Conduent-Datenleck, Volvo

Conduent-Datenleck trifft auch Volvo und 25 Millionen Menschen

12.02.2026 - 02:01:11

Ein Hack beim Dienstleister Conduent hat sensible Daten von Millionen Menschen offengelegt, darunter Tausende Volvo-Beschäftigte. Die Vorfälle zeigen die anhaltende Bedrohung durch Ransomware und Lieferkettenangriffe.

Ein katastrophaler Hack bei einem Dienstleister hat persönliche Daten von Millionen Menschen in den USA offengelegt – darunter Tausende Mitarbeiter von Volvo. Die Welle von Datenschutzpannen reißt nicht ab.

Die digitale Vertrauenskrise spitzt sich zu. Nur wenige Wochen nach Jahresbeginn 2026 überschlagen sich die Meldungen über massive Datenlecks. Der bisher schwerste Vorfall: Ein Angriff auf den Geschäftsdienstleister Conduent hat sich zu einer Supply-Chain-Katastrophe ausgeweitet und betrifft nun mindestens 25 Millionen Menschen. Neue Erkenntnisse zeigen, wie tiefgreifend die Schwachstellen in globalen Lieferketten sind.

Supply-Chain-Angriff mit Spätfolgen

Das volle Ausmaß des Hacks bei Conduent wird erst Monate nach der eigentlichen Attacke klar. Das Unternehmen, das für Behörden und Konzerne Zahlungsabwicklung und Dokumentenmanagement betreibt, gab bekannt, dass Angreifer zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 Zugriff auf seine Netzwerke hatten. Doch die Liste der betroffenen Kunden wächst ständig.

Jetzt wurde bekannt: Auch Volvo Group North America ist betroffen. Der Autohersteller meldete den US-Behörden, dass Daten von 16.991 Mitarbeitern kompromittiert wurden. Gestohlen wurden hochsensible Informationen: Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten, Privatadressen und Gesundheitsdaten. Die Panne ist Teil eines viel größeren Lecks, von dem allein in Texas schätzungsweise 15 Millionen und in Oregon über 10 Millionen Menschen betroffen sind.

Die Verzögerung zwischen Angriff und Benachrichtigung – bei Volvo dauerte es über ein Jahr – unterstreicht, wie komplex und langwierig die Aufklärung von Lieferketten-Angriffen ist. Die Ransomware-Gruppe Safepay hat die Attacke bereits für sich reklamiert.

Stalkerware-Firma selbst ausspioniert

Die Conduent-Panne ist kein Einzelfall. Einen Tag zuvor, am 10. Februar 2026, wurde ein schwerer Sicherheitsvorfall bei einem Anbieter von Überwachungssoftware publik. Ein Hacktivist erbeutete und veröffentlichte über 536.000 Zahlungsdatensätze der ukrainischen Firma Struktura. Das Unternehmen vertreibt Apps wie uMobix und Geofinder, mit denen heimlich Handys überwacht werden können.

Die Ironie des Vorfalls: Ausgerechnet Kunden einer branchen, die Privatsphäre aushebelt, wurden nun selbst zum Opfer digitaler Spionage. Die geleakten Daten enthalten E-Mail-Adressen, gekaufte App-Lizenzen und teilweise Kreditkartendetails. Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf die Sicherheitsmängel in einem kaum regulierten Marktsegment.

Ransomware-Gangs legen weiterhin das Tempo vor

Die Bedrohungslage bleibt dynamisch. Datenbanken für Sicherheitsvorfälle verzeichnen diese Woche einen steten Strom neuer Opfer. Allein am 11. Februar tauchten mehrere Unternehmen, darunter die globale Personalberatung Boyden, auf Leak-Sites von Erpressergruppen auf.

Experten identifizieren klare Trends für 2026: Ransomware bleibt die dominante Bedrohung. Gruppen wie Play und INC Ransomware attackieren weiterhin Unternehmen jeder Größe. Der häufigste Angriffsvektor ist dabei nicht der direkte Vorstoß, sondern die Ausnutzung eines schwachen Glieds in der Lieferkette oder einer Sicherheitslücke in Standardsoftware.

Angreifer setzen zunehmend Künstliche Intelligenz ein, um Attacken zu automatisieren und unentdeckt Schwachstellen auszunutzen. Dieser technologische Vorsprung der Kriminellen zwingt Unternehmen dazu, nicht nur die eigene IT-Sicherheit, sondern auch die aller Partner und Zulieferer kritisch zu hinterfragen.

Konsequenzen: Mehr Transparenz und härtere Regulierung?

Die Häufung der Vorfälle stellt das fundamentale Vertrauen in die digitale Wirtschaft infrage. Nutzer gehen davon aus, dass ihre Daten sicher sind – doch dieses Versprechen wird immer häufiger gebrochen, oft von Partnern, deren Namen sie nie gehört haben.

Für betroffene Verbraucher heißt die Devise: Wachsamkeit. Sie sollten angebotene Kreditüberwachungsdienste nutzen, Betrugswarnungen bei Finanzinstituten einrichten und besonders auf Phishing-E-Mails achten, die mit den gestohlenen Daten persönlicher wirken.

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Für Unternehmen wird das Risikomanagement in der Lieferkette zur Überlebensfrage. Blinder Vertrauensvorschuss für Dienstleister ist keine Strategie mehr. Firmen müssen verifizierbare Nachweise für Sicherheitsstandards einfordern und ihre Systeme so aufbauen, als könnte jeder Partner zum Einfallstor werden.

Die Prognose für 2026 ist düster: Ohne einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Drittanbieterrisiken wird der Sturm der Datenpannen weiter toben. Die Ereignisse der letzten Wochen machen deutlich, dass härtere regulatorische Schritte und mehr Transparenz unausweichlich sein könnten.

@ boerse-global.de

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