Comparis-Studie: Schweizer lehnen höheres Bauen trotz Wohnungsnot ab
27.01.2026 - 02:14:12Eine klare Mehrheit der Schweizer spürt die Wohnungsnot, lehnt aber die nötigen baulichen Lösungen ab. Das zeigt eine neue Studie des Vergleichsdienstes Comparis. Die Akzeptanzkrise droht, die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt weiter zu verschärfen.
59 Prozent der Befragten geben an, in ihrer Region eine Wohnungsnot zu spüren. In städtischen Gebieten sind es sogar 66 Prozent. Gleichzeitig offenbart die Studie eine massive Opposition gegen die gängigsten Maßnahmen zur Schaffung von neuem Wohnraum.
Hohe Ablehnung für höhere und dichtere Bauweisen
Die Kernherausforderung liegt in der mangelnden Akzeptanz konkreter Bauvorhaben. Laut der Studie lehnt die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) den Bau von Gebäuden mit mehr als sechs Stockwerken in ihrer eigenen Gemeinde ab. Noch deutlicher fällt das Urteil bei dichterer Bebauung aus.
* Dichtere Bebauung: 68 Prozent der Teilnehmenden sind dagegen.
* Umwandlung von Grünflächen: Zwei Drittel (66 Prozent) lehnen neue Bauzonen auf solchen Flächen ab.
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Diese Zahlen verdeutlichen: Die theoretische Notwendigkeit von mehr Wohnraum trifft in der Praxis auf harten lokalen Widerstand.
Einziger Lichtblick: Beschleunigung von Bauverfahren
Ein differenzierteres Bild zeigt sich bei administrativen Hürden. Eine relative Mehrheit von 47 Prozent befürwortet eine Einschränkung von Einsprachemöglichkeiten, um Bauprojekte zu beschleunigen. 43 Prozent lehnen dies ab.
Die Bevölkerung scheint eher bereit, prozessuale Anpassungen zu akzeptieren als massive Eingriffe in das Landschaftsbild. „Man will weder höher noch dichter bauen und gleichzeitig keine Grünflächen antasten“, fasst Comparis-Experte Harry Büsser das Dilemma zusammen.
Theorie vs. Praxis: Das ungenutzte Potenzial
Die Skepsis steht im Widerspruch zum enormen Potenzial, das Experten in der Innenentwicklung sehen. Eine bereits im Oktober 2025 veröffentlichte Studie von Sotomo zeigte: Durch Verdichtung auf bestehenden Siedlungsflächen könnte Wohnraum für bis zu zwei Millionen zusätzliche Menschen geschaffen werden – ohne neue Grünflächen zu überbauen.
Die Diskrepanz zwischen diesem theoretischen Potenzial und der mangelnden öffentlichen Akzeptanz stellt die größte Hürde für die Schweizer Raumplanung dar.
Kontext: Eine sich verschärfende Krise
Die Ergebnisse fügen sich in ein düsteres Gesamtbild. Anfang des Jahres warnte bereits der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO), Martin Tschirren, vor einer weiteren Verschärfung der Wohnungsknappheit in diesem Jahr.
Als Haupttreiber nannte er Bevölkerungswachstum und robuste Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig bleibt die Bautätigkeit unzureichend. Die aktuelle Akzeptanzkrise wirkt hier wie ein Brandbeschleuniger.
Zukunftsausblick: Suche nach dem Kompromiss
Die Schweiz steht vor einer Zerreissprobe. Der aktuelle Weg der Verdichtung nach innen stößt an gesellschaftliche Grenzen. Der politische Druck auf Gemeinden und Kantone wird zunehmen.
Mögliche Ansätze liegen in einer stärkeren Fokussierung auf die Qualität der Verdichtung, bei der mehr Dichte mit einer Aufwertung von Grünflächen verbunden wird. Ebenso dürfte die Debatte um eine Vereinfachung der Bewilligungsverfahren an Fahrt gewinnen. Langfristig wird die Schweiz einen gesellschaftlichen Kompromiss finden müssen, wie sie wachsen will.
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