DATEV-Chef warnt vor doppelter Krise für Mittelstand
24.01.2026 - 21:37:12Der deutsche Mittelstand steckt in einer Zwickmühle: Während sinkende Umsätze den operativen Spielraum engen, sorgt die ungeklärte Erbschaftsteuer für existenzielle Zukunftsängste. Das ist die düstere Analyse von DATEV-Vorstandschef Prof. Dr. Robert Mayr, basierend auf den aktuellen Daten des Mittelstandsindex.
Die Zahlen für Dezember 2025 bestätigen den Abwärtstrend. Saisonbereinigt gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent zurück. Besonders enttäuschend: Das Weihnachtsgeschäft im Handel brachte keine Wende und verzeichnete ein Minus von 1,3 Prozent. Für Mayr ist klar: „2025 war ein weiteres verlorenes Jahr für den Mittelstand.“
Kleinstunternehmen als größte Verlierer
Am härtesten trifft es die Kleinsten. Kleinst- und Kleinunternehmen mussten im Schnitt ein Umsatzminus von 4,8 Prozent verkraften. Als Treiber dieser Entwicklung nennt Mayr die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher, stetig steigende Kosten und den tiefgreifenden strukturellen Wandel. Einziger Lichtblick war das Baugewerbe – es konnte als einzige Branche ein leichtes Plus verbuchen.
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Der Gesamtindexwert für den Umsatz fiel auf 89,9 Punkte. Diese Zahlen sind ein Alarmsignal, denn die DATEV als Genossenschaft der Steuerberater hat einen einzigartigen Einblick in die Bücher von hunderttausenden deutschen Betrieben.
Erbschaftsteuerdebatte lähmt Nachfolgeplanungen
Neben der akuten Konjunkturschwäche sieht Mayr eine zweite, langfristige Bedrohung: die unklare Zukunft der Erbschaftsteuer. In der aktuellen Debatte warnt er vor den Folgen einer Verschärfung für Familienunternehmen. Das Erben eines Betriebs sei vor allem eine Verpflichtung, Arbeitsplätze zu sichern und das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Diese Warnung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Viele Unternehmer fürchten, dass geplante Reformen die Übergabe an die nächste Generation unmöglich machen könnten. Die Unsicherheit wird durch ein erwartetes Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts noch verstärkt. Steht der Mittelstand vor einem schleichenden Ausverkauf?
Teufelskreis aus steigenden Löhnen und sinkender Beschäftigung
Die Daten offenbaren einen weiteren Widerspruch. Während die Umsätze sinken, steigen die Personalkosten weiter. Die Löhne und Gehälter legten im Jahresvergleich um 3,8 Prozent zu – und damit stärker als die allgemeine Inflation.
Gleichzeitig geht die Beschäftigung leicht, aber stetig zurück. Dieser Trend ist branchenübergreifend, trifft Gastronomie und verarbeitendes Gewerbe jedoch besonders. Für die Unternehmen bedeutet das einen enormen Spagat: Höhere Lohnkosten müssen mit schwindenden Einnahmen finanziert werden. Der Spielraum für Investitionen in die Zukunft schmilzt dahin.
Entscheidende Monate für Politik und Wirtschaft
Die Analyse zeichnet das Bild eines Mittelstands unter Druck. Kurzfristig kämpfen die Betriebe mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten. Langfristig lähmt die politische Unsicherheit bei der Erbschaftsteuer jede Planung.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Kann die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffen? Und findet die Binnennachfrage wieder auf einen Wachstumspfad? Die Antworten auf diese Fragen werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der Mittelstand seine Rolle als Jobmotor und Innovationskraft behalten kann. Die nächsten DATEV-Index-Veröffentlichungen werden genau beobachtet werden.
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