Chinesische, Spionage-Tool

Chinesische Spionage-Tool nutzt indische Steuerbehörde als Köder

26.01.2026 - 05:14:12

Eine mutmaßlich staatlich unterstützte Cyberattacke tarnt sich als indische Steuerbehörde, um die Überwachungssoftware SyncFuture zu installieren und langfristig Daten auszuspähen.

Eine hochgefährliche Cyber-Spionagekampagne zielt derzeit auf indische Bürger. Die Angreifer geben sich als nationale Steuerbehörde aus, um eine kommerzielle Überwachungssoftware namens SyncFuture zu installieren. Das Ziel ist langfristige Ausspähung, nicht schneller Geldraub.

Die Kampagne fällt in die kritische Phase der indischen Steuererklärungen. Per Phishing-E-Mail, die täuschend echt vom Finanzamt zu kommen scheint, werden Nutzer zum Download einer schädlichen Datei verleitet. Gelingt der Trick, erhalten die mutmaßlich chinesischen Hacker dauerhaften Zugriff auf den kompromittierten Rechner.

Tarnung als Steuerbescheid: So funktioniert der Angriff

Die Täuschung beginnt mit einer professionell gestalteten E-Mail. Absender ist das Income Tax Department of India, eine vertrauenswürdige Behörde. Die Empfänger werden aufgefordert, eine angebliche Steuerunterlage oder Software herunterzuladen.

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Dahinter verbirgt sich ein mehrstufiger Infektionsprozess. Die Malware nutzt eine als DLL Side-Loading bekannte Technik: Sie missbraucht eine legitime, digital signierte Microsoft-Anwendung, um eine schädliche Bibliothek zu laden. So umgeht sie die Erst-Erkennung durch Sicherheitssoftware. Der Schadcode verfügt zudem über ausgeklügelte Anti-Analyse-Funktionen, die Untersuchungen erschweren.

Vom Sicherheitsprodukt zur Spionagewaffe

Das finale Werkzeug der Angreifer ist das SyncFuture Terminal Security Management System (TSM). Eigentlich ist es ein kommerzielles Produkt des chinesischen Herstellers Nanjing Zhongke Huasai Technology Co., Ltd. für Unternehmenssicherheit. In dieser Kampagne wird es jedoch für Spionagezwecke umfunktioniert.

Einmal installiert, bietet SyncFuture den Hackern ein mächtiges Überwachungs-Framework. Sie können Bildschirme aus der Ferne beobachten, Dateioperationen protokollieren und die befallenen Computer zentral steuern. So lassen sich über lange Zeit sensible Daten abgreifen, ohne dass der Nutzer es merkt. Die Malware umgeht sogar gezielt Virenscanner wie Avast Free Antivirus, indem sie deren Benutzeroberfläche manipuliert und sich selbst in die Ausnahmeliste einträgt.

Geostrategische Spionage statt Cyberkriminalität

Die Kampagne reiht sich ein in eine Serie von mutmaßlich chinesischen Cyberangriffen auf indische Ziele. Der Einsatz eines umfunktionierten Business-Tools für Spionage deutet auf einen gut ausgestatteten, strategischen Akteur hin – typisch für staatlich unterstützte Hacker-Gruppen (APT). Der Fokus auf langfristigen Zugang und Überwachung unterstreicht die nachrichtendienstlichen Ziele.

Die Methode stellt Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen. Die Grenze zwischen legitimer und bösartiger Software verschwimmt. Experten gehen davon aus, dass mit den erbeuteten Daten wirtschaftliche, politische oder militärische Vorteile erlangt werden sollen.

Schutzmaßnahmen: Skepsis ist der beste Virenscanner

Da die Kampagne aktiv ist, raten Cybersicherheitsexperten zu höchster Vorsicht. Nutzer sollten niemals Anhänge aus unerwünschten E-Mails öffnen, besonders nicht von angeblichen Behörden. Steuerangelegenheiten müssen stets über die offizielle Webseite abgewickelt werden.

Grundlegende Schutzmaßnahmen sind essenziell: Betriebssysteme und Sicherheitssoftware müssen stets aktuell sein. Antivirenprogramme mit verhaltensbasierter Erkennung können auch unbekannte Schadsoftware identifizieren. Für Unternehmen sind strenge Software-Execution-Controls und eine kontinuierliche Netzwerküberwachung ratsam. Die fortschreitende Entwicklung solcher Spionagetools macht öffentliche Aufklärung und wachsame Cybersicherheitspraktiken immer wichtiger.

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