Datenschutz-Skandale, Fristen

Datenschutz-Skandale: Fristen für Millionen-Entschädigungen laufen ab

19.01.2026 - 01:53:11

Zwei US-Gesundheitsunternehmen zahlen Hunderttausende Euro an Patienten nach Cyberangriffen. Die Fristen für Anträge auf finanzielle Entschädigung enden noch im Januar 2026.

Tausende Patienten müssen sich beeilen, um Entschädigungen aus zwei großen Datenschutz-Skandalen im US-Gesundheitswesen zu erhalten. Die Fristen für Klagen gegen Trinity Health und Precision Imaging Centers enden noch im Januar.

Die Fälle zeigen die anhaltende Bedrohung durch Cyberangriffe auf sensible Patientendaten – und den juristischen Weg, den Betroffene gehen können. Die Vergleichsvereinbarungen, die Ende 2025 vorläufig gerichtlich genehmigt wurden, bieten finanziellen Ausgleich für Verluste und den zeitlichen Aufwand, der durch die Datenlecks entstanden ist. Das Zeitfenster zum Handeln schließt sich jedoch rasch.

Trinity Health: 450.000 Euro für Lecks von 2021

Das in Michigan ansässige Gesundheitsunternehmen Trinity Health hat sich auf einen Vergleich von umgerechnet rund 450.000 Euro geeinigt. Dieser beendet eine Sammelklage, die aus einem Datenleck im Januar 2021 resultiert. Hacker nutzten damals eine Schwachstelle in einer Drittplattform namens Accellion File Transfer Appliance (FTA) aus. Betroffen waren Daten von etwa 18.150 Einwohnern Kaliforniens.

Kompromittiert wurden laut Klage umfangreiche Informationen: Namen, Adressen, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern, medizinische Befunde und sogar Kreditkartendetails. Den Vorwurf, die Daten unzureichend geschützt zu haben, bestreitet Trinity Health. Der Vergleich soll weitere Kosten und Unsicherheiten vermeiden.

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Betroffene, die einen Benachrichtigungsbrief an eine kalifornische Adresse erhielten, haben zwei Optionen. Sie können bis zu 1.000 US-Dollar für nachweisbare Ausgaben wie Kosten für Identitätsdiebstahl geltend machen. Alternativ gibt es eine pauschale Auszahlung aus dem verbleibenden Topf. Diese könnte zwischen 11 und 231 US-Dollar liegen – abhängig von der Zahl der Antragsteller. Die endgültige Gerichtsentscheidung ist für den 29. April 2026 angesetzt.

Precision Imaging: Bis zu 200.000 Euro für Hackerangriff 2022

In einem separaten Fall zahlt das floridabasierte Precision Imaging Centers bis zu 200.000 Euro. Grund ist ein Cyberangriff, der im November 2022 entdeckt wurde. Er betraf rund 31.000 Patienten, deren persönliche und medizinische Daten – inklusive Diagnosen – gestohlen wurden.

Die Klage warf dem Unternehmen Fahrlässigkeit vor. Precision Imaging bestritt die Vorwürfe, einigte sich aber nach einer Mediation. Neben der Geldzahlung verpflichtete sich das Unternehmen, seine Cybersicherheit für mindestens drei Jahre zu verbessern und alte Sozialversicherungsnummern zu löschen oder zu verschlüsseln.

Geschädigte können unterschiedlich hohe Entschädigungen beantragen: Bis zu 500 US-Dollar für gewöhnliche Ausgaben plus Aufwandsentschädigung. Bei außergewöhnlichen Schäden sind bis zu 5.000 US-Dollar möglich. Zusätzlich erhalten alle Berechtigten zwei Jahre kostenlose Kreditüberwachung. Eine abschließende Anhörung fand bereits am 8. Januar 2026 statt.

Gesundheitsdaten: Ein lukratives Ziel für Kriminelle

Die Vergleiche unterstreichen die wachsenden juristischen und finanziellen Folgen von Datenschutzverletzungen im Gesundheitssektor. Die Branche bleibt ein Hauptziel für Cyberkriminelle, da medizinische und persönliche Daten auf dem Schwarzmarkt extrem wertvoll sind. Sie werden für Identitätsdiebstahl und Betrug genutzt.

Die Einigungen gehen über reine Geldzahlungen hinaus. Sie beinhalten auch Verpflichtungen zur Verbesserung der Datensicherheit. Das spiegelt einen Trend wider: Juristische Schritte werden zunehmend genutzt, um Organisationen zu robusterer Cybersecurity zu zwingen. Für die Zehntausende Betroffenen sind die nahenden Fristen die letzte Chance auf Entschädigung.

So müssen Betroffene jetzt handeln

Wer von einem der Lecks betroffen ist, muss schnell sein. Für den Trinity-Vergleich endet die Frist zur Antragstellung am 19. Januar 2026. Für den Precision-Imaging-Vergleich ist Stichtag der 31. Januar 2026.

Offizielle Vergleichs-Websites bieten alle nötigen Formulare und Details. Die Auszahlungen erfolgen, nachdem die Gerichte die Vergleiche endgültig gebilligt haben und alle eventuellen Berufungen abgeschlossen sind. Wer die Fristen verpasst, verliert seinen Anspruch auf Entschädigung.

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