Compliance, Handbücher

Compliance 2026: Alte Handbücher schützen nicht mehr vor Haftung

04.02.2026 - 05:00:12

Deutsche Manager haften zunehmend persönlich für veraltete Compliance-Systeme. Neue Gesetze und verschärfte Ermittlungspraxis machen symbolische Richtlinien wertlos.

In einer immer komplexeren Regulierungslandschaft wird das Compliance-Management zur Überlebensfrage für Vorstände und Geschäftsführer. Was früher als lästige Pflicht galt, entwickelt sich bei Ermittlungen zum existenziellen Haftungsrisiko. Experten warnen: Ein verstaubtes Handbuch im Regal bietet heute keinen Schutz mehr.

Viele Unternehmen wiegen sich in falscher Sicherheit. Einmal erstellte Verhaltenskodizes und Risikoanalysen veralten schnell – und werden vor Gericht wirkungslos. „Compliance ist kein statischer Besitz, sondern ein dynamisches System“, betonen Rechtsexperten Anfang 2026. Entscheidend ist nicht das Vorhandensein von Regeln, sondern ob sie aktuell, verständlich und im Alltag gelebt werden.

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Die Realität sieht oft anders aus: Schulungen liegen Jahre zurück, Zuständigkeiten sind unklar, und Risikobewertungen spiegeln nicht mehr die aktuelle Geschäftstätigkeit wider. Ein solches System auf dem Papier entfaltet keine echte Steuerungswirkung. Bei unangekündigten Durchsuchungen – sogenannten Dawn Raids – zeigt sich dann schnell, ob Compliance gelebt wird oder nur dokumentiert ist.

NIS-2: Der persönliche Haftungshebel

Die Dringlichkeit zur Modernisierung wird durch neue Gesetze massiv verschärft. Das NIS-2-Umsetzungsgesetz führt seit Anfang 2026 die persönliche Haftung der Geschäftsleitung für IT-Sicherheit ein. Rund 30.000 Einrichtungen in Deutschland unterliegen nun verschärften Pflichten.

Manager müssen die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen nicht nur billigen, sondern aktiv überwachen. Diese Entwicklung ist symptomatisch für einen breiten Trend: Der Gesetzgeber nimmt die Unternehmensführung stärker in die Pflicht und etabliert direkte Konsequenzen. Aus einem abstrakten Organisationsverschulden werden plötzlich konkrete persönliche und finanzielle Folgen.

Im Ernstfall: Ruhe bewahren und Protokoll führen

Sollte es trotz aller Vorsicht zu einer Durchsuchung kommen, ist professionelles Verhalten entscheidend. Oberstes Gebot: Sofort Geschäftsleitung und Rechtsabteilung informieren. Externe Strafverteidiger sollten hinzugezogen werden.

Mitarbeiter sollten angewiesen werden, keine spontanen Aussagen zu machen und Ermittler höflich an die zuständigen Ansprechpartner zu verweisen. Der Durchsuchungsbeschluss muss genau geprüft werden, um den Umfang der Maßnahme zu verstehen. Wichtig ist die Spiegelung – die genaue Protokollierung aller beschlagnahmten Unterlagen. So behält das Unternehmen den Überblick und kann seine Geschäftsabläufe bestmöglich schützen.

Prävention als einzige wirksame Strategie

Reaktives Krisenmanagement reicht nicht mehr aus. Der Fokus muss auf einem lebendigen, proaktiven Compliance-Management-System (CMS) liegen. Behörden erwarten heute, dass Risikomanagement integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist.

Ein wirksames CMS senkt nicht nur das Risiko von Ermittlungsverfahren. Es signalisiert auch nach außen verantwortungsvolle Unternehmensführung und schützt die wertvolle Reputation. Die Investition in regelmäßige Aktualisierungen, verständliche Schulungen und klare Prozesse ist damit keine Kostenfrage mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Ausblick: Der Druck wird weiter steigen

Für 2026 und darüber hinaus zeichnet sich ein noch strengeres regulatorisches Umfeld ab. Themen wie Lieferkettentransparenz, ESG-Kriterien und die kommende KI-Regulierung werden die Anforderungen weiter erhöhen.

Die Modernisierung des Compliance-Systems ist damit kein Projekt mit Enddatum, sondern ein permanenter Prozess. Die Geschäftsführung muss eine entsprechende Kultur im gesamten Unternehmen verankern und ausreichend Ressourcen bereitstellen. Nur so bleiben Unternehmen nicht nur rechtlich abgesichert, sondern auch im Wettbewerb zukunftsfähig.

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