Collabora, Office

Collabora Office: Radikal neues Konzept vereint Web und Desktop

27.11.2025 - 03:30:12

Eine Open-Source-Office-Suite, die online wie offline identisch funktioniert – klingt unspektakulär, ist aber eine technische Revolution. Collabora Productivity hat gestern seinen Desktop-Ableger komplett neu aufgesetzt und bricht dabei mit jahrzehntelangen Konventionen. Das Ergebnis: Eine Anwendung, die Microsoft 365 und Google Workspace mit eigenen Waffen schlagen will.

Die Neuauflage steht ab sofort für Windows, macOS und Linux zum Download bereit. Doch was auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Update wirkt, entpuppt sich als fundamentaler Umbau der gesamten Architektur.

Der springende Punkt: Collabora hat die klassische Desktop-Programmierung über Bord geworfen. Statt der bisherigen Visual Class Library (VCL) – dem Werkzeugkasten traditioneller Open-Source-Bürosoftware – setzt das Unternehmen nun auf JavaScript, CSS, WebGL und HTML5 Canvas. Dieselben Technologien also, die auch Collabora Online im Browser antreiben.

Anzeige

Viele Windows-10‑Nutzer machen beim Umstieg auf Windows 11 genau diesen Fehler: Sie unterschätzen die Daten- und Programmübernahme und riskieren so verlorene Einstellungen oder fehlende Anwendungen. Der kostenlose Gratis-Report erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Dateien, Programme und Nutzerkonten sicher migrieren, welche Backup-Checks nötig sind und welche Einstellungen Sie sofort vornehmen sollten. Gerade wenn Sie parallel verschiedene Office‑Suiten testen, hilft der Leitfaden, Chaos zu vermeiden. Jetzt kostenlosen Windows‑11‑Komplett‑Report sichern

Was bedeutet das konkret? Die neue Desktop-Version ist im Kern eine lokal ausgeführte Instanz der Web-Variante. Kein Server nötig, keine Internetverbindung erforderlich – aber die exakt gleiche Darstellung und Bedienung wie im Browser.

„Wir freuen uns, Desktop-Nutzern mit dieser ersten Version die Möglichkeit zu geben, sowohl online als auch offline komfortabel zu arbeiten”, erklärt Michael Meeks, CEO von Collabora Productivity. „Diese Veröffentlichung zeigt die Richtung unserer Produktpalette – und als Open-Source-Unternehmen lieben wir es, gemeinsam mit anderen an neuen Funktionen zu arbeiten.”

Die Konsequenz dieser Vereinheitlichung: Ein Dokument sieht auf dem Desktop pixelgenau so aus wie im Browser. Keine Darstellungsunterschiede mehr, keine bösen Überraschungen beim Plattformwechsel.

Aufgeräumt und fokussiert

Das Interface orientiert sich bewusst an modernen Standard-Suites. Statt der klassischen Menüleiste gibt es eine Ribbon-Oberfläche mit Tabs – vertraut für alle, die mit Microsoft Office oder der Web-Version von Collabora gearbeitet haben.

Weitere Merkmale der gestrigen Veröffentlichung:

  • Schlanke Installation: Keine Java-Abhängigkeit mehr – das spart Speicherplatz und Systemressourcen
  • Formatvielfalt: Vollständige Unterstützung für ODF und Microsoft-Formate (DOCX, XLSX, PPTX)
  • Lokale Verarbeitung: Trotz Web-Technologie bleiben alle Daten auf dem Gerät – kein Cloud-Zwang

Der Fokus liegt klar auf den Kernanwendungen: Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc) und Präsentationen (Impress). Die Datenbankkomponente Base fehlt hingegen. Auch das Bearbeiten von Makros in BASIC oder Python ist derzeit nicht möglich – ausführen lassen sie sich allerdings.

Zwei Editionen für unterschiedliche Bedürfnisse

Wer auf erweiterte Funktionen angewiesen ist, muss nicht verzichten. Parallel zur Neuauflage hat Collabora die bisherige Desktop-Version umbenannt: Collabora Office Classic führt die bewährte VCL-Architektur fort und richtet sich an Power-User sowie Unternehmen mit komplexen Anforderungen.

Diese Zwei-Gleise-Strategie soll Innovation und Stabilität verbinden. Während die neue Version das Feld für moderne Arbeitsabläufe bereitet, bleibt „Classic” die erste Wahl für Organisationen, die auf Legacy-Features, umfangreiche Makro-Unterstützung oder die Base-Datenbank angewiesen sind.

Laut Ankündigung plant Collabora, die neue Architektur bis 2026 auf Enterprise-Niveau zu bringen. Bis dahin empfiehlt das Unternehmen die „Classic”-Edition für unternehmenskritische Einsätze – komplett mit Langzeit-Support.

Angriff auf die Platzhirsche

Mit diesem Schritt stellt sich Collabora direkt gegen Google Workspace und Microsoft 365. Die Strategie: Web-Technologien für Desktop-Software nutzen – ein Ansatz, den bereits Visual Studio Code oder Slack erfolgreich verfolgen.

Besonders im Open-Source-Ökosystem schließt das eine langjährige Lücke. Die Fragmentierung zwischen Desktop- und Cloud-Erlebnis war ein Dauerproblem – Collabora hat sie nun elegant beseitigt.

Für deutschsprachige Nutzer dürfte besonders die Datensouveränität interessant sein. Während internationale Cloud-Dienste oft unter US-Recht operieren, bleibt bei der neuen Lösung alles lokal – ein klarer Vorteil für DSGVO-sensible Umgebungen.

Die Downloads für Windows 11, macOS 15 (Sequoia) und Linux (via Flatpak) sind seit gestern verfügbar. Die Grenze zwischen Online und Offline verschwimmt zunehmend – Collabora zeigt, wie eine Zukunft aussehen könnte, in der beides nur noch Modi derselben konsistenten Erfahrung sind.

Anzeige

PS: Stressfrei zu Windows 11 – mit all Ihren Programmen und Dateien. Der Gratis-Report zeigt in klaren Anleitungen, wie Installation, Daten‑ und Programmübernahme sowie die wichtigsten Sicherheits‑Einstellungen funktionieren, damit beim Wechsel nichts schiefgeht. Ideal, wenn Sie auf Windows 11 umsteigen, parallel Collabora Office nutzen oder ältere Programme übernehmen müssen. Jetzt Windows‑11‑Umstieg sicher planen

@ boerse-global.de