DAC7: Letzte Frist für Plattformen droht am Montag
31.01.2026 - 02:13:12Für Tausende digitale Marktplätze in der EU läuft die Zeit ab. Bis Montag müssen sie umfangreiche Verkäuferdaten an die Steuerbehörden melden – sonst drohen saftige Bußgelder.
Der eigentlich heute geltende Stichtag für die DAC7-Meldungen verschiebt sich wegen des Wochenendes auf den 2. Februar 2026. Diese kurze Gnadenfrist ist für viele Plattformbetreiber die letzte Chance, ihre Compliance-Systeme zu finalisieren. Die EU-Richtlinie, in Deutschland als Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) umgesetzt, zielt darauf ab, Steuerlücken im digitalen Binnenmarkt zu schließen. Sie verpflichtet Betreiber, Einkünfte ihrer Anbieter zu melden.
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Wer ist betroffen und was muss gemeldet werden?
Die Pflicht trifft eine breite Palette digitaler Schnittstellen. Dazu zählen Online-Marktplätze für Waren, Immobilienportale wie Airbnb, Vermietungsdienste für Fahrzeuge und Plattformen für persönliche Dienstleistungen. Entscheidend ist: Die Regelung gilt auch für außereuropäische Unternehmen mit EU-Verkäufern.
Bis Montag müssen die Daten für das gesamte Kalenderjahr 2025 elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eingereicht werden. Gemeldet werden müssen Identifikationsdaten der „meldepflichtigen Anbieter“ wie Name, Adresse und Steuernummer sowie detaillierte Finanzdaten. Dazu gehören alle erzielten Vergütungen, die Anzahl der Transaktionen und einbehaltene Gebühren.
Ein komplexer Aufwand mit hohen Risiken
Die zusätzlichen zwei Tage sind für viele Unternehmen essenziell. Die Erfüllung der Sorgfaltspflichten ist aufwendig: Plattformen müssen Anbieterdaten nicht nur sammeln, sondern auch deren Identität und steuerliche Ansässigkeit verifizieren. Dieser Prozess erfordert oft teure Anpassungen der IT-Systeme.
Die Konsequenzen bei Versäumnis sind gravierend. In Deutschland können verspätete oder fehlerhafte Meldungen als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro pro Fall geahndet werden. In anderen EU-Ländern sind die Strafen teilweise noch höher. Die gemeldeten Daten werden automatisch zwischen den EU-Finanzbehörden ausgetauscht, was ein dichtes Transparenznetz schafft.
Dauerhafte Veränderung für die Plattformökonomie
DAC7 verändert die Compliance-Landschaft nachhaltig. Für Betreiber bedeutet dies dauerhaft höhere administrative Kosten und den Aufbau robuster Datensysteme. Für die Millionen Verkäufer auf Plattformen wie eBay, Etsy oder Uber hat die Regelung direkte steuerliche Folgen.
Die Finanzämter erhalten nun automatisch Einblick in deren Umsätze. Steuerexperten raten allen Anbietern dringend, ihre Aktivitäten lückenlos zu dokumentieren und Einkünfte korrekt zu deklarieren. Die vollständige Umsetzung wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zu einer spürbaren Zunahme von Steuerprüfungen führen.
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