Cloud-Angriffe zielen jetzt auf die Geldbörse
01.02.2026 - 00:03:12Cost-Steering-Attacken gefährden die finanzielle Stabilität deutscher Unternehmen, indem sie Cloud-Kosten unbemerkt in die Höhe treiben. Während die Cyber-Bedrohungslage sich zuspitzt, bereitet diese subtile Angriffsform vielen Firmen Kopfzerbrechen.
Die lautlose Kostenexplosion
Im Kern nutzen diese Angriffe, auch als Economic Denial of Sustainability (EDoS) bekannt, das Geschäftsmodell der Cloud selbst aus. Statt in Systeme einzudringen, manipulieren Hacker gezielt die Betriebskosten. Über Botnetze werden massenhaft Anfragen an besonders teure Cloud-Dienste wie komplexe Datenbankabfragen geschickt. Die Plattform skaliert automatisch – und die Rechnung explodiert. Für das betroffene Unternehmen kann dies existenzbedrohend werden, bevor der Angriff überhaupt bemerkt wird.
Warum herkömmliche Sicherheit versagt
Die Tücke liegt in der Unauffälligkeit. Im Gegensatz zu einem lauten DDoS-Angriff bleibt die Anwendung funktionsfähig. Herkömmliche Sicherheitssysteme wie Firewalls, die auf bekannte Malware-Signaturen achten, sind oft machtlos. Der schädliche Datenverkehr tarnt sich als legitime Nutzeranfrage. Die erste Warnung ist häufig erst die unerwartet hohe Monatsrechnung des Cloud-Anbieters.
Cost-Steering- und andere subtile Cyber-Angriffe treffen vor allem Unternehmen, die ihre Sicherheitsmaßnahmen nur auf klassische Angriffsvektoren ausrichten. Ein kostenloses E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ zeigt praxisnahe Abwehrstrategien — von kontinuierlichem Monitoring der Cloud-Ressourcen über Ratenbegrenzung an APIs bis hin zu organisatorischen Maßnahmen gegen automatisierte Angriffe. Konkrete Checklisten helfen, Anomalien früh zu erkennen und finanzielle Eskalationen zu vermeiden. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen
Neue Compliance-Herausforderungen
Die Folgen gehen über den reinen Finanzschaden hinaus. Eine unkontrollierte Kostenexplosion kann gegen interne Budgetvorgaben verstoßen. Für Unternehmen unter der verschärften EU-NIS-2-Richtlinie könnte ein solcher finanzieller Vorfall sogar meldepflichtig werden. Aktuelle Berichte zur Cyberresilienz bewerten die mangelnde Vorbereitung auf diese Angriffe als erhebliches Defizit.
KI könnte die Bedrohung verschärfen
Experten warnen vor einer strategischen Weiterentwicklung. Künstliche Intelligenz könnte künftig automatisiert die kostspieligsten Komponenten einer Anwendung identifizieren und Angriffe dynamisch anpassen. Ziel ist nicht mehr nur Lösegeld, sondern eine schleichende wirtschaftliche Zermürbung.
So können sich Unternehmen schützen
Die Abwehr erfordert einen neuen Sicherheitsansatz, der über den Datenschutz hinausgeht. Entscheidend sind:
* Strikte Budget-Obergrenzen und Alarmierungen direkt beim Cloud-Anbieter.
* Die Begrenzung von Anfrageraten an öffentlichen API-Schnittstellen.
* Eine kontinuierliche Überwachung der Ressourcennutzung auf Anomalien.
Zukünftig könnten KI-gestützte Systeme helfen, verdächtige Muster zu erkennen, bevor die Kosten eskalieren. In einer sich schnell wandelnden Bedrohungslandschaft ist ein proaktiver Ansatz unerlässlich – zum Schutz von Daten und finanzieller Stabilität gleichermaßen.


