Dell und IDC warnen vor massiven PC-Preiserhöhungen bis zu 30 Prozent
13.01.2026 - 21:30:12Die Preise für PCs steigen dramatisch – angetrieben durch eine globale KI-bedingte Speicherkrise. Marktführer Dell und die Analysefirma IDC signalisieren bevorstehende Aufschläge von bis zu 30 Prozent für bestimmte Konfigurationen. Diese Entwicklung beendet eine Ära günstiger Hardware und wird den Markt 2026 grundlegend verändern.
Der Haupttreiber für die drohenden Preissprünge ist ein struktureller Wandel auf dem Halbleitermarkt. Die enorme Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren zwingt Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron, ihre Kapazitäten von konventionellem DRAM und NAND-Flash-Speicher für PCs abzuziehen. Diese strategische Neuausrichtung auf profitablere KI-Komponenten hat einen schweren Versorgungsengpass ausgelöst. Bei einigen DRAM-Bauteilen sind die Preise im Jahresvergleich bereits um über 70 Prozent gestiegen. Es handelt sich nicht um ein vorübergehendes Lieferkettenproblem, sondern um eine fundamentale Ressourcen-Umverteilung, die bis weit in das Jahr 2027 hineinwirken wird. Die Lage verschärft sich durch den Trend zu „AI-PCs“, die für lokale Sprachmodelle mehr Arbeitsspeicher benötigen. Der Microsoft Copilot+-Standard schreibt bereits mindestens 16 GB RAM vor.
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Dell passt Preise an – Druck auf gesamte Branche
Dell Technologies reagiert als einer der ersten Hersteller auf die explodierenden Komponentenkosten. Bereits Ende 2025 wurden Preissteigerungen zwischen 10 und 30 Prozent für einige Geschäfts-Laptops, Desktop-PCs und Monitore gemeldet. Auch andere große OEMs wie HP, Lenovo, Acer und Asus haben Kunden bereits Aufschläge von 15 bis 20 Prozent für Systeme angekündigt, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden. Der Chief Operating Officer von Dell soll die Geschwindigkeit des Speicherkosten-Anstiegs als beispiellos bezeichnet haben. Die Preisanpassungen spiegeln direkt die höheren Materialkosten wider, denn Speicher kann bis zu 18 Prozent der Gesamtkosten eines PCs ausmachen. Besonders betroffen sind Konfigurationen mit viel RAM: Ein Aufrüstkit auf 128 GB könnte pro System über 700 Euro mehr kosten.
IDC prognostiziert Marktkontraktion und veränderte Dynamik
Die Marktforschungsfirma IDC bestätigt die Warnungen der Hersteller und sagt erhebliche Marktverwerfungen voraus. In einem pessimistischen Szenario könnte der gesamte PC-Markt 2026 aufgrund der Lieferengpässe und Preiserhöhungen um bis zu 8,9 Prozent schrumpfen. IDC rechnet im Marktdurchschnitt mit einem moderateren durchschnittlichen Verkaufspreisanstieg von bis zu 8 Prozent, berichtet aber gleichzeitig von den drastischeren 15- bis 20-prozentigen Aufschlägen der großen Anbieter. Die Timing-Probleme sind fatal: Die Knappheit trifft auf den Windows-10-Ausmusterungszyklus und schafft so ein „perfektes Sturm“-Szenario. Analysten gehen davon aus, dass kleinere lokale PC-Zusammenbauer und der DIY-Markt besonders leiden werden. Große OEMs wie Dell könnten hingegen ihre Marktmacht nutzen, um sich einen größeren Anteil der knappen Komponenten zu sichern.
Ende einer Ära: Deflation bei Hardwarekosten vorbei
Die bevorstehenden Preiserhöhungen markieren eine Zeitenwende. Jahrzehntelang gewöhnten sich Verbraucher und Unternehmen daran, dass Technologie leistungsfähiger und gleichzeitig günstiger wird. Die aktuelle, vom KI-Boom befeuerte Speicherkrise kehrt diese Erwartung nun um. Der starke Anstieg der PC-Auslieferungen im vierten Quartal 2025 – ein Plus von 9,6 Prozent im Jahresvergleich – wurde laut Berichten bereits durch Käufer befeuert, die ihre Bestände vor den angekündigten Preiserhöhungen aufstocken wollten. Die Situation wird durch den schleppenden Umstieg von Windows 10 auf Windows 11 zusätzlich verkompliziert. Einige Hersteller könnten nun gezwungen sein, neue PC-Modelle mit reduzierter Speicherausstattung zu verkaufen, um die Preisgestaltung stabil zu halten – was auf Kosten der Nutzererfahrung gehen würde.
Ausblick: Wie geht es in einem teureren Markt weiter?
Der PC-Markt steht vor einer Phase anhaltend hoher Kosten und Volatilität. Die von Dell und anderen signalisierten Preiserhöhungen werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2026 voll durchschlagen. Da die Speicherknappheit voraussichtlich anhält, dürften diese hohen Preise kein vorübergehendes Phänomen sein. Für Verbraucher bedeutet das: Das Warten auf ein Schnäppchen könnte sich als Fehlstrategie erweisen. Experten raten, lieber früher als später zu kaufen. Unternehmen müssen ihre IT-Budgets für teurere Hardware-Refresh-Zyklen neu kalkulieren. Die Branche steht vor der doppelten Herausforderung, ein schwieriges, von Lieferengpässen geprägtes Umfeld zu managen und gleichzeitig den Übergang zu KI-PCs der nächsten Generation zu fördern – eine Aufgabe, die noch schwieriger wird, wenn die Kernkomponenten für beides im Mittelpunkt eines globalen Verteilungskampfes stehen.


