Deloitte Legal warnt: KI-Einsatz bringt persönliche Haftung für Vorstände
21.01.2026 - 03:03:12Die rasante Einführung von Künstlicher Intelligenz in deutsche Unternehmen stellt Geschäftsführer und Vorstände vor ein neues, persönliches Haftungsrisiko. Genau dieser Gefahr widmet sich heute ein zentraler Webcast der Kanzlei Deloitte Legal.
Um 11:00 Uhr startet die Online-Veranstaltung „Haftung von Geschäftsleitern im Zusammenhang mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz“. Ziel ist es, Entscheidungsträger in Aufsichtsräten und Vorständen angesichts des regulatorischen Drucks durch den EU AI Act und die DSGVO zu schulen. Geleitet wird der Webcast von den Deloitte-Experten Dr. Till Contzen und Dr. Volker Schulenburg.
Ein regulatorisches Minenfeld für Führungskräfte
Im Fokus steht das komplexe und sich schnell wandelnde regulatorische Umfeld. Der neue EU-KI-Gesetzentwurf führt eine risikobasierte Regulierung ein und stellt strenge Anforderungen an Hochrisiko-Anwendungen, wie sie in Unternehmen üblich sind. Die Überschneidung mit der Datenschutz-Grundverordnung verschärft die Lage zusätzlich.
Passend zum Thema EU‑KI‑Verordnung: Seit August 2024 gelten für Unternehmen neue Pflichten — von Risikoklassifizierung über Kennzeichnung bis zu umfassender Dokumentation. Wer diese Vorgaben ignoriert, riskiert Bußgelder und im schlimmsten Fall persönliche Haftung. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Schritte Vorstände jetzt ergreifen müssen, welche Nachweise zu führen sind und wie Sie Ihre KI‑Systeme richtig klassifizieren. KI‑Umsetzungsleitfaden jetzt kostenlos herunterladen
Unzureichende KI-Governance, mangelhafte Dokumentation oder fehlende Kontrollmechanismen können Geschäftsführer persönlich haftbar machen. Aus einem Technologieprojekt wird so schnell ein existenzielles Risiko für das Unternehmen und die verantwortliche Person.
Wann haften Vorstände persönlich?
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung sind konkrete Haftungsszenarien. Die Integration von KI in Kernprozesse – von automatisierten Einstellungsentscheidungen bis zum Kredit-Scoring – verwischt traditionelle Verantwortungsgrenzen. Die Experten werden beleuchten, wo die Delegation an automatisierte Systeme endet und die letztendliche Verantwortung der Führungsebene beginnt.
Dabei stellen sich drängende Fragen: Über welches Technikverständnis muss ein Vorstand verfügen? Wie kann man einen „Blackbox“-Algorithmus effektiv überwachen? Und was gilt als ausreichende Sorgfaltspflicht bei der Nutzung von KI-Drittlösungen?
Proaktive Compliance als Schutzschild
Der Webcast soll nicht nur Risiken benennen, sondern auch konkrete Handlungsstrategien liefern. Erwartet werden Best Practices für den Aufbau robuster KI-Governance-Strukturen, transparenter Dokumentationsprozesse und wirksamer Kontrollmechanismen.
Eine proaktive Herangehensweise ist entscheidend. Dazu gehören umfassende Risikobewertungen, klare Verantwortungszuweisungen und eine Unternehmenskultur, die ethische und rechtliche Aspekte der KI priorisiert. Für Teilnehmer geht es darum, eine verteidigungsfähige Position gegenüber möglichen regulatorischen Herausforderungen aufzubauen.
KI-Dilemma: Innovation versus Regulierung
Die Timing der Veranstaltung ist brisant. Deutsche Unternehmen stehen unter enormem Innovationsdruck, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig hinken die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen der Technologieentwicklung hinterher.
Diese Lücke erzeugt erhebliche Unsicherheit für Führungskräfte. Wer trägt die Verantwortung, wenn eine KI versagt – bei einem Datenschutzverstoß, einer diskriminierenden Entscheidung oder einer finanziellen Fehlkalkulation? Die Veranstaltung spiegelt eine breitere Branchendiskussion über die Anpassung von Corporate-Governance-Modellen an das digitale Zeitalter wider.
Neue Sorgfaltspflichten für das digitale Zeitalter
Die Botschaft ist klar: Die Standards für die Sorgfaltspflicht von Geschäftsführern werden sich erweitern. Künftig wird ein fundiertes Verständnis von KI-Risiken und -Governance dazugehören. Unwissenheit über die technologischen und rechtlichen Nuancen wird kein akzeptables Verteidigungsargument mehr sein.
Führungskräfte müssen nachweisen können, dass sie aktiv Schritte unternommen haben, um die Risiken der von ihnen genutzten KI-Systeme zu verstehen, zu überwachen und zu mindern. Die im Anschluss geplante Fragerunde mit den Experten bietet die Gelegenheit, individuelle Unsicherheiten direkt anzusprechen. Die heute diskutierten Grundsätze dürften in den kommenden Jahren zur Richtschnur für Compliance-Programme in Deutschland und der gesamten EU werden.
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