesterinwerte, unbehandelter Sehverlust im Alter.
Besonders schwer wiegen dabei Schwerhörigkeit, ein niedriges Bildungsniveau und Rauchen.
Deutschland: Wo liegt das größte Potenzial?
Die aktuelle Studie, basierend auf Daten des Deutschen Alterssurveys 2023, zeigt ein präzises Bild. Für die deutsche Bevölkerung sind vor allem diese Faktoren relevant:
* Depressionen
* Schwerhörigkeit
* Niedriges Bildungsniveau
* Übergewicht
* Diabetes
Die Forschenden betonen, dass Prävention gezielt dort ansetzen muss, wo Risiken gehäuft auftreten. Die Potenziale sind enorm: Schon eine Reduktion der Risikofaktoren um 15 Prozent bis 2050 könnte etwa 170.000 Neuerkrankungen verhindern. Bei 30 Prozent Reduktion wären es sogar über 330.000 Fälle.
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So sieht konkrete Vorbeugung aus
Die Wissenschaft liefert klare Handlungsempfehlungen für den Alltag. Ein ganzheitlicher Ansatz ist entscheidend:
* Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität wie Laufen oder Schwimmen.
* Ernährung: Eine ausgewogene, „hirngesunde“ Kost, reich an Gemüse, Beeren und Fisch (z.B. MIND-Diät).
* Geistige Fitness: Lesen, neue Fähigkeiten lernen und soziale Kontakte pflegen.
* Gesundheitsvorsorge: Konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen.
* Hören: Das Tragen von Hörgeräten bei Schwerhörigkeit senkt das Risiko und beugt sozialer Isolation vor.
Politik muss Rahmen setzen
Die Erkenntnisse bedeuten einen Paradigmenwechsel: Demenz ist kein reines Schicksal, sondern teilweise vermeidbar. Das stärkt die Eigenverantwortung, legt aber auch Verantwortung in die Hände der Politik. Rahmenbedingungen für einen gesunden Lebensstil – von Bildung über Gesundheitsversorgung bis zu sauberer Luft – werden essenziell.
In Deutschland reagiert die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung auf diesen Handlungsbedarf. Die bis 2026 laufende Strategie bündelt über 160 Maßnahmen von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um die Lebenssituation Betroffener zu verbessern.
Ohne entscheidende Fortschritte könnte die Zahl der Demenzerkrankten hierzulande bis 2050 auf 2,7 Millionen steigen. Die konsequente Prävention durch Lebensstil und politische Maßnahmen bietet die realistische Chance, diesen Trend zu bremsen und Hunderttausenden ein Leben in geistiger Gesundheit zu erhalten.
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