Darmkrebs-Vorsorge, Deutschland

Darmkrebs-Vorsorge: Deutschland prüft Screening für Jüngere

31.01.2026 - 03:43:12

Das IQWiG untersucht eine mögliche Herabsetzung des Alters für Darmkrebs-Früherkennung. Hintergrund ist ein deutlicher Anstieg von Erkrankungen bei jüngeren Menschen, der Experten zu einer Neubewertung zwingt.

Angesichts steigender Darmkrebsraten bei jüngeren Menschen intensiviert sich in Deutschland die Debatte über eine Anpassung der Vorsorgestrategien. Experten und Institutionen prüfen derzeit eine mögliche Senkung des Screening-Alters. Diese könnte eine grundlegende Neuausrichtung der Prävention einleiten.

IQWiG prüft Nutzen für unter 50-Jährige

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Es überprüft im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die Altersgrenzen für die Darmkrebs-Früherkennung. Diese Überprüfung schließt explizit den potenziellen Nutzen eines Screenings für Personen unter 50 Jahren ein.

Die Fachöffentlichkeit ist aufgerufen, bis Anfang Februar Stellungnahmen zum Vorbericht des Instituts einzureichen. Diese Neubewertung könnte die Grundlage für eine künftige Ausweitung der Vorsorge auf jüngere Altersgruppen legen. Parallel bereiten Organisationen wie die Felix Burda Stiftung neue Aufklärungskampagnen für den Darmkrebsmonat März vor.

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Alarmsignal: Immer mehr junge Menschen erkranken

Die Notwendigkeit einer Neubewertung wird durch alarmierende Daten untermauert. Studien zeigen einen signifikanten Anstieg von Darmkrebserkrankungen bei Menschen unter 50 Jahren. Dieses Phänomen wird als „Early-Onset Colorectal Cancer“ (EOCRC) bezeichnet.

  • Besonders stark ist der Anstieg in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen.
  • Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) bestätigt einen klaren Aufwärtstrend in Deutschland, insbesondere bei jungen Männern.

Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit dem westlichen Lebensstil, stark verarbeiteten Lebensmitteln und Umweltfaktoren. Da Darmkrebs bei jüngeren Menschen oft erst spät erkannt wird, ist die Prognose häufig schlechter.

Experten streiten über Absenkung auf 45 Jahre

Die Frage, wie auf den Anstieg reagiert werden soll, spaltet die Fachwelt. Einige Experten plädieren für eine baldige Herabsetzung des gesetzlichen Screening-Alters von 50 auf 45 Jahre – nach dem Vorbild der USA.

Befürworter argumentieren: Bei 45- bis 49-Jährigen werden bereits ähnlich häufig relevante Krebsvorstufen gefunden wie bei den knapp über 50-Jährigen. Eine frühere Untersuchung könnte Tumore verhindern, bevor sie bösartig werden.

Andere Fachleute mahnen zur Vorsicht. Sie verweisen darauf, dass der Anstieg in Deutschland im internationalen Vergleich noch moderat sei. Eine generelle Absenkung des Alters für Millionen Menschen müsse sorgfältig gegen mögliche Nachteile abgewogen werden. Dazu zählen Überdiagnosen und die Belastung der endoskopischen Kapazitäten.

Was gilt aktuell in der Vorsorge?

Unabhängig von der Debatte wurde die Darmkrebsvorsorge in Deutschland erst kürzlich neu geordnet. Seit April 2025 gilt eine einheitliche Regelung:

  • Alter: Frauen und Männer haben gleichermaßen ab dem 50. Lebensjahr Anspruch auf Vorsorge.
  • Methoden: Versicherte können wählen zwischen zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder einem jährlichen bzw. zweijährlichen immunologischen Stuhltest (iFOBT).

Um die Bevölkerung über die Wichtigkeit der Prävention zu informieren, wird die Felix Burda Stiftung Mitte Februar ihre neue Kampagne für den Darmkrebsmonat März vorstellen.

Das Jahr 2026 könnte für die Darmkrebsvorsorge in Deutschland entscheidend werden. Die Ergebnisse der IQWiG-Prüfung und die anschließende Entscheidung des G-BA werden die Weichen für die kommenden Jahre stellen. Sollte es zu einer Empfehlung zur Absenkung des Screening-Alters kommen, würde dies eine signifikante Ausweitung des nationalen Vorsorgeprogramms bedeuten.

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