Chrome, Notepad

Chrome und Notepad: Vorbelastete Standard-Software als Sicherheitsrisiko

16.02.2026 - 04:49:12

Kritische Zero-Day-Lücken in vorinstallierter Software von Microsoft und Google zwingen zu dringenden Updates. Die Sicherheitsvorfälle zeigen systemische Schwächen bei Standardanwendungen.

Kritische Lücken in vorinstallierten Programmen wie Chrome und Windows-Notepad gefährden Millionen Nutzer. Die jüngsten Sicherheitsupdates offenbaren ein systemisches Problem: Die mitgelieferte Software ist oft ein schwaches Glied in der Sicherheitskette.

Google und Microsoft mussten in den letzten Tagen dringende Patches für schwerwiegende Sicherheitslücken ausliefern. Besonders brisant: Betroffen sind mit dem Chrome-Browser und der Notepad-Textverarbeitung zwei Anwendungen, die auf Abermillionen Geräten vorinstalliert sind. Diese Zero-Day-Schwachstellen zeigen, wie selbst grundlegende, vertraute Programme zu Einfallstoren für Angreifer werden können.

Notepad: Vom Texteditor zur Sicherheitsfalle

Das überraschende Beispiel lieferte Microsofts scheinbar harmloses Notepad. Eine im Februar eingeführte Funktion zur Markdown-Unterstützung hatte eine kritische Lücke (CVE-2026-20841) geschaffen. Speziell präparierte Dateien konnten das Programm dazu bringen, fremden Code auszuführen – ein gravierender Sicherheitsbruch mit einem Schweregrad von 8,8 von 10 möglichen Punkten.

Diese Schwachstelle war Teil des umfangreichen „Patch Tuesday“-Updates vom 10. Februar, das insgesamt 59 Sicherheitslücken schloss. Sechs davon wurden bereits aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Kritiker sehen darin ein Musterbeispiel für die Gefahren von „Bloatware“: Das ständige Hinzufügen neuer Funktionen erhöht die Komplexität und damit die Angriffsfläche selbst simpler Programme.

Android und Chrome: Das Problem ist allgegenwärtig

Die Herausforderung beschränkt sich nicht auf Windows. Die Sicherheitslage bei Android-Geräten wird seit langem durch nicht entfernbare Vorinstallate kompliziert. Diese Apps laufen oft mit erhöhten Systemrechten und sind ein perfektes Ziel für Angreifer in der Lieferkette.

Die parallel bekannt gewordene Zero-Day-Lücke in Google Chrome (CVE-2026-2441) unterstreicht die plattformübergreifende Dimension der Bedrohung. Als Standard-Browser auf unzähligen PCs und Smartphones zwingt eine kritische Schwachstelle Nutzer zum sofortigen Handeln. Der ständige Zyklus aus Entdecken und Patchen belastet Entwickler und Anwender gleichermaßen.

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Microsoft reagiert auf Bloatware-Kritik

Als Reaktion auf wachsenden Nutzerfrust kündigte Microsoft kürzlich Pläne an, das Vertrauen in Windows zu stärken. Im Fokus stehen Beschwerden über unerwünschte Apps, die PC-Einstellungen überschreiben oder ohne Erlaubnis Systemfunktionen verändern.

Der Konzern arbeitet angeblich an einem „Consent-First“-Modell für alle Anwendungen und KI-Agenten. Ziel ist mehr Transparenz und Kontrolle für die Nutzer. Diese Entwicklung deutet auf ein branchenweites Umdenken hin: Der Komfort vorinstallierter Software darf nicht länger auf Kosten von Sicherheit und Nutzerautonomie gehen.

Die Lehre: Updates sind keine Option, sondern Pflicht

Die Vorfälle vom Februar 2026 erinnern eindringlich an die inhärenten Risiken vorintegrierter Software. Fehler in tief verwurzelten Systemkomponenten – wie kürzlich im Windows Desktop Window Manager – können weitreichende Folgen haben.

Die Branche steht vor der Zwickmühle, ein reichhaltiges Out-of-the-Box-Erlebnis bei gleichzeitiger Softwaresicherheit zu bieten. Initiativen wie die Erneuerung der Secure Boot-Zertifikate bis Juni 2026 sind wichtig. Für Verbraucher und Unternehmen bleibt jedoch eine zentrale Lehre: Sicherheitsupdates müssen umgehend installiert werden. Ungepatchte Vorinstallate könnten sonst die Tür sein, nach der Angreifer suchen.

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