Computer Vision Syndrom: So schützen Sie Ihre Augen im digitalen Alltag
30.01.2026 - 22:54:12Stundenlanges Starren auf Bildschirme führt bei vielen zu digitaler Augenbelastung. Experten warnen vor dem sogenannten Computer Vision Syndrom (CVS), das von trockenen Augen bis zu chronischen Kopfschmerzen reichen kann. Die gute Nachricht: Mit gezielten Übungen und der richtigen Ergonomie lässt sich gegensteuern.
Die stille Epidemie am Arbeitsplatz
Die Symptome sind vielfältig: brennende Augen, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit und Nackenschmerzen. Eine Hauptursache ist die reduzierte Lidschlagfrequenz. Vor dem Bildschirm blinzeln wir unbewusst seltener, die Augen trocknen aus. Schätzungen zufolge ist ein Großteil der intensiven Digitalnutzer betroffen.
Das Problem liegt in der Dauerbelastung. Die Augenmuskeln ermüden durch das ständige Fokussieren in der Nähe. Ungünstiges Licht, Blendungen und eine schlechte Sitzhaltung verschärfen die Situation. Unbehandelt kann CVS sogar bisher unerkannte Sehfehler wie Weitsichtigkeit verstärken.
Aktive Entspannung: Einfache Übungen für zwischendurch
Augenärzte empfehlen einfache Trainings, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Die bekannteste Methode ist die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in etwa 6 Metern Entfernung blicken.
Weitere wirksame Techniken sind:
* Nah-Fern-Fokus: Wechselnd einen nahen Daumen und ein entferntes Bild für einige Sekunden fixieren.
* Bewusstes Blinzeln: Ein aktiver Gegenimpuls zur reduzierten Lidschlagfrequenz.
* Palming: Mit den warmen Handflächen die geschlossenen Augen bedecken – Dunkelheit und Wärme entspannen.
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Der richtige Arbeitsplatz macht den Unterschied
Neben Übungen ist die ergonomische Einrichtung entscheidend:
* Abstand: Der Monitor sollte 50 bis 80 Zentimeter vom Auge entfernt stehen.
* Höhe: Die Oberkante des Bildschirms auf oder knapp unter Augenhöhe.
* Licht: Der Bildschirm steht quer zum Fenster, um Blendung zu vermeiden.
* Technik: Mattschirme mit hoher Bildwiederholrate sind schonender.
Auch Software-Einstellungen wie eine größere Schriftart oder der Nachtmodus entlasten die Augen. Ein gutes Raumklima mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beugt Trockenheit vor.
Vom individuellen Problem zur Frage der Gesundheit
CVS entwickelt sich zu einer Frage der öffentlichen Gesundheit. In Österreich etwa schreibt die Bildschirmarbeitsverordnung bereits regelmäßige Pausen und augenärztliche Untersuchungen vor. Unternehmen erkennen zunehmend, dass Augengesundheit direkt mit Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zusammenhängt.
Die Zukunft könnte smarte Lösungen bringen: KI-gestützte Diagnostik, adaptive Brillen oder Kontaktlinsen, die den Augendruck messen. Entscheidend bleibt jedoch eine Kultur der Prävention – mit regelmäßigen Sehtests und einem achtsamen Umgang mit den eigenen Augen im digitalen Alltag.


