CITES, Hochsee-Vertrag

CITES und Hochsee-Vertrag verschärfen Artenschutz weltweit

24.01.2026 - 12:52:12

Ab März 2026 gelten strengere Handelsbeschränkungen für Haie, Rochen und Reptilien. Das neue UN-Hochseeabkommen reguliert zudem erstmals die Nutzung internationaler Gewässer.

Die internationale Regulierung des Wildtierhandels erlebt die größte Verschärfung seit Jahrzehnten. Grund sind neue Handelsbeschränkungen für Haie, Rochen und Reptilien sowie das in Kraft getretene Hochsee-Abkommen der UN.

Ab März 2026 gelten verschärfte Handelsregeln für über 70 Hai- und Rochenarten. Dies beschlossen die 185 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) auf ihrer Konferenz im usbekischen Samarkand. Parallel trat am 17. Januar 2026 das UN-Hochseeabkommen in Kraft. Es reguliert erstmals die Nutzung mariner Ressourcen in internationalen Gewässern.

Diese doppelte Regulierungswelle stellt Händler, Fischer und Behörden vor massive Herausforderungen. Besonders betroffen sind Lieferketten für Haiflossen, exotische Reptilien und Luxusgüter.

Historischer Schutz für wandernde Meeresriesen

Die CITES-Beschlüsse markieren einen Wendepunkt für den Meeresschutz. So wurden der Walhai, der Weißspitzen-Hochseehai und alle Teufelsrochen-Arten in Anhang I aufgenommen. Der internationale Handel mit diesen Arten ist damit kommerziell verboten.

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Für die Fischereiindustrie bedeuten die Listen in Anhang II neue Hürden. Hierzu gehören kommerziell genutzte Arten wie Dornhaie und Glatthaie. Ihr Export erfordert nun ein CITES-Dokument, das belegt, dass der Handel das Überleben der Art nicht gefährdet. Diese „Nicht-Schädlichkeits-Feststellung“ stellt viele Länder vor Probleme.

„Die erforderlichen Populationsdaten fehlen oft“, erklärt eine Handelsexpertin. „Ohne diese Gutachten sind legale Exporte kaum möglich.“ Die Folge: Handelsvolumen könnten deutlich sinken, illegale Fischerei zunehmen.

Hochsee-Abkommen schließt juristische Lücke

Während die CITES-Regeln ihre 90-tägige Implementierungsphase durchlaufen, wirkt bereits das UN-Hochseeabkommen. Es trat am 17. Januar 2026 in Kraft und regelt Aktivitäten in internationalen Gewässern – zwei Drittel der Ozeanfläche.

Das Abkommen schließt eine kritische Lücke. Bisher unterlagen Arten in internationalen Gewässern kaum Kontrollen. Nun müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt und Meeresschutzgebiete eingerichtet werden.

„Für wandernde Haiarten ist das entscheidend“, betont ein Völkerrechtsexperte. „Ihr Fang erfolgte oft außerhalb nationaler Jurisdiktion.“ Die Kombination aus CITES-Handelspapieren und BBNJ-Compliance-Standards schaffe einen komplexen neuen Rechtsrahmen für Tiefseeflotten und Pharmafirmen.

Exotenhandel und Luxusgüter unter Druck

Neben Meeresarten trifft es auch terrestrische Tiere. Der Handel mit Galápagos-Leguanen, bestimmten Singvögeln und Reptilien ist nun international verboten (Anhang I). Für den Luxusmarkt bleibt die Botschaft klar: Anträge zur Wiederaufnahme des Handels mit Elefanten-Elfenbein und Nashorn-Horn wurden abgelehnt.

Importeure in die EU und Nordamerika müssen ihre Lieferketten dringend überprüfen. Sendungen ohne korrekte Dokumente werden ab März beschlagnahmt. Spediteure und Zoll aktualisieren bereits ihre Warencodes und Compliance-Software – besonders für die erweiterte Liste reptilienhaltiger Produkte.

„Das Handelsverbot für ikonische Arten wie Galápagos-Leguane ist ein großer Erfolg“, sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Auch die Beschränkung des Handel mit europäischen Wasserfröschen für die Frog-Legs-Industrie wertet sie als Sieg für die Biodiversität.

Bürokratische Hürden und Marktausblick

Die größte Herausforderung ist die Umsetzung. Viele Entwicklungsländer verfügen nicht über die wissenschaftlichen Daten für die geforderten Nicht-Schädlichkeits-Feststellungen. Ohne diese Gutachten drohen Handelsaussetzungen oder die Verlagerung in illegale Kanäle.

Gleichzeitig müssen nationale Gesetze an zwei große internationale Abkommen angepasst werden. Compliance-Beauftragte in Fischerei- und Pharmaindustrie bereiten sich auf eine Phase regulatorischer Unsicherheit vor.

Marktbeobachter erwarten kurzfristige Engpässe bei Hai-Produkten und bestimmten Exoten. Die Preise für legale, vorkonventionelle Exemplare könnten steigen. Zoll- und Vollzugsbehörden weltweit werden ihre Kontrollen voraussichtlich intensivieren.

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Die gleichzeitige Implementierung von CITES-Beschlüssen und Hochsee-Abkommen leitet eine neue Ära der Überwachung im globalen Wildtierhandel ein. Ob dieser ambitionierte Rechtsrahmen in der Praxis durchsetzbar ist, wird sich 2026 zeigen.

@ boerse-global.de