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Daimler Truck Aktie: Nordamerika bremst

16.01.2026 - 21:54:30

Daimler Truck verzeichnet 2025 einen globalen Absatzrückgang von 8 %, getrieben von einem deutlichen Minus in Nordamerika. Europa und Asien zeigen sich stabil, während der Absatz von Elektrofahrzeugen stark wächst.

Daimler Truck hat seine Absatzzahlen für 2025 vorgelegt – und vor allem der wichtige nordamerikanische Markt fällt deutlich zurück. Gleichzeitig zeigen Europa, Asien und das Geschäft mit Elektro-Lkw mehr Widerstandskraft als es die Schlagzeile vermuten lässt. Wie passt dieser Mix aus Rückgang und Fortschritt zusammen?

Die Fakten im Überblick

  • Weltweiter Absatz 2025: 422.510 Fahrzeuge (–8 % zum Vorjahr)
  • Trucks North America: –26 % auf 141.814 Einheiten
  • Mercedes-Benz Trucks (Europa/Lateinamerika): stabil bei 159.871 Fahrzeugen
  • Trucks Asia: +4 % auf 107.055 Einheiten
  • Daimler Buses: +2 % auf 26.991 Fahrzeuge
  • Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV): +67 % auf 6.726 Einheiten
  • Aktie heute: 41,36 €; seit Jahresbeginn +10,29 %

Nordamerika schwächelt, andere Regionen halten dagegen

Der globale Absatzrückgang um 8 % auf 422.510 Lkw und Busse geht im Kern auf Nordamerika zurück. Dort brachen die Verkäufe im Segment Trucks North America um 26 % auf 141.814 Einheiten ein. Besonders deutlich war der Rückgang im vierten Quartal 2025 mit –27 %. Als Gründe nennt das Unternehmen wirtschaftliche Unsicherheiten und eine Investitionszurückhaltung der Spediteure in den USA.

Während Nordamerika klar belastet, zeigt sich das Europa- und Lateinamerika-Geschäft stabil. Mercedes-Benz Trucks hielt mit 159.871 Fahrzeugen das Vorjahresniveau; im vierten Quartal legte der Absatz dort sogar um 11 % auf 48.841 Einheiten zu. Auch in Asien lief es besser: Trucks Asia steigerte den Absatz um 4 % auf 107.055 Fahrzeuge. Die Bussparte kam auf 26.991 Einheiten, ein Plus von 2 %.

Ein deutliches Wachstum meldet der Konzern bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Der BEV-Absatz sprang um 67 % auf 6.726 Einheiten – auf niedrigem Ausgangsniveau, aber mit klar erkennbarem Trend in Richtung elektrifizierter Nutzfahrzeuge.

Am Aktienmarkt sorgten die Zahlen zunächst für Zurückhaltung. Die Aktie notierte am Nachmittag bei 41,36 Euro und damit leicht im Minus. Angesichts eines Kursanstiegs von gut 10 % seit Jahresbeginn signalisiert das aber eher eine Verschnaufpause als eine Trendwende.

Analysten mit gemischtem Bild

Die Reaktionen der Analysten fallen differenziert aus. RBC Capital Markets bestätigt die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 48 Euro. Analyst Nick Housden verweist darauf, dass der Absatz in Nordamerika im vierten Quartal trotz des Rückgangs die Erwartungen übertroffen habe. Auch Mercedes-Benz Trucks und das Asien-Geschäft lagen demnach über den Prognosen.

Die DZ Bank zeigt sich vorsichtig optimistisch. Sie hebt das Kursziel von 38 auf 40 Euro an, belässt die Einstufung jedoch auf „Halten“. Analyst Holger Schmidt erkennt leichte Aufwärtstendenzen in Nordamerika und Europa, verweist aber zugleich auf eine überdurchschnittlich hohe Unsicherheit im Marktumfeld.

Deutlich zurückhaltender bleibt Bernstein Research. Dort wird das Votum „Underperform“ mit einem Kursziel von 30 Euro bestätigt. Analyst Harry Martin rechnet im US-Markt lediglich mit einer schrittweisen Verbesserung und sieht damit weniger Dynamik als die optimistischeren Häuser.

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Konjunkturabkühlung und Sparprogramm im Fokus

Die Zahlen fügen sich in das Bild einer spürbaren Konjunkturabkühlung in den USA. Nordamerika war in der Vergangenheit ein zentraler Margenbringer, entsprechend schwer wiegt der Absatzrückgang von 26 % in dieser Region. Die Stabilität in Europa und das moderate Wachstum in Asien und im Busgeschäft können dies zwar abfedern, aber nicht vollständig kompensieren.

Parallel arbeitet der Konzern an einer deutlichen Straffung der Kostenbasis. Das Programm „Cost Down Europe“ sieht bis 2030 Einsparungen bei den Fixkosten von über einer Milliarde Euro vor. Dazu gehört der Abbau von rund 5.000 Stellen in Deutschland. In Nordamerika wurden ebenfalls Kapazitäten angepasst, betroffen sind dort mehr als 2.000 Jobs. Diese Maßnahmen sollen die Profitabilität stabilisieren, wenn Absatz und Marktumfeld unter Druck stehen.

Trotz des heutigen leichten Rücksetzers spiegelt der Kursanstieg von knapp über 10 % seit Jahresbeginn, bei einem aktuellen Niveau von 41,36 Euro und einem Abstand von rund 9 % zum 50-Tage-Durchschnitt, wider, dass ein Teil der Belastungsfaktoren bereits eingepreist ist und der Markt auf eine Erholung 2026 setzt.

Ausblick: März-Zahlen als nächster Prüfstein

Der nächste zentrale Termin ist die Vorlage des vollständigen Geschäftsberichts am 12. März 2026. Dann legt Daimler Truck detailliert Umsatz, Ergebnis und Margen offen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark der Absatzrückgang in Nordamerika die Profitabilität tatsächlich belastet hat und in welchem Umfang die laufenden Sparprogramme gegengewirkt haben.

Für 2025 erwarten Experten aktuell einen Gewinn je Aktie von etwa 3,63 Euro. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte der Ausblick auf 2026 werden: Bestätigen sich die von RBC skizzierten Anzeichen einer Stabilisierung der Auftragseingänge in den USA und bleibt die Region Europa robust, könnte die Unterstützungszone um 40 Euro technisch Bestand haben und die Aktie ihren seit Jahresbeginn aufgebauten Vorsprung verteidigen.

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