Citibank muss 3,5 Millionen Euro nach Betrug an Seniorin zahlen
04.01.2026 - 21:52:12Ein New Yorker Gericht hat Citibank zu einer Rekordzahlung verurteilt, weil die Bank den digitalen Raubzug an einer bettlägerigen Seniorin nicht verhinderte. Das Urteil stellt die Betrugserkennungssysteme der gesamten Finanzbranche infrage.
New York – Es ist ein Paukenschlag für den digitalen Bankensektor: Ein New Yorker Gericht hat Citibank verpflichtet, rund 3,5 Millionen Euro an eine bettlägerige, 80-jährige Schlaganfallpatientin zu zahlen. Der Grund? Die Bank versagte komplett, als ein Familienmitglied systematisch über 770.000 Euro von den Konten der hilflosen Seniorin abhob. Das Urteil, das am Wochenende bekannt wurde, offenbart katastrophale Lücken in automatisierten Sicherheitssystemen.
Richterin Bernice Siegal vom Supreme Court in Queens sah es als erwiesen an, dass Citibank ihre eigenen Sicherheitsprotokolle ignorierte. Sie verhängte eine dreifache Schadensersatzsumme nach dem US-Elektronischen Überweisungsgesetz (EFTA). Zusätzlich kassierte die Bank eine Strafe von 10.000 Euro, weil sie über 14 Monate lang entscheidende Beweise zurückhielt.
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System versagte bei hunderten verdächtigen Abhebungen
Das Urteil liest sich wie ein Lehrstück über digitales Versagen. Die betroffene Leileth Faye Graham aus Queens ist seit einem schweren Schlaganfall 2020 bettlägerig und erblindet. Dennoch zeigten ihre Konten ein alarmierendes Muster: Über 200 Geldabhebungen an Geldautomaten im US-Bundesstaat Massachusetts – über 300 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Dazu kamen große Überweisungen, die ihr Erspartes auffraßen.
Für Experten ist unfassbar, dass kein Algorithmus diese „unmöglichen Reisen“ erkannte. Moderne Betrugserkennung soll genau solche geografischen und verhaltensbedingten Anomalien sofort melden. „Die Systeme hätten die Konten sofort einfrieren müssen“, kommentiert eine Analystin. Stattdessen lief der Raubzug monatelang ungehindert.
Die Nichte und Betreuerin der Seniorin, Ingrid Gayle, kämpfte über Jahre vor Gericht. Das Geld soll nun der Lebensqualität ihrer Tante zugutekommen – für Wohnungsumbauten und speziellen Krankentransport.
Banken unter Druck: Haftung für Betrug wird ausgeweitet
Das Urteil trifft Citibank in einer heiklen Phase. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James verfolgt bereits eine Großklage gegen die Bank. Sie wirft dem Institut vor, Kunden systematisch nicht vor Online-Betrug zu schützen und Opfern illegal die Erstattung zu verweigern. Ein Bundesrichter wies 2025 bereits Citibanks Antrag auf Klageabweisung zurück.
Der Fall Graham untermauert die Argumentation der Aufsichtsbehörden: Banken haften nach dem EFTA für unbefugte Transaktionen, wenn ihre eigenen Systeme offensichtliche Warnsignale ignorieren. Citibank bestreitet die Vorwürfe und hat Berufung eingelegt. Die Bank argumentiert, nicht für Transaktionen haftbar zu sein, die von Kontoinhabern oder Berechtigten autorisiert wurden – selbst wenn diese getäuscht wurden. Die Richterin ließ diese Verteidigung nicht gelten.
Branche muss Algorithmen und Schutz für Senioren überdenken
Die 3,5-Millionen-Euro-Strafe sendet ein klares Signal an die gesamte Finanzwelt. Die Zeiten, in denen sich Banken hinter automatisierten AGB verstecken konnten, könnten vorbei sein.
Die Konsequenzen für die Industrie sind weitreichend:
- Erweiterte Haftung: Wenn Gerichte das EFTA auf Fälle von Identitätsdiebstahl oder finanzieller Ausbeutung älterer Menschen anwenden, müssen Banken ihre Erstattungspolitik grundlegend überarbeiten.
- Transparenzpflicht: Die Strafe für zurückgehaltene Beweise zeigt, dass die Justiz wenig Geduld mit intransparenten Großbanken hat.
- Schutz vulnerabler Kunden: Institute müssen spezielle digitale Sicherheitsvorkehrungen für Konten von Senioren einführen. Denkbar sind biometrische Verifizierung oder eine zweite Bestätigung für ungewöhnliche Transaktionen.
Während die Digitalisierung den menschlichen Prüfer immer mehr ersetzt, verlangt die Justiz nun offenbar: Die Algorithmen müssen mindestens so gut sein wie ein aufmerksamer Bankangestellter. Citibanks Berufung wird nun aufmerksam verfolgt. Bestätigt eine höhere Instanz das Urteil, entsteht ein Präzedenzfall mit Millionenfolgen für die Branche. Der Fall Graham ist bereits jetzt ein Sieg für Verbraucherschützer – und eine teure Warnung an die Finanzgiganten.
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