Cybercrime-Zentrale, Bayern

Cybercrime-Zentrale Bayern meldet Rekordjahr 2025

31.12.2025 - 22:23:12

Die bayerische Cybercrime-Zentrale verzeichnet im Jubiläumsjahr Rekordzahlen, getrieben von Darknet, Fake-Shops und illegalem Streaming. Die Behörde sicherte bereits Millionenbeträge durch Vermögensabschöpfung.

Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (ZCB) schließt das Jahr 2025 mit einem historischen Fallaufkommen ab. Dunkles Netz, Fake-Shops und illegales Streaming treiben die Verfahrenszahlen auf einen neuen Höchststand – ein „digitaler Pandemie“-Zustand, der Milliardenschäden verursacht.

München/Bamberg – Zum Jahresende 2025 verzeichnet die bayerische Cybercrime-Zentrale das arbeitsreichste Jahr ihrer zehnjährigen Geschichte. Die Spezialstaatsanwaltschaft hat „mehr zu tun denn je“, wie Behördenvertreter am heutigen Mittwoch, dem 31. Dezember, mitteilten. Getrieben wird der Anstieg von einer Flut an Aktivitäten im Darknet, betrügerischen Online-Shops und illegalen Streaming-Plattformen. Das Jahr endet mit einem besorgniserregenden Bild: Die Täter-Netzwerke agieren zunehmend professionell und hinterlassen eine Spur digitaler Schäden.

Drei Treiber der Rekordzahlen

Die aktuellen Zahlen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, bestätigen einen steilen Aufwärtstrend. Während die genaue Jahresstatistik noch finalisiert wird, ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahresrekord von rund 18.000 Verfahren absehbar. Drei Hauptgeschäftsfelder der Cyberkriminalität sind dafür verantwortlich:

Anzeige

Passend zum Thema Cyberkriminalität: Viele Behörden melden steigende Angriffe, doch Firmen sind oft unvorbereitet. Ein kostenloses E‑Book “Cyber Security Awareness Trends” erklärt aktuelle Bedrohungen (inkl. KI‑Missbrauch, Phishing und Darknet‑Trends) und gibt praxisnahe Maßnahmen, mit denen Sie IT‑Sicherheit ohne große Investitionen verbessern können. Ideal für Unternehmen, Geschäftsführer und IT‑Verantwortliche. Der Leitfaden fasst Trends und praktische Checklisten zusammen, die Sie sofort umsetzen können. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Report anfordern

  • Darknet-Marktplätze: Hier erlebt der Handel mit Rauschgift und Waffen eine Renaissance.
  • Fake-Shops: Immer raffinierter gestaltete Betrugsportale, die seriösen Händlern zum Verwechseln ähnlich sehen.
  • Illegales Streaming: Großangelegte Plattformen, die Urheberrechte systematisch verletzen.

Bereits im Februar 2025 hatte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) den dramatischen Anstieg von anfangs etwa 500 Verfahren (2015) auf rund 18.000 (2024) hervorgehoben. Das Jahr 2025 dürfte diese Marke nun deutlich übertreffen und unterstreicht die zentrale Rolle der ZCB für den Datenschutz und die Strafverfolgung in Bayern.

Die „digitale Pandemie“ und ihre Bekämpfung

Die Behörde steht an vorderster Front im Kampf gegen eine „digitale Pandemie“ aus Betrug und Datenklau. Ein Schwerpunkt im Jahr 2025 waren internationale Cyberhandels-Netzwerke. Allein gegen Betreiber von etwa 3.000 betrügerischen Trading-Plattformen liefen Ermittlungen. Diese lockten Anleger mit angeblichen KI-Systemen und Promi-Empfehlungen in die Falle.

Doch die ZCB schlägt zurück – und trifft die Täter an ihrer verwundbarsten Stelle: dem Geld. Durch aggressive Vermögensabschöpfung konnte die Behörde in diesem Bereich bereits über 25 Millionen Euro sichern. Ein strategischer Erfolg, der zeigt, dass Cyberkriminelle nicht nur mit Haftstrafen, sondern auch durch die Zerschlagung ihrer finanziellen Infrastruktur bekämpft werden.

Ein weiterer Meilenstein war die Anklage gegen einen mutmaßlichen Anführer einer Phishing-Bande im September. Der 27-Jährige soll eine Gruppe koordiniert haben, die durch „Call-ID-Spoofing“ und manipulierte Bankdaten einen Schaden von über 1,2 Millionen Euro verursachte. Der Fall demonstriert die technische Raffinesse moderner Angreifer, die traditionelle Sicherheitsbarrieren wie TAN-Verfahren routiniert umgehen.

Vom Pilotprojekt zur digitalen Speerspitze

Die Rekordzahlen markieren zugleich das zehnjährige Bestehen der ZCB. Aus einem kleinen Pilotprojekt mit zwei Staatsanwälten im Jahr 2015 ist eine der wichtigsten digitalen Strafverfolgungsbehörden Deutschlands geworden. Heute arbeiten 30 Staatsanwälte und IT-Forensiker in dem Team.

„Das Bild des einsamen Hackers im Keller ist überholt“, betonte der leitende Oberstaatsanwalt Lukas Knorr bereits früher im Jahr. Die moderne Cyberkriminalität wird von hochorganisierten, global vernetzten Banden betrieben, die mit fast unternehmerischer Professionalität agieren. Besonders bei den Fake-Shops müssen Forensiker oft zweimal hinschauen, um die täuschend echten Fassaden von seriösen Online-Händlern zu unterscheiden. Dieses Know-how macht die ZCB zum Vorbild für andere Bundesländer.

Ausblick 2026: KI und gesetzliche Hürden

Für das kommende Jahr rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen. Eine zentrale Sorge der Ermittler bleibt der Missbrauch von Künstlicher Intelligenz (AI). Sie wird für täuschend echte Phishing-Mails, die Generierung von Betrugs-Websites oder Deepfake-Videos eingesetzt.

Justizminister Eisenreich fordert daher seit Langem gesetzliche Nachbesserungen, um mit der technischen Entwicklung Schritt halten zu können. Ein wiederkehrendes Thema ist die Verbindungsdatenspeicherung. Ohne die Möglichkeit, digitale Fußspuren länger zu verfolgen, bleibe die Identifizierung von Tätern hinter dynamischen IP-Adressen und in verschlüsselten Netzwerken eine enorme Herausforderung. Die zweite Dekade der ZCB wird daher weiter von internationaler Kooperation und der Jagd nach den illegal erwirtschafteten Geldern geprägt sein.

Anzeige

PS: Wenn Sie die finanziellen Folgen von Cyberangriffen minimieren wollen, hilft ein kompakter Leitfaden mit sofort umsetzbaren Maßnahmen. Das Gratis‑E‑Book erklärt in 4 Schritten, wie Sie Mitarbeiter sensibilisieren, Phishing abwehren und KI‑Risiken kontrollieren — ohne große Budgets oder zusätzliche IT‑Mitarbeiter. Praktische Checklisten und Prioritätenlisten machen die Umsetzung leicht. Gratis-Cyber-Sicherheitsleitfaden herunterladen

@ boerse-global.de