Cyberkriminalität, Betrug

Cyberkriminalität eskaliert: KI macht Betrug perfekt

30.11.2025 - 10:30:12

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft warnen BSI und Verbraucherzentralen vor einer Betrugswelle neuer Qualität. Künstliche Intelligenz macht Phishing, Enkeltrick und Fakeshops so gefährlich wie nie zuvor.

Es ist der erste Advent 2025, das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren. Doch nicht nur der Einzelhandel verzeichnet Rekordumsätze – auch Cyberkriminelle haben Hochsaison. Während klassisches Phishing per E-Mail weiterhin existiert, verschwimmen die Grenzen zwischen analoger und digitaler Täuschung zunehmend.

Besonders alarmierend: Die Hürden für Kriminelle sinken durch KI drastisch. “Wir sehen eine Industrialisierung des Betrugs”, warnen IT-Sicherheitsanalysten. Die Angriffe sind personalisierter, fehlerfreier und schwerer zu entlarven als je zuvor.

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Die wohl perfideste Masche nennt sich “Quishing” – QR-Code-Phishing, das nun aus der E-Mail in den Briefkasten gewandert ist.

Laut Verbraucherzentrale und mehreren Landeskriminalämtern finden Bürger vermehrt Briefe vor, die angeblich von Volksbank, Raiffeisenbank oder ING stammen. Der Inhalt wirkt täuschend echt: Neue Sicherheitsbestimmungen wie die “PSD3-Richtlinie” erfordern angeblich sofortige Handlung.

Statt eines Links prangt ein QR-Code auf dem Papier. “Scannen Sie diesen Code, um Ihre Identität zu bestätigen und eine Kontosperrung zu vermeiden”, heißt es oft. Wer scannt, landet auf einer professionell gefälschten Banking-Webseite, die Login-Daten und TANs abgreift.

Warum diese Methode so gefährlich ist:

  • QR-Codes werden von Virenscannern schwerer erkannt als Links
  • Physisches Papier erweckt Vertrauen
  • Banken nutzen selbst QR-Codes – die Grenze zum Betrug verschwimmt

Auch im öffentlichen Raum ist Vorsicht geboten: Kriminelle überkleben QR-Codes an Parkscheinautomaten oder E-Ladesäulen mit eigenen Stickern, die zu gefälschten Zahlungsseiten führen.

Urlaubsfalle: Wenn das Hotel plötzlich Geld will

Obwohl die Hauptreisezeit vorbei ist, boomt das Geschäft mit Winterurlauben. Und damit eine besonders heimtückische Masche auf Booking.com.

Anders als bei früheren Betrugsversuchen kommt die Nachricht nicht per E-Mail von Unbekannten, sondern direkt in der offiziellen App. Sicherheitsexperten nennen das “Chat-Hijacking”: Kriminelle erbeuten Zugangsdaten von Hotels und loggen sich in echte Accounts ein.

Dann schreiben sie Gäste mit gültigen Reservierungen an. “Aufgrund eines Fehlers bei der Kreditkartenprüfung müssen Sie Ihre Zahlungsdaten erneut verifizieren, sonst wird die Buchung storniert.” Es folgt ein Link zu einer externen Seite, die das Design von Booking.com perfekt imitiert.

Da die Nachricht über den offiziellen Kanal des Hotels kommt, schöpfen viele keinen Verdacht. Verbraucherschützer raten: Niemals über externe Links zahlen, die per Chat gesendet werden. Im Zweifelsfall das Hotel anrufen – aber die Nummer aus der Google-Suche nutzen, nicht aus der Nachricht.

KI-Klone täuschen Familien: Der “Enkeltrick 2.0”

Der klassische Enkeltrick hat durch generative KI ein beängstigendes Update erhalten. Kriminelle nutzen “Voice Cloning”-Technologie und benötigen oft nur wenige Sekunden Audiomaterial aus einem Instagram-Video oder TikTok-Post.

Bei den sogenannten Schockanrufen meldet sich dann scheinbar das eigene Kind oder der Enkel selbst. Die geklonte Stimme schluchzt, fleht um Hilfe und behauptet, einen Unfall verursacht zu haben.

Diese “Deepfake-Audio”-Angriffe umgehen die natürliche Skepsis der Opfer. Das Gehirn stuft die vertraute Stimme instinktiv als echt ein. Die Polizei empfiehlt Familien, ein “Safe Word” zu vereinbaren – ein Sicherheitswort, das im Notfall am Telefon genannt werden muss.

Fakeshops zur Weihnachtszeit: Die aktuelle Warnliste

Nach dem Black Friday läuft das Weihnachtsgeschenkgeschäft auf Hochtouren. Die Watchlist Internet und Verbraucherzentralen haben ihre Listen betrügerischer Online-Shops aktualisiert.

Besonders auffällig: Shops, die begehrte Ware wie Elektronik, Werkzeuge oder Winterbekleidung zu Traumpreisen anbieten, aber nie liefern. Zu den verdächtigen Domains gehören Varianten von besttoolsonline oder motor-wagner-Kopien. Auch Shops mit Endungen wie .cyou oder unplausiblen URLs wie vorname-nachname-berlin.de sind massiv im Umlauf.

Woran Sie Fakeshops erkennen:

  • Kein Impressum: Oder Impressumsdaten, die von realen Firmen gestohlen wurden
  • Nur Vorkasse: An der Kasse werden Kreditkarten angezeigt, beim letzten Schritt ist aber “leider nur Überweisung möglich”
  • Phantom-Bewertungen: Ausschließlich 5-Sterne-Bewertungen ohne Text oder in schlechtem Deutsch

Die Industrialisierung des Betrugs

Die aktuelle Welle zeigt einen strukturellen Wandel. Betrug ist längst kein Geschäft für einsame Hacker mehr. “Cybercrime-as-a-Service” ermöglicht es auch technisch weniger versierten Kriminellen, fertige Phishing-Kits, KI-Stimmgeneratoren oder Listen mit Hotel-Zugangsdaten im Darknet zu mieten.

Gleichzeitig spielt die wirtschaftliche Lage den Tätern in die Hände. Inflation und der Druck, gerade vor Weihnachten Schnäppchen zu finden, lassen die Vorsicht vieler Konsumenten sinken. Wenn ein Shop die ausverkaufte Spielkonsole 30 % günstiger anbietet, setzt bei vielen der rationale Prüfungsprozess aus.

Was kommt als Nächstes?

Experten rechnen damit, dass die Qualität von Deepfakes in den kommenden Monaten weiter zunimmt. Zukünftige Betrugsversuche könnten nicht nur Audio, sondern auch Video-Calls in Echtzeit manipulieren.

Für Verbraucher bedeutet dies: Das Prinzip “Zero Trust” wird auch im privaten Umfeld unverzichtbar. Banken und Dienstleister werden reagieren müssen – etwa durch biometrische Verfahren, die schwerer zu fälschen sind als Passwörter oder SMS-TANs.

Bis dahin bleibt das gesunde Misstrauen der effektivste Schutz. Und der Griff zum Telefonhörer für einen kontrollierenden Rückruf.

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