Cybercrime-Zentrale, Betrüger

Cybercrime-Zentrale schreckt Betrüger mit „Operation Herakles“ ab

29.12.2025 - 06:22:12

Die Cybercrime-Einheit CCZ hat kriminelle Netzwerke so stark gestört, dass diese nun deutsche Nutzer aktiv blockieren. Die Zerschlagung tausender Domains und Telefonnummern gilt als strategischer Erfolg.

Karlsruhe setzt neue Maßstäbe im Kampf gegen internationalen Anlagebetrug. Die gezielte Zerschlagung von Betrugs-Infrastrukturen zwingt kriminelle Netzwerke dazu, deutsche Nutzer aktiv auszusperren – ein beispielloser Erfolg der digitalen Strafverfolgung.

Das baden-württembergische Justizministerium vermeldet einen spektakulären Erfolg gegen internationalen Cyber-Betrug. Die „Operation Herakles“ des Cybercrime-Centers (CCZ) in Karlsruhe habe die Infrastruktur großer krimineller Netzwerke so nachhaltig gestört, dass diese nun gezielt Nutzer aus Deutschland blockieren. „Wir haben die Region für die Täter zu heiß gemacht“, erklärte Justizministerin Marion Gentges.

Betrüger blockieren jetzt deutsche IP-Adressen

Der investigative Druck zeigt messbare Folgen: Immer mehr betrügerische Investmentplattformen schalten einen Geoblock für Deutschland. Versuchen potenzielle Opfer, sich mit deutschen Daten auf diesen Seiten zu registrieren, erhalten sie eine automatische Ablehnung. Für die Ermittler ist dieses Ausweichverhalten der Täter ein klares Erfolgssignal. Es schützt Bürger, noch bevor konkrete Straftaten angezeigt werden.

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„Dieses Vermeidungsverhalten ist ein großer strategischer Erfolg unserer Arbeit“, so Ministerin Gentges. Die Botschaft an die Kriminellen sei angekommen: Baden-Württemberg ist kein einfaches Ziel mehr.

Tausende Domains und Telefonnummern abgeschaltet

Den Kern des Erfolgs bildet die systematische Zerschlagung der technischen Infrastruktur. Unter der Leitung von Leitender Oberstaatsanwältin Tomke Beddies hat das CCZ in den vergangenen Monaten tausende illegale Domains und Telefonnummern beschlagnahmt und außer Betrieb genommen.

Diese Nummern waren Teil ausgeklügelter Callcenter-Strukturen, über die Opfer bedrängt und zu gefälschten Investments gedrängt wurden. Die Störung dieser Kommunikationskanäle lähmt die Geschäftsmodelle der Täter. Die Dimension wird an Zugriffsdaten deutlich: Nach den Abschaltungen verzeichneten die Behörden weiterhin Millionen Zugriffsversuche auf die gesperrten Seiten – ein Beleg für das massive Schadenspotenzial, das verhindert wurde.

Schlagkräftige Allianz aus Justiz, Polizei und Finanzaufsicht

Die Effektivität der „Operation Herakles“ basiert auf einer engen, ressortübergreifenden Zusammenarbeit. Das CCZ der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe arbeitet dabei Hand in Hand mit dem Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Diese Dreier-Allianz ermöglicht eine schnelle Reaktion auf neue Bedrohungen. Während das CCZ die rechtlichen Verfahren steuert, liefert das LKA die technische Forensik. Die BaFin bringt ihr regulatorisches Wissen über unlizenzierte Finanzdienstleistungen ein. Gemeinsam gelingt es so, betrügerische Plattformen schneller zu identifizieren und abzuschalten – den Tätern bleibt weniger Zeit, ihr Unwesen zu treiben.

Hintergrund: Das Geschäft mit den Fake-Trading-Plattformen

Die „Operation Herakles“ zielt auf den boomenden Bereich des Cyber-Trading-Betrugs. Dabei richten Kriminelle professionell wirkende Webseiten ein, die den Handel mit Kryptowährungen, Devisen (Forex) oder anderen Finanzinstrumenten vortäuschen. Opfer werden per Telefon oder Messenger kontaktiert und mit falschen Versprechungen zu immer höheren Einzahlungen gedrängt.

Tatsächlich findet kein Handel statt. Die Plattformen sind komplett fiktiv, das Geld fließt direkt in die Taschen der Täter, oft über ein undurchsichtiges Netz aus Briefkastenfirmen und Geldkuriere. Das bekämpfte Callcenter-Modell setzt auf psychologische Manipulation durch geschulte „Agenten“, um die Geldsummen zu maximieren.

Ein dynamischer Kampf ohne endgültigen Sieg

Trotz des aktuellen Erfolgs warnt Oberstaatsanwältin Beddies vor zu großer Euphorie: „Das ist ein dynamischer Wettlauf.“ Kriminelle Netzwerke seien anpassungsfähig und würden versuchen, ihre Infrastruktur mit neuen Domains und Methoden wiederaufzubauen.

Das Justizministerium betont, dass der Geoblock nur ein temporärer Sieg ist. Die Wachsamkeit bleibe essenziell. Das CCZ wird seine aggressive Verfolgungsstrategie fortsetzen und seine Techniken stetig an neue Bedrohungen anpassen. Für die Bürger bleibt die wichtigste Regel bestehen: Skepsis ist der beste Schutz vor unerbetenen Investment-Angeboten.

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