Coinbase, KI-Zahlungen

Coinbase treibt autonome KI-Zahlungen voran

15.02.2026 - 16:22:12

Coinbase und HTX ermöglichen KI-gesteuerten Finanzverkehr ohne menschliche Freigabe. Das x402-Protokoll und dezentrale Modelle transformieren die Maschinen-Ökonomie grundlegend.

KI-Agenten führen künftig autonom Finanztransaktionen aus. Die Entwicklungen von Coinbase, HTX und AINFT markieren einen Wendepunkt für digitale Finanzströme in Europa und weltweit.

Coinbase öffnet KI-Autonomie für Finanzen

Am Mittwoch, 11. Februar 2026, kündigte Coinbase die Einführung von „Agentic Wallets“ an. Die neue Infrastruktur soll KI-Agenten eigenständige Finanzfähigkeiten ermöglichen. Bisher konnten KI-Agenten Daten lesen und Handlungsempfehlungen geben; das Ausführen von Trades oder Zahlungen war bislang an menschliche Freigaben gebunden.

Das System stützt sich auf das „x402“-Protokoll, das maschinelle Zahlungen standardisiert und menschliche Bremser abbaut. Entwickler können KI‑Agenten mit nicht‑verwahrten Wallets ausstatten, die in sicheren Ausführungseinheiten (TEEs) laufen. So können Bots eigenständig Gelder ausgeben, verdienen oder Vermögenswerte auf dem Base-Netzwerk handeln – ohne jede manuelle Bestätigung.

In der begleitenden Dokumentation heißt es, dass das System programmierbare Sicherheitsgrenzen enthält. Entwickler können Sessionsausgaben, Transaktionslimits und weitere Grenzwerte festlegen, damit autonome Agenten innerhalb sicherer finanzieller Rahmen operieren. Die Einführung verwandelt KI damit von bloßen Beratern zu aktiven Wirtschaftsteilnehmern.

HTX und AINFT verknüpfen Web3 mit Spitzen‑KI

Am Samstag, 14. Februar 2026, kündigte HTX (zuvor Huobi) eine strategische Zusammenarbeit mit AINFT an. Ziel ist es, den Zugang zu erstklassigen großen KI-Modellen zu erleichtern, ohne herkömmliche Abonnements oder Kreditkartenprozesse.

Die Partnerschaft integriert die AINFT-Plattform direkt in das HTX-Ökosystem. Nutzer erhalten Zugriff auf Modelle wie Claude Opus 4.5, ChatGPT-5.2 und Gemini 3 Pro, ohne traditionelle Registrierungswege. Stattdessen funktioniert das System nach dem Pay‑as‑you‑go‑Prinzip: Nutzer melden sich über TronLink‑Wallets an, melden sich nicht per E‑Mail oder KYC an und bezahlen mit USDT, TRX oder dem nativen NFT‑Token.

Justin Sun, der AINFT bereits am 11. Februar vorgestellt hatte, betonte, dass das Experiment eine barrierefreie Eintrittsbarriere für dezentralisierte KI schaffen soll. Begleitend gibt es den Global AI Challenge mit einem Preisvolumen von 40.000 USDT, um die Nutzung zu fördern. Berichte deuten darauf hin, dass der Zugang dezentralisiert erfolgt und gegen die herkömmlichen Subskriptionsmodelle der großen KI‑Labore antritt.

Die Entstehung der Maschine‑Ökonomie

Analysten sehen in den parallelen Ankündigungen von Coinbase und dem HTX‑Öko­system eine koordinierte Reife der sogenannten „Agentic Web“. Coinbase konzentriert sich auf die Backend‑Infrastruktur, die Bots untereinander Transaktionen ermöglichen lässt, HTX auf die Konsumentenebene, an der Krypto die native Währung für KI‑Zugriffe wird.

Die Verbindung von x402‑Protokoll und gaslosen Transaktionen auf Base könnte eine der größten Hürden für KI‑Agenten beseitigen: schwankende Transaktionskosten. Dank stabiler Kosten und standardisierter Bezahlwege lassen sich KI‑Agenten mit nur minimalem Wartungsaufwand betreiben.

Gleichzeitig demonstriert die Integration fortschrittlicher Modelle wie Claude Opus 4.5 und ChatGPT‑5.2 in einer krypto-nativen Umgebung eine wachsende Nachfrage nach dezentralisierten Rechenressourcen. Nutzer können hohe Inferenzkosten pro Abfrage mit Kryptowährungen bezahlen – eine Entwicklung, die die Abonnementwirtschaft der großen KI‑Labore herausfordert.

Ausblick: Autonomer Handel, regulatorische Fragen und Sicherheit

Für die Finanzwelt könnte dies der Startschuss für vollständig autonome Fonds oder Lieferkettenagenten sein, die Zahlungen verhandeln und begleichen – ohne menschliches Zutun. Entwickler stehen zunächst vor dem Thema Sicherheit: Wie robust sind TEEs und das x402‑Protokoll gegen unbefugte Transaktionen oder „halluzinierte“ Finanzentscheidungen?

Für den europäischen Markt bedeutet der Schritt eine neue Debatte über Regulierung und Datenschutz. In der EU wird über die Anpassung der Markets in Crypto‑Assets (MiCA) diskutiert, auch im Hinblick auf nicht‑verwahrte Wallets und automatisierte Finanztransaktionen. Deutschland und andere Mitgliedstaaten beobachten genau, wie Solche Entwicklungen mit bestehenden Regeln zu vereinbaren sind. Hinzu kommt die Frage, ob und wie Aufsichtsbehörden die Nutzung von KI‑Agenten im Finanzverkehr überwachen würden – insbesondere in sensiblen Bereichen wie DeFi, Vermögensverwaltung und Zahlungsdienste.

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EU‑Unternehmen wie SAP oder Telekom könnten ähnliche Routen prüfen, um interne Abläufe zu automatisieren oder Kundenschnittstellen zu modernisieren. Der europäische Markt könnte von der verstärkten Interoperabilität zwischen KI-Modellen, Da­ten- und Zahlungsinfrastruktur profitieren – aber nur unter klaren Sicherheits- und Datenschutzauflagen.

Frage am Ende: Wird diese Tech‑Kombination aus KI, Blockchain und maschinenbasierter Abrechnung Europas Finanzwelt nachhaltig transformieren – oder bleibt es eine range‑Hitching‑Opportunity mit hohem regulatorischem Anlaufbedarf? Die nächsten Monate werden zeigen, wie schnell die Technologie in den Alltag von Unternehmen und Verbrauchern überführt wird.

@ boerse-global.de

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