Cybercrime, Höchststand

Cybercrime erreicht historischen Höchststand

10.01.2026 - 09:25:12

Ein neuer Sicherheitsreport zeigt einen historischen Höchststand von 47 Millionen gehackten Online-Konten pro Jahr. Finanzverluste stiegen um 50%, und KI-gestützte Angriffe verschärfen die Lage.

47 Millionen Online-Konten wurden innerhalb eines Jahres geknackt – das entspricht einem kompromittierten Account pro Sekunde. Diese alarmierende Zahl aus einem neuen Sicherheitsreport markiert einen historischen Höchststand digitaler Kriminalität. Die Daten zeigen eine Krise, die Unternehmensabwehren überfordert und Regulierungen weltweit verschärft.

Unvorstellbares Ausmaß der Datenpannen

Die Analyse, die diese Woche veröffentlicht wurde, offenbart ein beispielloses Volumen kompromittierter Accounts. 47 Millionen Zugänge wurden innerhalb von zwölf Monaten gehackt. Parallel verzeichnete das australische Datenschutzamt 1.113 meldepflichtige Datenlecks für 2024 – den höchsten Stand seit Einführung der Meldepflicht.

Die finanziellen Verluste durch Cyberkriminalität stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent. Experten warnen vor einem sich selbst verstärkenden Kreislauf: Die Masse gestohlener Zugangsdaten – oft mit Namen, E-Mail-Adressen und Finanzdetails – liefert Munition für Phishing-Kampagnen, Identitätsdiebstahl und Account-Übernahmen in industriellem Maßstab.

Anzeige

Viele Unternehmen unterschätzen, wie schnell Phishing & automatisierte Angriffe durch KI skaliert werden – besonders nach großflächigen Datenlecks wie den jetzt veröffentlichten 47 Millionen kompromittierten Konten. Ein kostenloser Branchen-Report zeigt praxisnahe Maßnahmen zur Stärkung der IT-Resilienz, konkrete Checklisten für Erkennung und Wiederherstellung sowie kostengünstige Schritte, die IT-Teams sofort umsetzen können. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Finanzbranche und Telekommunikation im Visier

Der Anstieg betraf nicht eine einzelne Branche, sondern mehrere kritische Sektoren. Besonders im Fokus standen Finanzinstitute, Telekommunikationsanbieter und Versicherungen – wohl wegen des hohen Werts ihrer Kundendaten.

Großvorfälle trieben die Zahlen in die Höhe. So meldete die Fluggesellschaft Qantas ein Datenleck mit Informationen von 5,7 Millionen Kunden. Solche Vorfälle legen Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur großer Konzerne offen.

Cyberkriminelle zielen zunehmend auf Datenbanken mit Millionen Nutzerdatensätzen. Gestohlene Informationen landen auf Darknet-Marktplätzen, wo sie von anderen Gruppen für Folgeangriffe wie Credential Stuffing oder gezielte Betrugsversuche gekauft werden.

Regulierungsdruck und neue Haftungsrisiken

Die Veröffentlichung fällt mit dem ersten Jahrestag des verschärften australischen Cybersecurity Act 2024 zusammen. Das Gesetz behandelt Cybersicherheit als Kerndisziplin – vergleichbar mit Finanzmanagement oder Lieferkettenlogistik.

Bußgelder für gravierende Datenschutzverstöße können nun bis zu 50 Millionen Euro oder einen Prozentsatz des Jahresumsatzes erreichen. Diese Entwicklung zwingt Vorstände, Datensicherheit vom IT-Thema zur Chefsache zu machen.

Zudem wurde ein neues Cyber Incident Review Board etabliert. Nach Vorbild von Flugsicherheitsuntersuchungen führt es „verschuldensunabhängige“ Ermittlungen bei größeren Vorfällen durch. Ziel sind branchenweite Empfehlungen zur Prävention, nicht bloße Schuldzuweisung.

Smart Devices als Einfallstor

Laut Report treibt die Verbreitung unsicherer Internet-of-Things-Geräte die Kontokompromittierungen voran. Vernetzte Geräte werden zunehmend als Einstiegspunkte genutzt, um Unternehmens- und Privatnetzwerke zu infiltrieren.

Neue Sicherheitsstandards verbieten nun universelle Standardpasswörter – eine häufige Schwachstelle – und schreiben öffentliche Meldemechanismen für Sicherheitslücken vor. Hersteller müssen klare Supportzeiträume für Sicherheitsupdates angeben, um Lücken bei alternder Smart-Hardware zu schließen.

KI als Gamechanger für Kriminelle

Experten erwarten keine Entspannung der Angriffslage. Die Integration künstlicher Intelligenz in Cybercrime-Tools ermöglicht Angreifern, ihre Operationen zu automatisieren und zu skalieren. Die „Ein-Bruch-pro-Sekunde“-Rate könnte zur neuen Normalität werden.

Doch die gesetzgeberische Antwort zeigt einen Weg auf. Durch strengere Governance und transparenten Informationsaustausch zwischen Staat und Industrie hoffen Regulierer, eine „cyber-reifere“ Wirtschaft aufzubauen. Der Fokus für 2026 dürfte sich auf Resilienz verlagern: Die Erkenntnis setzt sich durch, dass sich Datenpannen vielleicht nicht immer verhindern lassen – aber die Geschwindigkeit von Erkennung und Wiederherstellung die Verbraucherauswirkungen massiv mindern kann.

Die Botschaft des Reports ist eindeutig: Die Ära, in der Datenlecks als bloße Betriebskosten abgetan wurden, ist vorbei. Bei 47 Millionen kompromittierten Konten und schwindender regulatorischer Geduld ist der Handlungsdruck für robuste, proaktive Cybersicherheit so groß wie nie.

Anzeige

PS: Unternehmensverantwortliche, IT-Leiter und Geschäftsführer, die schnell umsetzbare Strategien suchen, erhalten mit dem kostenlosen E‑Book praxisnahe Vorlagen zur Hacker-Abwehr, Phishing-Prävention und Notfallplanung – plus Beispiele, wie Mittelständler ihre Sicherheitslage ohne teure Personalausgaben deutlich verbessern konnten. Gratis Cyber-Security-Guide anfordern

@ boerse-global.de