Deepfake-Betrüger, Promi-Stimmen

Deepfake-Betrüger locken mit Promi-Stimmen in WhatsApp-Gruppen

29.12.2025 - 00:00:12

KI-generierte Video- und Sprachnachrichten täuschen Nutzer in geschlossenen Chats. Die Betrugswelle hat nach Weihnachten massiv zugenommen.

Eine neue Dimension der Cyberkriminalität überrollt den deutschsprachigen Raum. Kriminelle nutzen hochwertige Deepfake-Technologie, um mit den Gesichtern und Stimmen bekannter Persönlichkeiten ahnungslose Nutzer in betrügerische WhatsApp-Gruppen zu locken. Experten warnen vor einer alarmierenden Zunahme dieser Masche in den Tagen nach den Weihnachtsfeiertagen. Was als exklusiver Investment-Tipp beginnt, endet oft mit dem Verlust von Geld und Daten.

Das Vorgehen der Täter ist mehrstufig und nutzt gezielt die Mechanismen sozialer Netzwerke aus. Der Erstkontakt erfolgt meist über gesponserte Beiträge auf Plattformen wie Facebook oder TikTok. Kurze Videoclips zeigen vermeintliche Prominente – von Nachrichtensprechern bis zu Unternehmern –, die über eine “einmalige Gelegenheit” sprechen. Dank KI-gestützter Voice-Cloning– und Video-Technologie wirken die Botschaften täuschend echt.

Klickt ein Nutzer auf die Anzeige, landet er nicht auf einer Webseite, sondern wird direkt in eine geschlossene WhatsApp-Gruppe eingeladen. Namen wie “Investoren-Zirkel DACH” oder “Krypto-Strategie [Prominentenname]” sollen Seriosität vortäuschen. In den Gruppen selbst bauen die Betrüger die Illusion der Exklusivität systematisch auf: Regelmäßig werden “persönliche” KI-generierte Sprachnachrichten oder Videobotschaften des Prominenten gepostet, die sogar auf aktuelle Wirtschaftsnachrichten Bezug nehmen.

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Zusätzlich sorgen Dutzende gesteuerte Fake-Profile, so genannte Jubel-Accounts, für sozialen Druck. Sie berichten von angeblichen Gewinnen und bestärken die echten Opfer in ihrem vermeintlichen Glück.

Banken und Behörden warnen vor Anstieg der Betrugsfälle

Die Lage hat sich über die Feiertage zugespitzt. Bankenverbände in Deutschland und Österreich melden einen signifikanten Anstieg verdächtiger Transaktionen, die auf Social Engineering zurückgehen. Die Täter nutzen bewusst die ruhige Zeit “zwischen den Jahren”, in der viele Menschen zu Hause sind und Banken mit reduzierter Besetzung arbeiten.

Ein Urteil aus Hamburg zeigt, dass die Justiz beginnt, gegen solche Praktiken vorzugehen. Im Dezember untersagten Richter im Fall der Plattform “Fanblast” irreführende Werbung mit “Promi-Fake-Chats”. Das Signal ist klar: Die digitale Identität von Personen des öffentlichen Lebens steht unter Schutz. Dennoch fällt es Ermittlern schwer, die Hintermänner der WhatsApp-Betrüger zu fassen, da diese oft aus dem Ausland agieren und ihre Infrastruktur ständig wechseln.

Warum die neue Generation der Deepfakes so gefährlich ist

Die aktuelle Welle markiert einen Wendepunkt. Früher waren Fälschungen oft an asynchronen Lippenbewegungen oder roboterhaften Stimmen zu erkennen. Diese Barriere ist Ende 2025 weitgehend gefallen. Drei Faktoren spielen zusammen:

  1. Demokratisierung der Tools: Leistungsstarke KI-Modelle zur Generierung von Videos und Stimmen sind im Darknet leicht als “Fraud-as-a-Service” mietbar. Tiefes technisches Wissen ist nicht mehr nötig.
  2. Kontextuelle Intelligenz: Die Systeme reagieren auf aktuelle Nachrichten. Ein Deepfake-Video, in dem ein Prominenter steigende Goldpreise kommentiert und ein Investment empfiehlt, kann binnen Minuten erstellt werden.
  3. Psychologische Manipulation: In der geschlossenen WhatsApp-Gruppe entsteht eine scheinbar intime Atmosphäre. Das Opfer fühlt sich dem Prominenten nah – diese parasoziale Interaktion senkt die kritische Distanz erheblich.

Die nächste Bedrohung: Live-Deepfakes in Videoanrufen

IT-Sicherheitsexperten rechnen 2026 mit einer weiteren Steigerung von Qualität und Quantität der Angriffe. Die größte Gefahr sehen sie in der Kombination aus Deepfakes und Echtzeit-Videoanrufen. Erste internationale Fälle, bei denen Betrüger in Video-Calls per Zoom oder WhatsApp die Gesichter von Vorgesetzten oder Familienmitgliedern live imitierten, sind bereits dokumentiert.

Der Druck auf Plattformbetreiber wächst, technische Lösungen zur Erkennung von KI-Inhalten zu implementieren. Das von der EU im AI Act vorgesehene “Watermarking” für KI-generierte Inhalte ist ein Schritt in die richtige Richtung, greift bei kriminellen Akteuren jedoch naturgemäß nicht.

So schützen Sie sich vor der Betrugswelle

Verbraucherschützer empfehlen dringend:

  • Nie über Social-Media-Links Gruppen beitreten: Seriöse Finanztipps werden nicht exklusiv über beworbene WhatsApp-Gruppen verteilt.
  • Immer kritisch prüfen: Wenn ein Prominenter plötzlich Investment-Anlagen bewirbt, ist das fast immer Betrug. Eine schnelle Internetsuche entlarvt die Masche oft.
  • Handynummer schützen: Die eigene Mobilfunknummer ist ein Einfallstor. Sie sollte niemals leichtfertig auf unbekannten Seiten preisgegeben werden.
  • Gruppen melden und verlassen: Verdächtige Chats sollten direkt bei WhatsApp gemeldet werden. Screenshots dienen als Beweismittel für eine Anzeige bei der Polizei oder Internetwache.

Die Feiertage 2025 haben es gezeigt: In einer Zeit, in der die Technologie der Betrüger rasant fortschreitet, ist gesunde Skepsis der beste Schutz.

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