CirCon 2026: Wien startet Offensive für kreislauffähiges Bauen
26.01.2026 - 06:22:12Heute treffen sich in Wien die Schlüsselakteure für eine Bau-Revolution. Die Fachkonferenz CirCon 2026 soll den Weg von der linearen Wegwerfwirtschaft hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft im Bausektor ebnen. Organisiert vom AIT Austrian Institute of Technology, versammelt die Veranstaltung im Wien Museum Politik, Wirtschaft und Forschung.
Vom politischen Ziel zur gelebten Praxis
Die Konferenz ist kein theoretisches Forum. Sie findet vor dem klaren politischen Hintergrund der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie statt. Diese sieht bis 2040 Klimaneutralität und bis 2050 eine vollständige Kreislaufwirtschaft vor. Die Bauwirtschaft ist dabei einer von sieben zentralen Schwerpunkten.
Jetzt geht es um die Umsetzung: Welche Gesetze und Normen müssen geändert werden? Wie machen wir recycelte Materialien konkurrenzfähig? Die Branche erwartet von der Politik klare Signale und den Abbau bürokratischer Hürden.
EU-Regelungen rund um den Green Deal verändern die Anforderungen an Baustoff-Lieferketten – besonders für importierte, CO2-intensive Materialien. Für Bauunternehmen und Einkäufer ist jetzt entscheidend zu wissen, ob und wie die neue CBAM-Meldepflicht sie trifft. Ein kostenloser Praxisleitfaden erklärt verständlich, welche Produkte betroffen sind, welche Fristen gelten und wie Sie gesetzeskonforme Berichte aufbauen, um Strafzahlungen und Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. CBAM-Leitfaden jetzt gratis herunterladen
Innovationen: Altes Gebäude, neue Rohstoffe
Unter dem Motto „Bauen im Kreislauf – Chancen. Innovation. Praxis.“ stehen konkrete Lösungen im Fokus. Experten diskutieren:
* Urban Mining: Wie gewinnen wir Rohstoffe effizient aus alten Gebäuden zurück?
* Material-Design: Welche neuen Baustoffe lassen sich später leicht wiederverwenden?
* Digitale Tools: Wie helfen KI und digitale Gebäudepässe, Materialflüsse transparent zu managen?
Die digitale Erfassung jedes verbauten Elements wird zum Schlüssel für das Bauen von morgen.
Neue Geschäftsmodelle als Gamechanger
Die größte Hürde ist oft das Geld. Daher zeigt die CirCon erfolgreiche Wirtschaftsmodelle. Im Trend liegt „Product-as-a-Service“: Hersteller vermieten etwa Fassadenelemente statt sie zu verkaufen. Am Ende der Nutzung gehen sie zurück zum Hersteller – der ein vitales Interesse an Langlebigkeit und Recycling hat.
Solche Ansätze schaffen völlig neue Partnerschaften zwischen etablierten Konzernen, Start-ups und Investoren.
Warum der Wandel unausweichlich ist
Die österreichische Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Sie ist ein Wirtschaftsmotor, aber auch für enorme Ressourcenströme und Abfallberge verantwortlich. Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft ist daher nicht nur ökologisch geboten, sondern eine riesige wirtschaftliche Chance.
Sie reduziert die Abhängigkeit von Importen, stärkt die heimische Wertschöpfung und sichert die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt – besonders vor dem Hintergrund des EU Green Deal. Die CirCon 2026 soll der Katalysator sein, der alle Beteiligten auf diesen gemeinsamen Weg bringt.


