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ChatGPT Health: OpenAIs KI-Assistent für Patienten startet in den USA

23.01.2026 - 22:22:12

OpenAI lanciert einen spezialisierten Gesundheits-Chatbot, der persönliche Daten analysiert. Deutsche Experten äußern massive Bedenken zu Datenschutz und DSGVO-Konformität.

OpenAI lanciert einen spezialisierten Gesundheits-Chatbot – doch deutsche Experten warnen vor Datenschutzrisiken. Der Dienst soll persönliche Gesundheitsdaten analysieren, stößt hierzulande aber auf massive Skepsis.

Berlin. Der KI-Pionier OpenAI hat eine neue Front eröffnet: Mit ChatGPT Health bringt das Unternehmen eine spezialisierte Version seines Chatbots für medizinische Fragen auf den Markt. Die Anwendung verspricht, Daten aus Fitness-Apps oder elektronischen Patientenakten zu verknüpfen und verständlich aufzubereiten. Während der Dienst zunächst in den USA startet, wachsen in Deutschland die Bedenken. Datenschützer fragen: Sind sensible Patientendaten bei einem US-Konzern wirklich sicher?

Ein persönlicher Assistent für Millionen Anfragen

Die Nachfrage ist enorm: Weltweit richten Nutzer bereits über 230 Millionen gesundheitsbezogene Fragen pro Woche an den allgemeinen ChatGPT. Auf diesen Bedarf reagiert OpenAI nun mit einem spezialisierten Werkzeug. ChatGPT Health soll als digitaler Helfer fungieren, der Laborergebnisse erklärt, Pflegeanweisungen zusammenfasst oder auf Arztbesuche vorbereitet.

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Für den Start in den USA kann die KI Daten aus Diensten wie Apple Health oder elektronischen Akten über die Plattform b.well integrieren. Zwei Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Projekt, das mit über 260 Ärzten aus 60 Ländern abgestimmt wurde. Diese prüften mehr als 600.000 KI-Antworten auf ihre klinische Korrektheit. Ein Ersatz für den Arztbesuch soll das System aber nicht sein – nur eine Unterstützung.

Versprochene Sicherheit versus deutsche Skepsis

Angesichts der höchst sensiblen Daten verspricht OpenAI strenge Schutzvorkehrungen. Gesundheits-Chats laufen in einem isolierten, geschützten Bereich ab, getrennt von normalen Konversationen. Die dort verarbeiteten Daten sollen nicht zum Training der allgemeinen KI-Modelle verwendet werden. Nutzer behalten laut Unternehmen die volle Kontrolle und können verknüpfte Zugriffe jederzeit beenden.

Doch in Deutschland stößt dieses Versprechen auf tiefes Misstrauen. „Die Verarbeitung von Gesundheitsdaten ist kritischer als fast jeder andere Bereich“, mahnen Datenschutzexperten. Die Debatte ist hierzulande besonders sensibel. Erst kürzlich musste die Berliner Charité Pläne für eine zentrale Gesundheitsdatenbank nach scharfer Kritik auf Eis legen. Beanstandet wurden unklare Regelungen zur Anonymisierung und möglichen Datenweitergabe.

Die DSGVO-Hürde: Noch kein Start in Sicht

Ob die OpenAI-Maßnahmen den strengen Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) genügen, ist völlig offen. Der Dienst wird vorerst nicht in Deutschland angeboten. Eine Einführung hängt maßgeblich von der Anpassung an den hiesigen Rechtsrahmen ab.

Der Vorstoß von OpenAI markiert einen bedeutenden Schritt zur Integration generativer KI in die Patientenversorgung. Das Potenzial, Gesundheitswissen zugänglicher zu machen, ist groß. Doch die Zentralisierung solch intimer Daten bei einem US-Tech-Giganten birgt erhebliche Risiken – von Datenmissbrauch bis zu Sicherheitslücken.

Die laufenden Verhandlungen um den EU AI Act zeigen: Der regulatorische Druck wächst. Für das deutsche Gesundheitssystem wird ChatGPT Health zu einem Präzedenzfall. Es geht darum, klare Richtlinien für KI-Anwendungen zu schaffen. Nur so lassen sich die Chancen der Technologie nutzen, ohne die Sicherheit der Patienten zu gefährden.

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