DAK-Analyse: Psychische Leiden treiben Krankenstand auf Rekordniveau
21.01.2026 - 04:32:12Psychische Erkrankungen bleiben die Hauptursache für Arbeitsausfälle in Deutschland. Die neuesten Daten der DAK-Gesundheit zeigen einen anhaltend hohen Krankenstand von durchschnittlich 19,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer im Jahr 2025. Die Krankenkasse fordert nun einen nationalen Gipfel im Kanzleramt, um die Ursachen zu bekämpfen.
Alarmierende Zahlen: Dauerstress verfestigt sich
Die Analyse für 2025 bestätigt einen besorgniserregenden Trend: Neben Atemwegs- und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind es vor allem psychische Leiden, die Beschäftigte in die Krankschreibung zwingen. Oft sind sie eine direkte Folge von Zeit- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz. DAK-Chef Andreas Storm warnt vor einer Verfestigung des hohen Niveaus, die erhebliche volkswirtschaftliche Kosten und eine wachsende Belastung für die Sozialsysteme bedeutet.
„Wir brauchen eine fundierte Ursachenforschung und konzertierte Aktionen“, so Storm. Sein Vorschlag: Ein Gipfel mit Arbeitgebern, Gewerkschaften, Ärzten und Krankenkassen unter Leitung der Bundesregierung. Das Ziel ist klar – psychische Gesundheit muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden.
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Gesetzeslücke: Gefährdungsbeurteilung oft nur Theorie
Eigentlich ist die Sache klar geregelt. Unternehmen sind seit Jahren verpflichtet, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung auch psychische Belastungen zu ermitteln und zu minimieren. Die Realität sieht anders aus. Laut dem DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025 findet diese spezifische Beurteilung nur bei etwa 28 Prozent der Beschäftigten statt.
Besonders kleine und mittlere Unternehmen vernachlässigen diese Pflicht häufig. Die Folge: Stressfaktoren wie permanenter Zeitdruck und unerreichbare Leistungsziele wirken ungehindert auf die Mitarbeiter ein. Experten sehen in der konsequenten Umsetzung dieses Instruments den zentralen Hebel, um Risiken früh zu erkennen – bevor sie zu langfristigen Erkrankungen führen.
Lösungswege: Mehr Resilienz, weniger Bürokratie
Als Reaktion rücken präventive Ansätze in den Fokus. Gesundheitskassen wie die AOK betonen die Förderung von Resilienz in Teams. Dazu gehören eine offene Kommunikationskultur und Ressourcen für Stressbewältigung. Führungskräfte sind hier gefordert, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Vertrauen und Wertschätzung fördert.
Parallel gibt es Bewegung in der Politik. Nordrhein-Westfalen brachte am 20. Januar eine Initiative im Bundesrat ein, die den Arbeitsschutz vereinfachen und effektiver gestalten will. „Wir müssen uns auf die wirklich wichtigen Aspekte konzentrieren“, erklärt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Der Abbau unnötiger Bürokratie soll Kapazitäten für substanzielle Prävention freisetzen.
Wirtschaftlicher Schaden geht in die Milliarden
Der hohe Krankenstand ist ein massives Wirtschaftsproblem. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beziffert die Produktionsausfallkosten durch psychische Erkrankungen auf über 20 Milliarden Euro jährlich – mit steigender Tendenz.
Investitionen in die psychische Gesundheit sind damit keine reinen Kosten, sondern essenziell für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Eine aktuelle Studie der Pronova BKK zeigt zudem ein Phänomen: Hoher Druck führt dazu, dass sich Mitarbeiter krankmelden, auch ohne klassische Arbeitsunfähigkeit. Ein deutliches Zeichen für die psychische Zermürbung in der Arbeitswelt.
Ausblick: Druck auf Politik und Unternehmen wächst
Die DAK-Daten erhöhen den politischen Handlungsdruck. Die Debatte über verbindlichere Maßnahmen und strengere Kontrollen der Gefährdungsbeurteilung dürfte in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen.
Für Unternehmen wird ein proaktiver Ansatz gegen Zeit- und Leistungsdruck immer mehr zum kritischen Erfolgsfaktor. Die Fähigkeit, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, entscheidet zunehmend über die Attraktivität als Arbeitgeber und die langfristige Leistungsfähigkeit. Die Zeit des Abwartens ist vorbei.
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