Chronischer, Schmerz

Chronischer Schmerz erhöht Demenzrisiko deutlich

12.01.2026 - 23:02:12

Großstudien belegen, dass anhaltende Schmerzen das Gehirn schneller altern lassen und das Risiko für Gedächtnisverlust steigern. Neue Leitlinien fordern daher eine kombinierte Diagnostik von Schmerz und Kognition.

Chronische Schmerzen beschleunigen die Hirnalterung und können das Demenzrisiko signifikant steigern. Das belegen aktuelle Auswertungen großer Langzeitstudien. Besonders gefährlich sind Schmerzen an mehreren Körperstellen. Die neuen Erkenntnisse verändern die medizinische Praxis: Ein effektives Schmerzmanagement wird zum potenziellen Baustein der Demenzprävention.

Studie mit 350.000 Menschen zeigt klaren Zusammenhang

Die wissenschaftliche Grundlage liefert eine Analyse der britischen UK Biobank. Auswertungen von Daten über 350.000 Teilnehmern zeigen: Das Demenzrisiko steigt mit der Anzahl schmerzender Körperstellen. Mediziner nennen dies “multisite chronic pain” (MCP).

  • Im Vergleich zu schmerzfreien Menschen hatten Personen mit chronischen Schmerzen an einer Stelle ein leicht erhöhtes Risiko.
  • Bei Patienten mit Schmerzen an mehreren Orten war das Risiko deutlich höher.

Als eine biologische Ursache identifizierten Forscher eine Schrumpfung (Atrophie) des Hippocampus. Diese Gehirnregion ist zentral für Gedächtnisbildung und Orientierung. Der neuronale Abbau durch Schmerz scheint eng mit dem späteren kognitiven Verfall verknüpft. Solche neuronalen Marker könnten künftig die Früherkennung bei Risikopatienten erleichtern.

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Schmerz lässt das Gehirn schneller altern

Neuere Forschung untermauert diesen Effekt mit präzisen Messungen. Eine Studie im Fachjournal Nature Mental Health zeigt: Chronische Schmerzen des Bewegungsapparats, wie bei Kniearthrose, können die Alterung des Gehirns beschleunigen.

Wissenschaftler nutzten MRT-Daten, um das Hirnalter zu modellieren. Das Ergebnis: Die Gehirne von Schmerzpatienten alterten signifikant schneller als die gesunder Kontrollpersonen. Diese Beschleunigung war besonders im Hippocampus ausgeprägt und kündigte späteren Gedächtnisverlust an. Solche neuronalen Marker könnten künftig die Früherkennung bei Risikopatienten erleichtern.

Neue Leitlinien fordern umfassende Diagnostik

Die alarmierenden Daten wirken bereits in die klinische Praxis hinein. Ende 2025 stellte Deutschland aktualisierte S3-Leitlinien zum Schmerzmanagement bei älteren Patienten vor („GeriPAIN“). Sie berücksichtigen erstmals die enge Verknüpfung von Schmerz und kognitivem Abbau.

Experten betonen: Bei Senioren ist Schmerz selten nur ein Symptom. Oft markiert er einen Wendepunkt, der Mobilität, Schlaf, Stimmung und Denkfähigkeiten negativ beeinflusst. Die neuen Leitlinien fordern daher eine Diagnostik, die stets auch den kognitiven Zustand erfasst. Das ist dringend nötig, denn etwa die Hälfte aller Demenzkranken leidet unter Schmerzen – kann sie aber oft nicht mehr klar mitteilen.

Kann Schmerztherapie Demenz vorbeugen?

Die Erkenntnis eröffnet neue Perspektiven für die Prävention. Bislang lag der Fokus auf Faktoren wie Bluthochdruck und Lebensstil. Jetzt rückt die frühzeitige Behandlung chronischer Schmerzen als möglicher Schlüssel in den Blick.

Diese Einsicht stärkt die Schmerzmedizin und erfordert mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologie, Geriatrie und Schmerztherapie. Die große Herausforderung: Schmerzen bei Älteren sicher zu behandeln. Viele Standardmedikamente haben Nebenwirkungen, die die Kognition zusätzlich belasten können.

Integrierte Therapien für Körper und Geist

Die künftige Forschung will die gemeinsamen biologischen Mechanismen von Schmerz und Neurodegeneration weiter entschlüsseln. Das könnte zu Therapien führen, die an beiden Problemen gleichzeitig ansetzen. Parallel gewinnen nicht-medikamentöse Ansätze wie Physiotherapie und angepasste Bewegung an Bedeutung.

Die Botschaft für eine alternde Gesellschaft ist klar: Chronische Schmerzen sind keine hinzunehmende Alterserscheinung. Eine proaktive Abklärung und ein multimodales Schmerzmanagement verbessern nicht nur die Lebensqualität. Sie gelten heute auch als wichtige Investition in die langfristige Gesundheit des Gehirns.

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