DB Regio: Robo-Shuttles könnten Wartezeiten auf dem Land halbieren
19.01.2026 - 12:02:12Autonome Shuttles könnten die Wartezeiten im ländlichen Nahverkehr drastisch reduzieren. Eine neue Studie im Auftrag von DB Regio prognostiziert: Ein flächendeckender Einsatz könnte die Wartezeit für Fahrgäste auf dem Land bis 2045 um die Hälfte senken.
Die Untersuchung „Autonomes Fahren – Schlüssel für die Mobilität von morgen“ wurde gemeinsam mit dem Softwareunternehmen ioki, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Prognos AG erstellt. Sie modelliert erstmals umfassend, wie rund eine Million autonomer Shuttles und Busse das Verkehrssystem verändern könnten.
Der größte Effekt würde ländliche Regionen treffen, die seit jeher mit geringer Taktung kämpfen. Die durchschnittliche Wartezeit könnte dort von heute etwa 26 auf nur noch 13 Minuten sinken. In Ballungsräumen läge sie bei rund fünf Minuten. Entscheidend ist dabei die Integration: Die Robo-Fahrzeuge sollen nicht einfach bestehende Buslinien ersetzen, sondern als On-Demand-Zubringer zu Bahnhöfen und optimierten Buslinien fungieren.
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Die Gefahr des unkoordinierten Privatmarkts
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist eine deutliche Warnung. Würden private Robotaxis den Markt dominieren, ohne in den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) eingebunden zu sein, drohen negative Folgen. In diesem Szenario könnte das Verkehrsaufkommen in Großstädten um bis zu 40 Prozent steigen, weil die Fahrzeuge leer auf der Suche nach Fahrgästen umherfahren. Für ländliche Gebiete brächte ein privatwirtschaftliches Modell kaum Verbesserungen, da sich der Betrieb dort oft nicht rentieren würde.
Im Gegensatz dazu könnte ein integriertes System den Stadtverkehr um bis zu 11 Prozent entlasten. Durch gebündelte Fahrten und die effiziente Anbindung an Bahn und Bus würde die Mobilität insgesamt verbessert, ohne die Straßen zu verstopfen.
Milliarden-Ersparnis für Staat und Verbraucher
Die wirtschaftlichen Vorteile sind laut Studie erheblich. Trotz eines massiv ausgeweiteten Angebots könnten die öffentlichen Ausgaben für den Verkehr um rund 20 Prozent sinken. Grund sind die geringeren Betriebskosten autonomer Flotten und eine höhere Auslastung.
Auch für die Bürger lohnt sich der Umstieg: Im integrierten Szenario könnten Haushalte im Schnitt 170 Euro pro Monat sparen, wenn sie vom eigenen Auto auf den erweiterten ÖPNV umsteigen. „Mobilitätsverhalten ist Gewohnheitssache“, betont DLR-Vorstand Meike Jipp. Die Alternative müsse zuverlässig, kostengünstig und nahtlos in den Alltag integriert sein – genau das soll das autonome Netzwerk leisten.
Wegweisende Daten für die Verkehrswende
Die Veröffentlichung fällt in eine Zeit, in der die Branche die Erprobung der Autonomiestufe 4 vorantreibt. Verkehrsverbände begrüßen die Studie als konkreten Fahrplan. „Autonomes Fahren ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um den ÖPNV zum Rückgrat der gesellschaftlichen Teilhabe zu machen“, sagt Knut Ringat, Vizepräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).
Der Fokus verschiebt sich nun von der Theorie zur Praxis. In sogenannten Modellregionen soll das Zusammenspiel von autonomen Shuttles, konventioneller Schiene und Buchungsplattformen getestet werden. Die Vision von maximal 13 Minuten Wartezeit auf dem Land wird so vom theoretischen Modell zu einem konkreten politischen Ziel. Der Druck auf die Entscheidungsträger wächst, integrierte öffentliche Lösungen vor privaten Einzelinitiativen zu priorisieren – damit die Vorteile der Automation wirklich im ganzen Land ankommen.
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