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Communication Federal Credit Union: Millionen-Vergleich nach Datenleck steht vor Richter

07.01.2026 - 09:42:12

Ein 2,9-Millionen-Euro-Vergleich für Tausende Geschädigte eines Datenlecks steht heute in Oklahoma City auf dem Prüfstand. Ein Bezirksgericht entscheidet über die endgültige Genehmigung der Sammelklage gegen die Communication Federal Credit Union.

Der Termin markiert den vorläufigen Schlusspunkt einer Auseinandersetzung, die auf einen schweren Sicherheitsvorfall zwischen Ende 2023 und Anfang 2024 zurückgeht. Damals waren hochsensible Mitgliederdaten der US-Genossenschaftsbank gestohlen worden – darunter Sozialversicherungsnummern, Führerscheindaten und Bankinformationen.

Im Verfahren In re Communication Federal Credit Union Data Breach Litigation muss der Richter heute bewerten, ob der ausgehandelte Vergleich „fair, angemessen und ausreichend“ ist. Die Anhörung gilt zwar als formal, ist aber entscheidend: Sie ebnet den Weg für Auszahlungen an berechtigte Klassemitglieder.

Auf der Tagesordnung stehen drei zentrale Punkte:
* Die endgültige Bestätigung des betroffenen Personenkreises
* Die Prüfung eventueller Einwände von Mitgliedern gegen die Vergleichsbedingungen
* Die Entscheidung über Anwaltskosten und Entschädigungen für die Hauptkläger

Die Bank hatte den Vergleich ohne Schuldeingeständnis vorgeschlagen, um langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Sie betont, ihre Cybersicherheitsmaßnahmen inzwischen deutlich verbessert zu haben.

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So sollen Geschädigte entschädigt werden

Der Vergleich sieht zwei Entschädigungswege für die betroffenen US-Bürger vor – doch die Antragsfrist ist bereits abgelaufen.

1. Erstattung nachweislicher Verluste
Wer konkrete finanzielle Schäden durch Identitätsdiebstahl oder Betrug nachweisen konnte, war berechtigt, bis zu 7.500 Euro zu beantragen. Voraussetzung waren Belege wie Kontoauszüge oder Handwerkerrechnungen.

2. Pauschale Auszahlung
Alle anderen Geschädigten konnten eine Pauschalzahlung beantragen. Die vorläufigen Schätzungen gingen von durchschnittlich 125 Euro aus – der endgültige Betrag hängt jedoch von der Gesamtzahl der gültigen Anträge ab.

Zusätzlich stand allen Betroffenen ein kostenloser dreijähriger Identitätsschutz mit Kreditüberwachung zu. Diese Leistung zielt besonders auf den Schutz der gestohlenen Sozialversicherungsnummern ab.

Signalwirkung für die Finanzbranche

Das Verfahren findet vor dem Hintergrund wachsender Cybersicherheits-Sorgen im Finanzsektor statt. Genossenschaftsbanken gelten zwar als kommunal verwurzelt, werden aber zunehmend zum Ziel professioneller Hackerangriffe – die gestohlenen Daten sind besonders wertvoll.

Der Vergleich in dieser Höhe sendet ein deutliches Signal an die Branche. „Die 2,9 Millionen Euro spiegeln nicht nur direkte Schäden wider, sondern auch die steigenden Kosten für Compliance und die rechtliche Verantwortung für Datensicherheit“, kommentiert ein Branchenbeobachter.

Der vergleichsweise schnelle Abschluss des Falls – nur etwa zwei Jahre vom Vorfall bis zur möglichen endgültigen Genehmigung – unterstreicht den Druck auf Institute, solche Haftungsfragen zügig zu klären. Das Vertrauen der Kunden steht auf dem Spiel.

Wann fließt das Geld?

Für die betroffenen Bankmitglieder hängt alles von der heutigen Entscheidung des Richters ab.

  • Bei Genehmigung: Ergeht heute ein rechtskräftiger Beschluss und legt niemand Berufung ein, wird der Vergleich in etwa 30 Tagen wirksam. Die Auszahlungen würden dann voraussichtlich Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2026 beginnen.
  • Bei Berufung: Einspritche könnten die Zahlungen um Monate oder Jahre verzögern. Experten halten dies jedoch für unwahrscheinlich, da der Vergleich standardisierten Mustern folgt.

Wer die Antragsfrist vom 22. Dezember 2025 verpasst hat, erhält keine Geldleistung mehr. Diese Personen bleiben dennoch an den Vergleich gebunden und können die Bank nicht individuell verklagen.

Aktualisierungen zum Gerichtsbeschluss werden voraussichtlich kurz nach der Anhörung auf der offiziellen Vergleichswebsite CFCUDataIncidentSettlement.com veröffentlicht.

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