Colorados, KI-Gesetz

Colorados KI-Gesetz: Frist für Unternehmen bis Juni 2026 verlängert

01.02.2026 - 01:39:12

Die umfassenden KI-Regeln in Colorado treten erst Ende Juni in Kraft – Unternehmen gewinnen fünf Monate Vorbereitungszeit. Der Aufschub folgt auf heftige Debatten und lässt Raum für Nachbesserungen.

Denver. Colorado verschiebt den Start seines wegweisenden Künstliche-Intelligenz-Gesetzes auf den 30. Juni 2026. Die ursprünglich für den 1. Februar geplante Frist wird damit um fünf Monate verlängert. Unternehmen und Software-Entwickler erhalten so mehr Zeit, um sich auf eines der strengsten KI-Regelwerke der USA vorzubereiten. Die Kernvorschriften – eine umfangreiche Sorgfaltspflicht und Transparenzregeln für Hochrisiko-KI – bleiben jedoch unverändert.

Das Gesetz, das als erstes in den USA einen breiten Rahmen gegen algorithmische Diskriminierung setzt, wird nun im laufenden Parlamentsjahr nochmals überarbeitet. Verstöße können bis zu 20.000 Euro pro Fall kosten und werden von der Generalstaatsanwaltschaft verfolgt.

Der Aufschub ist das Ergebnis eines politischen Ringens. Gouverneur Jared Polis und Hunderte Tech-Manager hatten die ursprüngliche Fassung kritisiert: Zu hohe Kosten und Innovationshemmnisse, besonders für kleinere Entwickler, seien die Folge. In einer Sondersitzung im August 2025 einigte sich das Parlament schließlich auf die Verlängerung.

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Die zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um im regulären Gesetzgebungsverfahren 2026 strittige Punkte zu klären. Ein Jahr lang haben sich Industrielobbyisten und Verbraucherschützer gegenüber gestanden. Die Debatte zeigt die grundsätzliche Schwierigkeit: Wie reguliert man KI wirksam, ohne ihre wirtschaftlichen Chancen zu ersticken?

Das steht in der neuen KI-Regelung

Der Gesetzentwurf adressiert Hochrisiko-KI-Systeme. Das sind automatisierte Systeme, die wesentliche Entscheidungen vorbereiten oder treffen – etwa über Jobs, Wohnungen, Kredite oder Gesundheitsleistungen. Die Pflichten unterscheiden klar zwischen Entwicklern und Anwendern.

Für KI-Entwickler gelten vier Hauptpflichten:
* Sorgfaltspflicht: Sie müssen alle bekannten und vorhersehbaren Risiken algorithmischer Diskriminierung mit angemessener Sorgfalt vermeiden.
* Dokumentation: Anwenderfirmen erhalten detaillierte Angaben zum Zweck, Einsatzgebiet und Diskriminierungsrisiken der KI.
* Transparenz: Eine öffentliche Webseite muss über die entwickelten Hochrisiko-Systeme und das Risikomanagement informieren.
* Risikomeldung: Entdeckte Diskriminierungsrisiken sind umgehend der Staatsanwaltschaft und allen Anwendern mitzuteilen.

Für Anwender-Unternehmen sieht das Gesetz vor:
* Risikomanagement: Ein robustes Programm zur Steuerung von Hochrisiko-KI muss implementiert werden.
* Folgenabschätzungen: Regelmäßige Bewertungen der KI-Auswirkungen sind zu dokumentieren.
* Verbraucherinformation: Kunden müssen informiert werden, wenn eine KI eine Entscheidung über sie getroffen hat – einschließlich des Hinweises auf ein Widerspruchsrecht.

Die Compliance-Herausforderung für Unternehmen

Die verlängerte Frist bis Juni ist kein Grund zur Entwarnung. Experten raten dringend, die Vorbereitungen jetzt zu starten. Wer abwartet, bis das Parlament fertig verhandelt hat, könnte in Zeitnot geraten.

Unternehmen sollten nun:
1. Ihre KI-Systeme inventarisieren und Hochrisiko-Anwendungen identifizieren.
2. Interne Governance-Rahmen und Risikomanagement-Programme entwickeln.
3. Die geforderten Dokumentations- und Informationsprozesse vorbereiten.

Die Mühe lohnt sich: Verstöße werden als unlautere Handelspraktiken geahndet und können teuer werden.

Colorados Vorreiterrolle in den USA

Mit seinem Gesetz steht Colorado an der Spitze einer nationalen Bewegung. In Ermangelung einer bundesweiten KI-Regulierung entsteht in den USA ein Flickenteppich aus Landesgesetzen. Colorados Ansatz, der sich an der EU-KI-Verordnung orientiert und Entwickler wie Anwender in die Pflicht nimmt, wird bundesweit genau beobachtet.

Andere Bundesstaaten werden aus den Herausforderungen in Colorado lernen. Die zentrale Frage der KI-Regulierung wird hier praktisch verhandelt: Wie schützt man Verbraucher, ohne Innovation zu behindern? Die Entscheidungen in Denver werden die nationale Gesetzgebung prägen.

Was jetzt auf dem Spiel steht

Im aktuellen Parlamentsjahr bis Mai 2026 wird das Gesetz weiter debattiert. Verbraucherschützer wie der AARP dringen auf strenge Transparenzvorgaben und effektive Beschwerdemöglichkeiten für Betroffene.

Die Zeit wird knapp: Nach dem parlamentarischen Finale im Mai bleibt der Generalstaatsanwaltschaft nur wenig Zeit für Durchführungsbestimmungen. Den Unternehmen bleiben dann wenige Wochen, um sich auf den finalen Text einzustellen, bevor die Regeln Ende Juni wirksam werden. Die nächsten Monate entscheiden über die Zukunft der KI-Regulierung – in Colorado und weit darüber hinaus.

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