Modernisierung, Staates

dbb-Konferenz: Modernisierung des Staates im Zeitalter hybrider Arbeit

13.01.2026 - 12:13:12

Auf der dbb-Konferenz wurden die Weichen für den öffentlichen Dienst gestellt: Besoldungsreform, digitale Modernisierung und hybride Arbeitsmodelle wie Desk-Sharing prägen die Agenda.

Deutschlands Behörden stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Auf der Jahreskonferenz des dbb beamtenbund und tarifunion in Köln rangen Politik und Gewerkschaft um die Zukunft des öffentlichen Dienstes zwischen Homeoffice, Desk-Sharing und digitaler Modernisierung.

Unter dem Motto „Starker Staat – krisenfest und bürgernah“ diskutierten vom 11. bis 13. Januar Vertreter aus Politik und Verwaltung über die Arbeitswelt von morgen. Im Fokus: Wie bleibt der Staat als Arbeitgeber attraktiv und handlungsfähig?

Innenminister setzt Zeichen bei Besoldung

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bekräftigte in seinem Dialog mit dbb-Chef Volker Geyer die Bedeutung eines leistungsfähigen Staates. Er gab sich zuversichtlich, die lange umkämpfte „amtsangemessene Alimentation“ für Beamte binnen weniger Wochen auf den Weg bringen zu können. Diese verfassungsrechtlich gebotene Besoldungsanpassung soll die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes im scharfen Konkurrenzkampf um Fachkräfte sichern.

Dobrindt betonte, dass ein starker Staat auch ein moderner Arbeitgeber sein müsse. Hybride Arbeitsmodelle seien heute Standard. Die Herausforderung liege darin, Flexibilität – etwa durch Desk-Sharing – mit der stets gewährleisteten Handlungsfähigkeit der Verwaltung zu vereinbaren.

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Bei Desk‑Sharing und hybriden Dienstarten drohen schnell Unklarheiten zu Mitbestimmungsrechten, Arbeitszeiten und technischen Zugängen. Betriebsräte und Personalverantwortliche sollten deshalb frühzeitig rechtssichere Vereinbarungen treffen. Ein kostenloser Leitfaden bietet Muster‑Betriebsvereinbarungen, Checklisten und Verhandlungs‑Tipps, damit Desk‑Sharing in Behörden geordnet und mitbestimmungsfreundlich eingeführt wird. Muster‑Betriebsvereinbarung gratis herunterladen

Digitalminister fordert Kulturwandel

Einen deutlichen Appell richtete Digitalisierungsminister Dr. Karsten Wildberger an die Versammlung. Der Erfolg im Jahr 2026 hänge entscheidend von der „Bereitschaft zum Wandel“ ab, so der Minister. Die technische Modernisierung der Verwaltung, angefangen bei KI-gestützten Tools bis hin zu Software für Desk-Sharing, scheitere oft nicht an der Technik, sondern an veralteten Denkmustern.

Sein Ministerium treibt eine „Bundesmodernisierungsagenda“ mit 200 Maßnahmen voran. Ziel ist eine digitale, effiziente Verwaltung mit einheitlicher IT-Infrastruktur. Die optimierte Nutzung von Büroflächen durch Desk-Sharing-Konzepte ist ein logischer Baustein dieser Effizienzstrategie.

Gewerkschaft pocht auf Krisenfestigkeit

Aus Sicht des dbb darf die Flexibilisierung der Arbeitswelt nicht auf Kosten der Verlässlichkeit gehen. Bundesvorsitzender Volker Geyer verwies auf jüngste Infrastrukturpannen, wie den Stromausfall in Berlin. Die Bevölkerung erwarte einen handlungsfähigen Staat, betonte er.

Die Gewerkschaft fordert klare Regelungen für mobiles Arbeiten. Auch bei Desk-Sharing-Modellen müsse ein professionelles Umfeld erhalten bleiben, das die Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber fördert. Effizienzgewinne dürften nicht das Wohl der Mitarbeiter oder die Dienstqualität gefährden.

Desk-Sharing wird zur neuen Realität

Die Debatte in Köln spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Desk-Sharing entwickelt sich in vielen Behörden zum Standard, unterstützt durch spezielle Buchungssoftware. Doch der Übergang ist anspruchsvoll.

Erfolgreiche Umsetzung benötigt mehr als eine App. Sie erfordert klare „Clean-Desk-Policies“ und eine Neugestaltung der Büroflächen mit Kollaborationszonen und Rückzugsräumen. Die Modernisierungsagenda soll diese strukturellen Anforderungen angehen.

Ausblick: Ein Jahr der Weichenstellungen

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Ankündigungen Taten folgen. Das Innenministerium muss die Besoldungsreform zügig umsetzen. Das Digitalministerium wird die Umsetzung seiner Modernisierungsagenda forcieren müssen.

Der Konsens von Köln ist deutlich: Die hybride Arbeit ist gekommen, um zu bleiben. Die Akzeptanz und Leistungsfähigkeit des „starken Staates“ wird maßgeblich davon abhängen, wie gut die Verwaltung diese neue Realität gestaltet – ohne dabei ihre Kernaufgaben aus den Augen zu verlieren.

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